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SPORTaktiv Laufguide 2016

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Dieses Special bringt nochmal auf den Punkt, wieso das Herumtigern – sei es nun auf Asphalt oder im Gelände – einem Jungbrunnen gleichkommt, schlank macht und ein Naturerlebnis ist. Außerdem erklären wir dir mal ganz genau, was dein Laufoutfit – von der Jacke bis zur Socke – so alles können muss.

RUN SPECIAL Auch was

RUN SPECIAL Auch was dann kommt, ist speziell: Wir Läufer müssen auf die Fähre warten! Denn um drüben am Festland weiterlaufen zu können, müssen wir erst einmal einen rund 500 m breiten Meeresarm überqueren. Nach und nach tröpfeln die Läufer bei der Ablegestelle ein, stecken ihre Chips in den Kontrollbalken, um hier die individuelle Zeit vorübergehend zu stoppen. Herausgelaufene Vorsprünge gehen so nicht verloren. Pünktlich nach Fahrplan legt die Autofähre ab. Wer’s nicht rechtzeitig geschafft hat, muss eine halbe Stunde bei der Verpflegungsstation auf die nächste Überfahrt warten. Auf der anderen Seite steckt einer nach dem anderen seinen um den Finger gewickelten Chip wieder in den Zeitnehmungs-Kontrollbalken. Und weiter geht’s. 18 Kilometer und der Rest der in teils giftigen Anstiegen verbauten 653 Höhenmeter warten an diesem Eröffnungstag noch bis ins Ziel. Die Route biegt ins Hinterland ab, die Landschaft wird abwechslungsreicher. Und das Terrain für Binnenland-Eingeborene vertrauter: Feldwege, immer wieder verwinkelte Singletrails durch Wälder, kurze Abschnitte auf Schotterstraßen. Als Belohnung gibt es einen spektakulären Zieleinlauf: Die Etappe endet auf einem langezogenen Steg mitten im Hafen von Kungshamn. Nach 2:39 Stunden laufe ich auf diesem „Boulevard der Sieger“ ein, 21 Minuten hinter dem Tagesschnellsten. Gegenteil: Man scheint am Stein zu kleben. „Wir haben eine spezielle Gummimischung entwickelt und patentieren lassen, die perfekt auf diese Bedingungen angepasst ist“, verrät Tom Nilsson, einer der beiden Geschäftsführer der kleinen, 2001 gegründeten, aber in den letzten Jahren rasch expandierenden Firma. „Wir legen seit sechs Jahren jährlich um 30 Prozent zu, verdoppeln uns also alle drei Jahre.“ Allein im letzten Jahr wuchs der Mitarbeiterstand um sechs auf nunmehr 35 Personen. Neben widerstandsfähigen Arbeits- und modischen Alltagsschuhen hat sich Icebug auf die Produktion von Laufschuhen spezialisiert. Es sind aber nicht die üblichen Massenkonfektionen und All-Condition-Allzweckwaffen, sondern Trailrunning-Modelle, die zu den speziellen Herausforderungen des schwedischen Outbacks passen wie die hier heimischen Elche. Zur rutschfesten Sohle für steiniges und feuchtes Sommerterrain gesellen sich für Läufe auf winterlichen Schneedecken oder über eisige Flächen Schuhe mit kleinen AERO / LEICHT WIE LUFT Michel LANNE Skyrunning Vizeweltmeister julbo.com – Photos : © Jérémy Bernard - Semaphore. RUTSCHFESTE ICEBUG-SCHUHE Am nächsten Tag geht es am frühen Vormittag wieder los. Am Rennkalender: 24 Kilometer, bei denen die Küste und ihre Steinglatzen länger als am Vortag routenprägend bleiben. Über Nacht hat es leicht geregnet. Die Felsen sind teilweise nass und rutschig. An dieser Stelle wird der marketingtechnische Zusatznutzen – neben dem sportlichen Spaß – für die veranstaltende Schuhfirme deutlich. All jene Läufer, die für diese Etappe auf das reichhaltige Testschuhangebot zurückgreifen, spüren den Heimvorteil, den die Icebug-„Bereifung“ auf derartigen Untergrundbedingungen ausspielt: Die Schuhe rutschen nicht. Im Unser Mann fürs Grobe KLAUS HÖFLER ist Wirtschaftsredakteur der Kleinen Zeitung und als Vollblut sportler bei SPORT aktiv „der Mann fürs Grobe“: Diesmal nahm Klaus an der „Icebug Experience“ teil. Nach 74 Kilometern und 6:21 Stunden belegte er 39 Minuten hinter dem Sieger unter 100 Läufern den 11. Platz. Die nächste Icebug-Experience für Nordic Walker und Läufer findet vom 2. bis 4. September 2016 an der Westküste Schwedens statt. Anmeldung und Infos unter icebug.com/icebugx FOTOS: Icebug, Klaus Höfler The world needs your vision 38 SPORTaktiv

Stahlspikes. „Diese Landschaft ist ganzjährig der Spielplatz für unsere Produkte“, verpackt es Nilsson in einen Satz mit Werbeslogan-Qualität. Nilsson selbst ist passionierter Läufer und auch bei dieser zweiten Auflage der „Icebug Experience“ mit dabei. Jeden Tag matche ich mich mit ihm. Jeden Tag weicht seine skandinavische Besonnenheit, die er im Business alltag ausstrahlt, vor dem Start einer fast kindlichen Nervosität. Und jeden Tag spielt er seinen Heimvorteil geschickt aus, frisst meinen auf den ersten Kilometern mühsam aufgebauten Vorsprung in der zweiten Etappenhälfte und kommt ein paar Minuten früher ins Ziel. MAKE EVERY RUN AN ADVENTURE DURCHS STEINIGE KÖNIGREICH Am Ende werden es vier Minuten sein, die Tom in der Gesamtwertung vor mir liegt – zwei davon nimmt er mir auf der Schlussetappe ab: Der Wind hat den Himmel in der Nacht wolkenfrei geblasen. Nachdem am zweiten Tag direkt aus dem Camp gestartet wurde, geht es am letzten Tag mit einem kleinen Boot von Ramsvik über die Bucht hinüber ins Fischerdorf Hunnebostrand. 21 Kilometer und 430 Höhenmeter warten, zu einem großen Teil durch ein Naturreservat, das sich „The Rocks Kingdom“ nennt. Klingt schön. Schön anstrengend. Und es klingt nicht nur so, es sieht abschnittsweise auch aus wie in einem verwunschenen Königreich aus Fels, Stein und barockgrüner Vegetation. Abschnittsweise taucht man in den Wald wie in einen Tunnel aus Ästen und Blättern ein, die Trails sind eng, führen entlang von kleinen Bächen, durch kleine Schluchten und über Forststraßen langsam wieder zurück Richtung Ziel im Camp in Ramsvik. Noch einmal geht es am Ende über offene Hügel, bevor sich die letzten Meter auf der Straße Richtung Ziel flach ausrollen. Knapp sechseinhalb Stunden Nettolaufzeit liegen hinter mir und die prickelnd kalte Meeresbucht vor mir. Ein besseres Regenerationsbad für die geschundenen Laufwerkzeuge gibt es kaum. Endlich ist die Zeit gekommen, die Naturkulisse zu bewundern. Echt jetzt. Nr. 1; Februar / März 2016 39 #SALOMONRUNNING

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