Aufrufe
vor 3 Monaten

SPORTaktiv Juni 2019

  • Text
  • Sport
  • Gehirn
  • Profisport
  • Triathlon
  • Outdoor
  • Biken
  • Fitness
  • Juni
  • Magazin
  • Bewegung
  • Laufen
  • Musik
  • Sportaktiv

Kleine Zeitung Graz

Kleine Zeitung Graz Marathon Der Herbstklassiker durch die Grazer Innenstadt! Sei vom 11. bis 13. Oktober 2019 mit dabei, es warten: Distanzen von 5 bis 42 km Kinder- und Jugendläufe Lauf-Urlaub-Packages für die ganze Familie Knapp 10.000 Teilnehmer und tausende Zuschauer Streckenführung durch die Grazer Innenstadt Unvergessliches Laufverlebnis durch die unzähligen „Hot-Spots“ mit Musik, Tanz, u. v. m. Infos und Anmeldung: www.grazmarathon.at WO DER SPORT DIE NR. 1 IST präsentiert von einem nur 765 Meter langen Rundkurs. Und das nicht im Freien oder in einer Sporthalle, sondern durch Bürogänge. Je Distanz gibt es in diesem Flurlabyrinth einen Starttreffpunkt. Gleich neben dem Grundbauinstitut im Erdgeschoss geht es für die Marathonläufer los. Der Pulk ist kleiner als bei anderen Veranstaltungen, die Stimmung dieselbe wie bei großen Stadtmarathons: aufgekratzt, nervös, neugierig. Noch eine letzte Einweisung über den Gangfunk: „Beim Laufen rechts halten, links überholen. Im Stiegenhaus Überholverbot.“ Um Punkt 11:11 Uhr erfolgt am 11. 11. (auch Spaß muss sein) der Startschuss. Relativ schnell zieht sich das Teilnehmerfeld auseinander. So findet es sich leicht in ein eigenes Tempo. Es ist ein Rhythmus, der unrhythmisch bleibt. Schuld daran ist das Streckenprofil. Nach den beeindruckend langen geraden Gängen wird es im zum Wende- und Zielbereich umgestalteten Eingangsfoyer verwinkelter. Eine scharfe 90-Grad-Kurve leitet diesen Sektor ein, dann geht es wie bei einem Formel-1-Grand-Prix durch eine sanfte Schikane durch die Zeitnehmung, ehe ein enger 180- Grad- Turn rund um einen Liftschacht einem einen radikalen Tempowechsel aufzwingt. Dann wieder beschleunigen. Hinein in den nächsten Langgang. Hinein in die nächste Runde. Immer wieder überholen einen hurtige Halbmarathonis, immer wieder überholt man selbst gemütlichere Marathonläufer. Bis zum ersten Stiegenhaus. Dort herrscht der von der Rennleitung ausgegebene Nichtangriffspakt: kein Überholen! Durch eine enge Tür biegen die Läufer im Gänsemarsch in diese technisch herausfordernde Schlüsselstelle ein, trippeln elf Treppen hinunter, schleudern ihre Körper an einer als „Wandairbag“ aufgestellten Matratze um die Kurve. Noch einmal elf Treppen hinunter, wieder raus durch eine enge Tür. Weiter geht’s im Kellergeschoss. Statt büroüblicher Teppichziegel wie in der Etage darüber läuft man jetzt über ein Linoleum-Gemisch. Ein Vorteil angesichts der hier aufgebauten Verpflegungsstation, denn nicht alle Tropfen des ausgeschenkten Isogetränks finden den Weg in den durstigen Läuferkörper. Der Beweis für die Verschüttungsorgie: das Schmatzen EINEN STOCK TIEFER SCHMÜCKEN DIE WÄNDE DIVERSE GESTEINSPROBEN UND EINE SCHAUTAFEL ÜBER „NUMERISCHE SIMULATIONEN UND DEPONIETECHNIK“. ZEIT, SIE ZU BEWUNDERN, NIMMT SICH FREILICH KEINER.

JETZT Heuer wieder mit hochwertigem Craft-Funktionsshirt als Läuferbenefit! der Laufschuhsohlen über den klebrigen Boden. Unablässig wischt einer der freiwilligen Helfer die angerichtete Verwüstung wieder weg. Dafür ist es hier deutlich kühler als oben. Es bleibt aber nur ein kurzes Vergnügen. Gleich nach dem DJ, der von seinem Mischpult unablässig schnelle Beats von AC/DC bis ZZ Top in die Gänge spült, wartet wieder ein Stiegenhaus. Dieses Mal geht es allerdings bergauf. Über 22 Stufen – die im Laufe der 55 Runden höher zu werden scheinen – keucht die Meute wieder nach oben ins Erdgeschoss. Mit Fortdauer des Rennens wird es in dieser Passage schwieriger, nach dem Treppensprint wieder in den normalen Laufrhythmus zu finden. Immer wieder geht es durch diesen Parcours. Vorbei an den kleinen Schaukästen mit geprüften Exponaten: jede Menge Kinderspielzeug – ein Bobbycar, ein Plastikskelett eines Dinosauriers, Teddybären –, daneben auch Bratpfannen, ein Haarfön und der Briefkasten für Beschwerden nach Paragraf 17, Arbeitsschutzgesetz. Einen Stock tiefer schmücken die Wände diverse Gesteinsproben und eine Schautafel über „numerische Simulationen und Deponietechnik“. Zeit, sie zu bewundern, nimmt sich freilich keiner. Stattdessen hetzen die Läufer unablässig durch die Gänge. Mit fortschreitender Dauer des Rennen werden die Beine freilich kollektiv schwerer, die Bewegungen eckiger, das Schnaufen lauter. Nach 3:08 Stunden ist es in diesem Jahr für den Sieger vorbei (ein Jahr davor war der Gewinner gut eine Viertelstunde schneller). Für den Autor dieser Zeilen reicht es am Ende mit 3:33 Stunden für den sechsten Platz unter 56 Finishern. Langweilig war es all die 55 Runden nie. ANMELDEN 23. – 25. August 2019 10 Bewerbe von 400 m bis 21 km Anmeldung unter www.kaerntenlaeuft.at Meine Kleine. Meine Kleine. M Wörthersee

Magazin

SPORTaktiv April 2016
SPORTaktiv 1 2016
SPORTaktiv Bikeguide 2016
SPORTaktiv Laufguide 2016
SPORTaktiv Winterguide 2015