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SPORTaktiv Juni 2020

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DAS GUTE SO NAH

DAS GUTE SO NAH uperfoods? Was ist das überhaupt? Schon die Bezeichnung hat das Potenzial, unterschiedliche Gefühlsregungen auszulösen: von neugierig bis skeptisch. Sagen wir es geradeheraus: „Superfoods“ ist ein Marketingbegriff. Eine wissenschaftliche Definition gibt es nicht. Gemeint sind damit pflanzliche Lebensmittel, die von Natur aus mit einer besonderen Dichte an Nährstoffen, „SUPERFOODS“ WACHSEN NICHT NUR IN DER FERNE. SPORTAKTIV-EXPERTIN JANE BERGTHALER BRICHT EINE LANZE FÜR DIE KRAFT DER NAHRUNGSMITTEL, DIE IN UNSEREN GÄRTEN, AUF BALKONEN UND SOGAR FENSTERBRETTERN GEDEIHEN. UND NICHT WENIGER „SUPER“ SIND WIE CHIA-SAMEN ODER GOJI-BEEREN. VON CHRISTOF DOMENIG Fotos: iStock, Jane Bergthaler 26 SPORTaktiv

JANE BERGTHALER, BSC MSC ist Diätologin mit Spezialgebiet Sporternährung. www.diaetologisch.at ihre positiven Effekte sind andererseits noch lange nicht zu Ende erforscht. In jedem Fall aber sind sie ein wichtiger Grund dafür, warum ein hoher Anteil an pflanzlichen Nahrungsmitteln in der tagtäglichen Ernährung so wichtig ist. Um Superfoods zu erkennen, soll man auf seine Sinne vertrauen, empfiehlt Jane Bergthaler. Faustregel: Satte, auffällige Farben, ein intensiver Geruch und ebensolcher Geschmack deuten auf besondere Eigenschaften hin. „Wie bei den Roten Rüben oder Tomaten, bei Kohlgemüse, Zwiebel oder Knoblauch.“ Studien belegen, dass Ausdauersportler von der Kraft der Roten Rübe profitieren. Aber auch für andere Sportler sind sie spitze. Substanzen oder Eigenschaften ausgestattet sind, die einen Mehrwert versprechen. Dabei geht es um die Gesundheit wie um die sportliche Leistungsfähigkeit. Die Superfoods als reinen Marketinghype abzutun, würde ihnen aber unrecht tun, weiß Jane Bergthaler, Diätologin mit Spezialgebiet Sporternährung. Die Expertin widmet sich seit Längerem Lebensmitteln, die für Sportler von Natur aus besser sind als andere. Beim Wort Superfoods haben viele vielleicht Acai- oder Goji-Beeren, Chia­ Samen oder andere Exoten vor dem geistigen Auge. Oft jedenfalls Lebensmittel, die rund um den Erdball gekarrt werden. In Wahrheit liegt das Gute nah: Brokkoli, Brennnessel, Kresse, Haferflocken, Rote Rüben, Leinsamen, Heidelbeeren, um nur einige zu nennen (siehe Kasten hinten): Superfoods wachsen in unseren Gärten oder wild auf den Wiesen, lassen sich auf Balkonen und sogar Fensterbrettern züchten. Nicht schlecht in Zeiten von Klima- und Corona-Krise, in denen viele wieder den Wert regionaler Produktionskreisläufe entdecken. „Allen, die ihrem Körper Gutes tun wollen“, empfiehlt die Expertin einen Blick auf die Superfoods zu werfen. Und speziell auch den ambitionierten Sportlern, die ihrem Körper durch Training viel abverlangen: Intensiver Sport bedeutet schließlich für den Körper Stress – ebenso wie UV-Strahlung oder Umweltbelastungen: „Eine gesunde Ernährung ist für Sportler absolut wichtig, um einen Nährstoff-Mehrverbrauch regelmäßig auszugleichen.“ Auch dazu leisten Superfoods ihren Beitrag. Welche Inhalts- oder Nährstoffe ein Superfood aus der Masse hervorheben, ist unterschiedlich: Es kann die besondere Dichte von Vitaminen oder Mikronährstoffen oder auch von Antioxidantien sein. Für Jane Bergthaler ist vor allem ein hoher Anteil sekundärer Pflanzenstoffe ein guter Grund, zuzugreifen. Diese leisten vielfältige gute Dienste, Die Basis muss stimmen Wie integriert man Superfoods sinnvoll in seine Ernährung? Zunächst gilt: Die Basis muss stimmen. Ohne diese Grundvoraussetzung hilft ein einzelnes Superfood wenig. Dazu gehört die regelmäßige und ausreichende Flüssigkeitszufuhr ebenso wie ein gut abgestimmtes Verhältnis bei der Aufnahme von Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten – wie hier schon oft beschrieben. „Eine ausreichende Zufuhr an Nährstoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen ist für Sportler sehr wichtig, für den Leistungszuwachs wie für die Regeneration“, betont Bergthaler. Ist man hier gut aufgestellt, kommen Superfoods ins Spiel: sozusagen als wertvolles „Topping“ obendrauf. Ein Praxisbeispiel: Unmittelbar nach intensiven Sporteinheiten kann die Zufuhr von Eiweiß und Kohlenhydraten die Regenerationszeit verkürzen. „Hier würde sich zum Beispiel ein Smoothie mit Haferflocken, Beeren, Samen, Spinat anbieten. Ein perfekter Grundstock für eine schnelle erste Regeneration“ – siehe den Rezepttipp hinten. Konkret empfiehlt Jane Bergthaler: „Zunächst einmal die eigene Ernährungssituation anschauen: Wie ernähre ich mich, wo kann ich etwas adaptieren? Aus Gründen der Verträglichkeit soll man jedoch nicht von heute auf morgen alles umstellen, sondern kleinweise mehr von den besonders wertvollen Nahrungsmitteln in den Speiseplan integrieren.“ Gerade im Sport ist dabei auch SPORTaktiv 27

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