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SPORTaktiv Juni 2018

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RITTERSCHLAG MIT STROM

RITTERSCHLAG MIT STROM E-BIKES FÜR KINDER LASSEN DIE KLEINEN MIT DEN GROSSEN LOCKER MITHALTEN. WAS TAUGEN DIE KLEINEN ELEKTRO-RÄDER IN DER PRAXIS? DAZU HABEN WIR DIE JÜNGSTE SPORTAKTIV- TESTCREW ALLER ZEITEN GEGRÜNDET. JA, KINDERARBEIT. VON CHRISTOPH HEIGL Fotos: Anton Lilek 102 SPORTaktiv

„ICH KONNTE SOGAR MIT ONKEL FLO UM DIE WETTE FAHREN, UND DER IST EIN SUPER TRIATHLET.“ RAPHAEL (7) Raphael und der Rest der Milchbart-Testcrew hatten jede Menge Spaß mit dem E-Bike. Ein giftgrüner Ferrari mit pinker Motorhaube kann nicht so viel Aufsehen erregen. Überall, wo das blitzblaue Rad auftauchte, gab es große Augen und viele Fragen. Tenor: Was? Kinder-E-Bikes gibt es auch schon? Nur einige wenige Hersteller haben Kinder-Modelle mit E-Antrieb im Programm, große Erfahrungswerte gibt es noch nicht. In der Theorie sollten Kinder damit mit den Großen mithalten können. Aber wie stark ist die Power? Wie ist das Handling? Kommen die Kids damit zurecht? Und vor allem: Lernen sie „normales“ Radfahren dann überhaupt noch? Beim ersten Anblick des Haibike stand auch unserer Testcrew der Mund offen. Wow! Frech und aggressiv wie eine kleine Motocross-Maschine steht das Modell Hardfour 2.0 da. Mit dem tief hinuntergezogenen Rahmen, der Federgabel, Scheibenbremsen und den 24-Zoll-Laufrädern schaut es ein bisschen aus wie ein Transformer oder ein anderer Kinder-Superheld. „8+“ pickt als Altersempfehlung am Rahmen. Ups, nicht alle der fünf Burschen halten sich daran. Intuitiv tippen sie sofort am Display herum, Lichter leuchten, Begeisterung. Das E-Bike ist – wohl aus Sicherheitsgründen – etwas gedrosselt und nicht ganz so stark wie die Modelle für Erwachsene. Der Yamaha-Motor liefert zwar auch die übliche Nenndauerleistung von 250 Watt, aber das maximale Drehmoment wurde von 80 auf 60 Newtonmeter heruntergesetzt. Anders als bei den E-Bikes für Große (25 km/h), endet die Motorunterstützung der Kinder-Maschine schon bei 20 km/h. Eine lahme Ente? Von wegen! Die Kinder haben ja viel weniger Gewicht. Ein 28-kg-Bürscherl mit einem 250-Watt-Motor ist wie ein VW Polo mit einem Monstertruck-V12. Der Frechdachs Über einige Wochen haben unsere fünf Tester das Haibike über Straßen, durchs Gelände und über Waldwege gescheucht. Vorweg: Keiner wollte es gerne wieder zurückgeben. Menno! Wie ein Ritterschlag ist das E-Bike, denn die Kleinen steigen damit subito in die Riege der Großen auf. Selbst die niedrigste Unterstützungsstufe „Eco“ reicht, um bergauf Radfahrer auf „normalen“ Bikes zum Schwitzen zu bringen. Die weiteren Zündstufen „Standard“ und „High“, die man ganz einfach per Taster am Display ändern kann (und das haben die Kids schnell gecheckt), versetzen nebenherhetzende Eltern ins Renntempo mit Maximalpuls. „Na, geht nix mehr?“, fragt der kleine Frechdachs rüber und grinst bis über beide Ohren. Sorry, keine Luft zum Antworten. „Recht hast, häng den Papa ab!“, ruft ein Wanderer. Komisch, den E-Bikenden Kindern fliegen die Herzen zu. Nur ein paar Meter schafft man es, bergauf mit den Kindern mitzuhalten, über längere Distanzen könnte man den Speed der Kleinen im Powermodus nie und nimmer halten. Außer, die 20 km/h sind erreicht, SPORTaktiv 103

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