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SPORTaktiv Laufguide 2016

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Dieses Special bringt nochmal auf den Punkt, wieso das Herumtigern – sei es nun auf Asphalt oder im Gelände – einem Jungbrunnen gleichkommt, schlank macht und ein Naturerlebnis ist. Außerdem erklären wir dir mal ganz genau, was dein Laufoutfit – von der Jacke bis zur Socke – so alles können muss.

RUN SPECIAL Der

RUN SPECIAL Der Diagnostiker MAG. ARNOLD JONKE ist sportwissenschaftlicher Leiter der ALTIS Leistungsdiagnostik und bringt aus seiner sportlichen Vergangenheit als Ruder-Weltmeister 1990 und Olympiasilber- Gewinner 1992 seine Erfahrung aus dem Leistungssport mit. KONTAKT: Radetzkystraße 35, 9020 Klagenfurt TEL.: 0463 58850 E-MAIL: arnold.jonke@humanomed.at WEB: humanomed.at gekraft des gesamten Tests auswirken. Überhaupt sind Genauigkeit und das entsprechende Wissen gute Gründe, warum eine seriöse Leistungsdiagnose grundsätzlich vom Sportwissenschafter oder Sportmediziner durchgeführt wird. IM MINUTEN-TAKT Langsam beginnt sich das Laufband zu bewegen. Die eingestellten 6 km/h sind für Bergläufer Marco logischerweise kein Thema – und doch tut sich was am Bildschirm. Wir beobachten zwei Linien – die eine zeigt an, wie viel Sauerstoff eingeatmet, die andere, wie viel CO2 wieder ausgeatmet wird. Arnold Jonke: „Überschneiden sich diese beiden Linien, bezeichnet dieser Punkt die anaerobe Schwelle, also den Zeitpunkt, bei dem ein Sportler die sogenannte ,Sauerstoffschuld‘ eingeht.“ Aber so weit ist Marco noch lange nicht. Im Minuten-Takt wird das Tempo um einen halben Kilometer pro Stunde erhöht – genug, um einen Unterschied feststellen zu können, aber auch nicht so viel, dass genaue Messergebnisse gefährdet werden. Testet man für andere Sportarten, variieren zwar Parameter wie etwa die Wattsteigerung pro Belastungsstufe, nicht aber das Prodezere an sich. Logisch: Der Körper eines Marathonläufers wird anders gefordert als der eines Eishockeyspielers. Was dagegen alle Sportler gemeinsam haben, ist die Notwendigkeit einer gewissen aeroben Kapazität bzw. Grundlagenausdauer. „So schafft man auch bei kurzen Belastungen eine höhere Leistung. Ansonsten ließe es sich ja auch kaum erklären, dass Skifahrer, die im Rennen eineinhalb Minuten unterwegs sind, teils stundenlang auf dem Ergometer sitzen“, so Jonke. Auf dem Radergometer wird auch ein Großteil der Leistungstests absolviert, für reine Läufer eignet sich aber besser das Laufband. Und um ganz exakte Ergebnisse zu erhalten, empfiehlt der Sportwissenschafter überhaupt einen Test auf Ergometer und Laufband. Besonders die sich aus dem Test ergebenden aerobe und die anaerobe Schwelle sind für Ausdauersportler interessant. Sie geben ja Aufschluss darüber, mit welchem Puls auch lange Distanzen am ökonomischsten bewältigt werden können. Ist die anaerobe Schwelle überschritten, verringern sich die kognitiven Fähigkeiten schlagartig. Jonke: „Das kann man ganz leicht testen, indem man einmal kopfzurechnen versucht, nachdem man die anaerobe Schwelle überschritten hat ...“ GUT ANGELEGTE INVESTITION Kopfrechnen muss Marco heute zwar nicht, doch inzwischen ist unser Testkandidat ordentlich ins Schwitzen gekommen. Langsam, aber sicher nähert sich der Steirer seiner Leistungsgrenze, die Anstrengung ist ihm anzusehen – und dann ist es vorbei: Marco hat seine Höchstleistung erreicht. Der 31-Jährige trabt noch einige Minuten im moderaten Tempo und steigt schließlich geschafft, aber glücklich vom Laufband. Dass sich die gerade absolvierte Anstrengung noch in diesem Jahr bei seinen Vorhaben auszahlen wird, davon ist der ambitionierte Steirer überzeugt, schließlich erfährt er nun anhand der ermittelten Werte vom Altis Med-Team, wie er sein Wettkampftraining so effizient wie nur möglich gestalten kann. Diese Trainingsoptimierung begründet auch, warum ein Leistungs-Check (kostet bei Altis Med 250 Euro) eine gute Investition ist, die sich immer rechnet. Oder wie es der Experte sagt: „Man bedenke, wie locker die Brieftasche vieler Sportler beim Kauf von Laufutensilien sitzt – die sich im Gegensatz zu einer professionellen Diagnose vielleicht auf die Psyche, aber sicher nicht auf die physische Leistung auswirken.“ URLAUB MIT ANALYSE Dieser unmittelbare Nutzen für Sportler ist der Grund, warum auch im Tourismus die Leistungsdiagnostik als sinnvolles Angebot für sportliche Urlauber entdeckt wurde. Immer öfter werden in heimischen Hotelbetrieben „Aktiv-Pakete mit Spiroergometrie und Laktattest“ geschnürt. So auch im Feriendorf Kirchleitn in Kärnten, wo Hotelier Wolfgang Schneeweiß aus persönlicher Überzeugung mit Altis Med zusammenarbeitet. „Nach meiner ersten Leistungsdiagnose und mit den neuen Trainingsplänen habe ich mein Leben komplett umgekrempelt“, verrät der Kärntner, „mehr Sport, bessere Ernährung – binnen sechs Monaten waren 10 Kilo weg. Und die sind auch nicht mehr wiedergekommen. Ein tolles Gefühl – und genau das sollen auch meine Hotelgäste erleben können.“ Aktiv-Camp Kärntner Berglaufcup Sporturlaub in den Nockbergen mit Leistungsdiagnose Termin: Do., 23. Juni–So., 26. Juni Inkludiert sind: • Leistungsdiagnostik von Altis Sportmedizin powered by Humanomed • 2 Tage Berglauf- bzw. MTB-Training (versch. Leistungsgruppen) • Vorträge von Medizinern und Spitzensportlern • 2 oder 3 Nächte im Hütten-Appartement Kirchleitn mit ¾-Pension • Kinderbetreuung während der Trainings- und Saunazeiten • Startplatz beim Nockalmlauf (Kärntner Berglaufcup, als Läufer oder Biker) PREIS: Fr–So (2 Nächte): € 399,–; Do–So (3 Nächte): € 479,– p. P. Info und Buchung: Feriendorf Kirchleitn Tel.: 0 42 40/82 44 E-Mail: reservierung@kirchleitn.com kirchleitn.com FOTOS: Thomas Polzer 20 SPORTaktiv

BODY- CHECK Unser Mann im Test: seine Körperwerte und ihre Aussagekraft Am Beispiel des SPORTaktiv-Tests: Was man bei einer Leistungsdiagnostik alles herauslesen kann. MARCO STÖLLER, 31, aus Neumarkt in der Steiermark ist Hobbyläufer und -triathlet mit Spezialgebiet Trailrun und Langdistanz. Sein Trainingspensum liegt bei 8 bis 10 Stunden pro Woche. Neben Schwimmen, Radfahren und Laufen gehören auch Skitouren, Langlauf und Wandern zu den Hobbys unseres Testkandidaten. Marcos Aktivitäten 2015: Bergläufer in der Staffel beim Social Man Extremtriathlon, Company Triathlon Challenge am Wörthersee und vieles mehr. Marcos Pläne für 2016: Inferno Triathlon Thun, Ötzi Alpin Marathon in Südtirol und andere. Selbstbeurteilung: DAS SAGTE MARCO NACH DEM TEST: „Weil der Test recht kurzfristig angesetzt war, war ich von den vorherigen Trainingseinheiten etwas müde. Am Laufband selbst ist es dann aber ganz gut gegangen – etwas ungewohnt war aber das Laufband, weil ich sonst eigentlich nie im Flachen laufe.“ Berurteilung der Mediziner LAKTATKONZENTRATION ZU TESTBEGINN: „1,41 mmol/l – das liegt im Normbereich, ist individuell verschieden. Der Wert lässt keine Aussage über den Trainingszustand zu, kann aber so interpretiert werden, dass er am Vortag trainiert hat“. Dieser Wert dient Marco auch als Vergleichswert bei einer weiteren Leistungsdiagnose. MAX. HERZFREQUENZ: 199 S/min – „Marcos Puls liegt prinzipiell etwas höher als der statistische Durchschnittswert (220 minus Lebensalter; dieser Wert senkt sich um ~1 Schlag pro Jahr). Das ist weder pathologisch noch lässt sich daraus die Fitness ableiten, da sich auch durch Training nichts an der maximalen HF ändert.“ Zu beachten ist: Bei Leistungstests mit dem Laufband ist der Puls immer etwas höher ist als am Radergometer. HERZFREQUENZ GA1: „Im Pulsbereich von 155–162 S/min befindet sich Marco unterhalb der anaeroben Schwelle, d. h., sein Laktatspiegel steigt nicht bzw. kaum.“ Das Wissen um die persönliche HF dient Sportlern als Orientierung im Training – ein Großteil der Einheiten sollte im GA1 absolviert werden. MAX. SAUERSTOFFAUFNAHME: „Mit 57,6 ml/min/kg hat Marco eine für Hobbysportler hervorragende relative maximale Sauerstoffaufnahme. In Wettkampfform – soll heißen ein paar Kilogramm leichter – verändert sich der Wert nochmals zu Marcos Gunsten.“ Dazu als Vergleich: Profi-Ausdauersportler mit entsprechendem Trainingsumfang liegen bei einem Wert von 70 bis 90 ml/min/kg. MAXIMALLEISTUNG: „Die von Marco erreichten 16,5 km/h sind grundsätzlich nicht sehr schnell. Allerdings wurde Marco beim Test nicht voll ausbelastet, da für ihn als Berg- und Distanzläufer die Maximalleistung nicht wirklich relevant ist. In seinen Disziplinen zählen vor allem Stoffwechsel und Ökonomie.“ Im Vergleich: Weltklasse-Triathleten zum Beispiel schaffen eine Maximalleistung von 24 km/h. EMPFEHLUNG: „Für Marco gilt im Training: Umfang vor Intensität!“ Das heißt, er sollte künftig sein Hauptaugenmerk auf Grundlagentraining mit Herzfrequenzmessgerät legen, um die Sauerstoffaufnahme weiter zu verbessern. FOTOS: Thomas Polzer Nr. 1; Februar / März 2016 21

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