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SPORTaktiv Juni 2016

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BIKE 82

BIKE 82 SPORTaktiv

WOHIN GEHT DER TREND? ES RÜHRT SICH NICHTS im Dauerstreit um die freie Fahrt für Mountainbiker – die Forststraßen bleiben weiter zu. Was aber nach einem Justamentstandpunkt der Waldbesitzer ausschaut, ist in Wahrheit eben doch viel komplizierter, wenn man einmal emotionslos die Folgen einer Freigabe der „Waldautobahnen“ durchspielt. TEXT: Gerhard Polzer FOTO: Erwin Haiden Tatsächlich stellt sich die Lösung dieses Problems aufgrund der realen Situation in Österreich eben nicht so einfach dar, wie es sich die Lobby der Mountainbiker vorstellt. Und das sagt ausgerechnet einer, der selbst leidenschaftlicher Outdoor-Radler ist. Aber nicht nur das: Der Grazer Jürgen Pail ist auch Veranstalter von Rennen, Entwickler von touristischen Bikeprojekten und schließlich auch Obmann eines Radsportvereins. Kurz gesagt: einer, der das Mountainbiken liebt – und auch davon lebt. Und der auch kein Geheimnis aus seiner Grundeinstellung macht: „Prinzipiell bin ich als Mountainbiker natürlich für die Wegefreiheit – egal, ob auf Forststraßen oder Wanderwegen! Und als Biketouristiker steht für mich auch außer Streit, dass die derzeitige Situation in vielen Regionen den Bikesport in seiner Entwicklung stark behindert und damit auch ein wirtschaftliches Hemmnis im Bereich Urlaubs- und Freizeittourismus darstellt. Im Tourismusland Nr. 1, als das sich Österreich ja gern darstellt, können wir uns solche Wettbewerbsnachteile nicht wirklich leisten.“ Für Pail ist daher überall dort, wo Grundeigentümer auf einer 100-prozentigen Sperre für Radfahrer beharren, das Bestreben für eine gesetzliche Öffnung absolut verständlich. Also, weg mit den Verbotstafeln, her mit einer Gesetzesänderung! Bei aller Leidenschaft ist Jürgen Pail aber auch Realist und sieht die ganze Situation viel differenzierter als die beiden „Ja-Nein“-Lager. „Politisch ist eine allgemeine Wegefreiheit in absehbarer Zeit gar nicht durchsetzbar. Aber darüber hinaus würde das Klima zwischen den Beteiligten, also Bikern, Forst-, Jagd-, Grundeigentümern, Wanderern etc. weiter polarisiert werden.“ Richtungsweisend im Streitfall „Freie Fahrt“ sind für Jürgen Pail vielmehr „die vielen bestehenden guten Konzepte, die im Konsens zwischen beiden Parteien bereits umgesetzt werden und eine hohe Akzeptanz bei allen Mitspielern haben. Im Optimalfall führen nämlich diese Konzepte zu einem großen, offiziell freigegebenen Wegenetz, das durch ein geduldetes ergänzt wird.“ ALLE FORSTSTRASSEN AUF? Die grundsätzliche Frage, die sich stellt: Brauchen wir überhaupt alle Forststraßen zum Mountainbiken? Durch die Entwicklung der Bikes hin zu vollgefederten Allmountain- und Freeridegeräten hat sich die Zahl derer, die auf Trails abseits von Forststraßen ihr Glück suchen, rasant erhöht. Forststraßen dienen oft nur als Aufstiegsgelegenheit und als Bindeglied zwischen zwei Trails – oder als Highways für Tourenbiker, die größere Distanzen überwinden wollen. „In Wirklichkeit brauchen wir in den entwickelten Bikeregionen nicht mehr offene Forststraßen, sondern mehr offene Trails“, sagt der Bikeexperte. „Das wollen aber die alpinen Vereine, die hauptsächlich ihr Kernklientel Wanderer vertreten, Nr. 3; Juni / Juli 2016 83

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