Aufrufe
vor 13 Monaten

SPORTaktiv Juni 2019

  • Text
  • Sport
  • Gehirn
  • Profisport
  • Triathlon
  • Outdoor
  • Biken
  • Fitness
  • Juni
  • Magazin
  • Bewegung
  • Laufen
  • Musik
  • Sportaktiv

DER AUSBLICK IST

DER AUSBLICK IST FANTASTISCH. NOCH SCHÖNER IST DIE AUSSICHT AUF RÜCKENWIND BEI DER FOLGENDEN ABFAHRT. ich mir: Sollte ich noch einmal so einen Wettkampf bestreiten, habe auch ich eine Salamisemmel im Gepäck. Der Anstieg zum Mirador del Rio gilt als Höhepunkt der Radstrecke. Ich konzentriere mich auf die Natur, unter uns liegt die Insel La Graciosa, umgeben vom türkisblauen Atlantik. Der Ausblick ist fantastisch. Noch schöner ist die Aussicht auf Rückenwind bei der folgenden Abfahrt. Es liegen weitere 70 km vor uns. Beim nächsten Anstieg spüre ich ein Stechen im linken Knöchel. Plötzlich ein erstaunlicher Gedanken: „Vielleicht habe ich Glück, bin verletzt und kann den Marathon nicht mehr laufen?“ Ich ziehe eine Verletzung als begrüßenswerten Umstand in Betracht. Der Gedanke ans Aufgeben steigt in mir auf, versucht sich in meinem Kopf einzunisten. Dann endlich geht es bergab nach Puerto del Carmen. Ich bin so erschöpft wie selten zuvor. Nach 7:37 h steige ich aus dem Sattel, wanke durch die Wechselzone. Als ich die Laufschuhe schnüre, spüre ich den zaghaften Willen, das Ding hier zu Ende zu bringen. Ich hole mir einen Trainingslauf über 30 km ins Gedächtnis. „Der war ein Kinderspiel“, sage ich mir, „also los! Das läufst du jetzt nach Hause.“ Der Weg ins Ziel Auf der Laufstrecke ist zunächst ein Halbmarathon zu absolvieren, dann folgen zwei kürzere Turns. Das macht es einfach, weil der Marathon mental in Teilstrecken zerfällt. Die ersten 21 km bringe ich in 2:04 h hinter mich, in Anbetracht der extremen Radstrecke für mich in Ordnung. Dann folgt ein psychischer Hänger. Immer mehr Athleten beginnen zu gehen. Als ich an einer Labestation selbst ins Gehen verfalle, dauert es Minuten, bis ich wieder zu traben beginne. GRAZER BIKE- FESTIVAL STATTEGG TERMINE 15. 8.: Austria Youngsters Cup, Junior MTB Challenge 17. 8.: Cross Country UCI C1 mit vielen Stars, UCI Junior World Series, Schöckl- Gipfelsturm, Mountainbike Challenge 18. 8.: Österreichische Meisterschaft MTB Enduro Von 15. bis 18. August geht das große Festival in der bikeCULTure Region Graz über die Bühne. Gipfelsturm ohne schwierige Trails rund um und auf den Schöckl, die österreichische MTB-Enduro-Meisterschaften auf den Schöckl-Trails und die Cross-Country-Rennen für Kids und Profis. Die bike CULTure Region Graz entwickelt wieder eine magische Anziehungskraft auf die Bike-Community. Vom Bergauf-Biker über gemütliche Genussradler bis hin zu den Trail-Typen der Enduro-Szene und den Profis bei den UCI- Rennen findet praktisch jeder Mountainbiker das Spiegelbild seines Bike-Profils in den Höhenprofilen der bikeCULTure-Strecken und -Rennen wieder! ALLE INFOS www.bike09.at www.bikeCULTure.at www.schoeckl-trail.area.at www.regiongraz.at ANZEIGE/Foto: bikeCULTure / grubernd 122 SPORTaktiv

Ich stelle mir meine Beine in zwei Zementeimern vor. Augenblicklich bleibe ich erneut stehen. Es ist, wie mein Coach es mir erklärt hat: Aus Gedanken werden Gefühle. Und aus Gefühlen werden Taten. Also denke ich an meinen Zieleinlauf, an den Moment, in dem alles zu mir kommen wird. Ich presse mir zwei Gels in den Hals, muss würgen, rede aber auf mich ein, dass diese Gels wie Medizin für mich sind. Plötzlich fühle ich mich besser. Und werde auf dem Weg ins Ziel immer schneller. Ich hatte mir in meiner Vorbereitung ein Tor ausgemalt, auf das ich über eine Allee unter Palmen zulaufen wollte, um dahinter einen neuen Raum zu betreten, wenn’s beim Laufen so richtig wehtut. Es ist mir nicht gelungen, dieses Tor auf der Strecke zu öffnen. Stattdessen bin ich auf der Ziellinie über eine Schwelle getreten. Es war, als hätte ich mir eine Maske vom Kopf gerissen, um zu erkennen, dass es dort, wo ich den Horizont meiner Fähigkeiten wähnte, noch weiter geht. Ziel war es, beim Ironman Lanzarote an mein Limit zu gehen. Es scheint aber mehr passiert zu sein: Ich trage das Gefühl in mir, meine Leistungsgrenze nicht nur erreicht, sondern dauerhaft verschoben zu haben; als hätte ich eine Anhöhe erklommen, von der ich auf eine weite Ebene blicke, in der sich neue Möglichkeiten eröffnen – vor einem neuen Horizont.

Magazin

SPORTaktiv April 2016
SPORTaktiv 1 2016
SPORTaktiv Bikeguide 2016
SPORTaktiv Laufguide 2016
SPORTaktiv Winterguide 2015