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SPORTaktiv Juni 2016

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BIKE DREI FÜR TRAIL,

BIKE DREI FÜR TRAIL, TOUR UND RACE Bergamont hat für alle Vorlieben die perfekten Bikes! Drei Modelle stellen wir hier vor: Bergamont Encore 9.0 Dieses Bike ist ein Enduro-Allrounder im besten Sinn und garantiert Spaß in jeder Disziplin: auf kniffligen Singletrails wie auf langen Touren. Dafür bürgen seine variable Geometrie, 170 mm Federweg mit Fox 36 Float-Gabel oder die XT-Ausstattung. Preis: € 3.799,– Bergamont Revox Team Ein hochtalentierter Alleskönner aus Carbon: traumhaft wendig, bissig bergauf, souverän bergab, direkt im Antrieb – ein reinrassiges Race-Mountainbike eben. Preis: € 3.699,– Bergamont E-Line Trailster C 9.0 500 Dieses E-Fully hat alles, was Trailbiker glücklich macht: ein agiles Fahrwerk mit 150 mm Federweg, Nehmerqualitäten – und es bietet satten Vortrieb am Anstieg. Die optimale Unterstützung kommt vom kraftvollen Bosch Performance CX-Antrieb. Preis: € 5.199,– bergamont.com ANZEIGE ganz sicher nicht. Sie propagieren zwar ,Forststraßen auf‘, meinen damit aber gleichzeitig ,Wanderwege zu‘! So funktioniert aber Marktwirtschaft nicht! Fakt ist: Es gibt ein großes Angebot von Trail-tauglichen Bikes, und auch eine große Nachfrage danach. Dahinter steckt auch eine gewaltige Marketingmaschinerie, die das Biken auf Trails propagiert – und die Biker wollen das einfach!“ Daher muss es tragfähige Lösungen geben, die das ermöglichen, was die Leute heute wollen und nicht das, was sie vor 20 Jahren wollten. „Und das sind heute abwechslungsreiche Trails und nicht breite, fade Forststraßen.“ In diesem Zusammenhang urgiert Pail auch als Vereinsobmann: „Wie sollen wir Jugendarbeit im Mountainbikesport machen, wenn es weithin die ,Sportstätten‘ dafür nicht gibt? Unser Trainingsgelände sind nun mal Trails und nicht Forststraßen.“ „RAUCHERGESETZ“ IM WALD Das größte Problem aber sieht unser Bikexperte auf die gesamte Szene zukommen, wenn die von der Bikelobby vehement geforderte Gesetzesänderung tatsächlich „freie Fahrt auf Forststraßen“ genehmigen würde: „Wenn dieser Prozess der Gesetzwerdung alle in Österreich existierenden Einflussbereiche und Lobbygruppen durchlaufen hätte, würde am Ende ein ,Rauchergesetz im Wald‘ auf dem Papier stehen. Mit dem gleichen durchschlagenden Ergebnis wie bei den Rauchern und Nichtrauchern: Alle wären auf alle böse, niemand würde sich auskennen und sektiererische Randgruppen auf beiden Seiten würden das Kommando in einem dauerhaften Kleinkrieg übernehmen“, prophezeit Jürgen Pail. Die Öffnung würde nämlich bis zum endgültigen Gesetz durch allerlei Einschränkungen in allen möglichen Gesetzesmaterien (Forst, Jagd, Naturschutz etc.) so verwässert werden, dass die Biker zwar theoretisch auf allen Forststraßen fahren dürften, praktisch aber selbst dort nicht wirklich überall. Und vor allem wären die geliebten Trails gesperrt, weil die Gegnerschaft sagen kann: „Jetzt habt ihr eh ein Riesennetz an Forststraßen“ ... Der Experte JÜRGEN PAIL ist der Obmann des Bikeclub GIANT Stattegg, der mit 850 Mitgliedern der größte Mountainbikeclub Österreichs ist. In seiner selbstständigen Tätigkeit bewegt er sich seit 1997 vorwiegend im Mountainbikeveranstaltungs- und Projektbereich. Er ist unter anderem für das Projekt „bikeCULTure Region Graz“ der Tourismusregion Graz als Projektleiter zuständig. Als OK-Chef war er für die UEC MTB EM 2003 und die UCI MTB WM 2009 verantwortlich. Jährlich leitet er die UEC Jugend EM, den Grazer Bike-Marathon Stattegg und das Grazer Bike-Opening Stattegg. KONTAKT: Pail@bike03.at LÖSUNGEN IM KONSENS Wie also können aus Sicht des Bikersportlers, Bikeveranstalters und Biketouristikers Jürgen Pail praktikable Lösungen ausschauen? „Es geht meiner Meinung nach nur über klare Konzepte in definierten Bikeregionen und mit dem Aufbau einer Vertrauensbasis unter Einschluss der wesentlichen Beteiligten. Verträge mit den Grundeigentümern, wo notwendig, Duldung durch die Grundeigentümer, wo möglich, gebaute Sportstätten, sprich Trail Areas, wo sinnvoll – und klare Regeln für alle. Es gibt genug Beispiele, wo das bereits seit Jahrzehnten funktioniert und wo die Extremisten auf beiden Seiten nicht das große Sagen haben, sondern zunehmend verstummen.“ Prinzipiell mahnt der Bikeexperte bei dem ganzen Thema viel mehr Gelassenheit ein – es gehe schließlich nicht um Leben und Tod und es sei auch kein Problem, das ans elementare Dasein rührt: „Im Angesicht von weltweit explodierenden Kriegs-, Hunger- und Umweltkatastrophen FOTO: Erwin Haiden 84 SPORTaktiv

können wir uns glücklich schätzen, unsere Zeit einem solchen Thema so intensiv widmen zu können. Lassen wir also die Kirche im Dorf und die Stollenreifen am Boden – auf welchem auch immer ...“ POLITIK IST GEFORDERT Auch die SPORTUNION, Österreichs zweitgrößter Sportdachverband und Vertreter zahlreicher MTB-Vereine, hat in der Streitsache „freie Fahrt“ Stellung bezogen, fordert ebenfalls individuelle Lösungen als sinnvollste Variante! „Eine Freigabe aller Forststraßen unter Ausschluss der Singletrails geht an der Entwicklung des Sports vorbei und löst daher nicht die bestehenden Konflikte. Und eine generelle Freigabe aller Forststraßen und Trails, wie es der Verein upmove fordert, birgt ein nicht unerhebliches Gefahrenpotenzial für Wanderer und Biker gleichermaßen. Abgesehen davon, dass eine generelle Einigung äußerst unwahrscheinlich ist.“ Geht es nach der SPORTUNION, dann ist jetzt die Politik gefordert, die bestehenden Modelle von privaten Initiativen aufzugreifen und die Entwicklung möglichst vieler weiterer Projekte aktiv zu unterstützen. „Dabei sollte man allerdings nicht auf die Initiative von privaten Organisationen und Vereinen warten, sondern es müssen Modelllösungen aktiv von den zuständigen Behörden und Institutionen in Angriff genommen werden.“ ENDE DES MITTEL- ALTERS ÖSTERREICHS WÄLDER haben in den letzten Jahren einen regelrechten Kahlschlag durch den Bau neuer Forststraßen erlebt. Diese Straßen werden immer breiter, immer zahlreicher, sie tragen immer schwereres forsttechnisches Gerät. Tonnenschwere Seilbahnen und gigantische Lastwagen finden auf diesen Straßenflächen Platz. Die EU und Österreich – also wir alle – tragen mit Steuergeld zur Erschließung der Wälder bei. Mittendrin ERNST SITTINGER, Mitglied der Kleine-Zeitung- Chefredaktion, Kabarettist und begeisterter Biker Das Biken auf Forststraßen muss erlaubt werden. Im Gegenzug bekennen wir uns zur Höflichkeit. Einmal ganz abgesehen von der nebenan beschriebenen rechtlichen Problematik: Es ist schon absurd, wenn ausgerechnet die Mountainbiker von der Benützung dieser „Highways“ im Wald ausgeschlossen werden. Welchen Schaden sollten sie anrichten? Denkbar ist zwar, dass unaufmerksame Biker den Forstbetrieb behindern und durch riskante Fahrmanöver sich oder andere gefährden. Das kann aber überall passieren – auch dort, wo das Biken erlaubt ist. Grundsätzlich muss für alle Sportler eine Eigenverantwortung greifen: Wer fremden Grund für sein Hobby benützt, ist für seine Handlungen umfassend selbst verantwortlich! Der Wege halter sollte nur dort belangbar sein, wo er mindestens grob fahrlässig die Wegebenützung behindert. Der Grundsatz: Wer stürzt, ist selber schuld. Überhaupt sollten Gebote der Höflichkeit, Umsicht und Zurückhaltung wieder stärker allgemein beachtet werden. Wir sind in der Natur zu Gast und sollten uns wie Gäste benehmen. Man radelt nicht in der Dämmerung, man gewährt anderen Verkehrsteilnehmern Vorrang, man nähert sich Fußgängern nur langsam. Man begegnet anderen Menschen mit Respekt. Im Gegenzug fordern wir bloß ein Ende des Mittelalters: freie Fahrt auf Forststraßen! So, wie es überall sonst in Europa problemlos funktioniert. ELEKTRISCH AUF TOUREN Drei Spaßmacher-E-Bikes von BH in der Kurzvorstellung: ANZEIGE BH Rebel Lynx 907 Das Lynx 907 ist das Flaggschiff unter den E-MTBs von BH. Die geballte Technologie der BH-Mountainbikes kommt darin zum Einsatz, ergänzt um Yamahas PW-Antrieb. Mit 3-Sensoren-Technologie ist für geschmeidige, kraftvolle Unterstützung gesorgt. Preis: € 3.999,– BH Revo 29er In der Revo-Serie kommt ein Brose-Mittelmotor zum Einsatz, der mit 3-Sensoren-Technologie eine feinfühlige Fahrweise in jedem Gelände ermöglicht. Das Revo 29er hat eine sportliche Rahmengeometrie und ist top ausgestattet. Preis: € 3.799,– BH Easy Motion Evo Jet Pro Der Bestseller der Evo-Modellreihe ist das Jet Pro. Das Lifestyle-E-Bike ermöglicht sportiven Frauen Fahrspaß pur, der 350-Watt-Getriebemotor bietet bis 375 Prozent Unterstützung. Das Bike gibt es auch für Herren. Preis: € 2.999,– Nr. 3; Juni / Juli 2016 85

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