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SPORTaktiv Laufguide 2016

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Dieses Special bringt nochmal auf den Punkt, wieso das Herumtigern – sei es nun auf Asphalt oder im Gelände – einem Jungbrunnen gleichkommt, schlank macht und ein Naturerlebnis ist. Außerdem erklären wir dir mal ganz genau, was dein Laufoutfit – von der Jacke bis zur Socke – so alles können muss.

RUN SPECIAL EIN JAHR

RUN SPECIAL EIN JAHR ARBEIT ... ... für einen Tag Wettkampf. Was Laufveranstalter hinter den Kulissen leisten, was sie nervt und welche „magic moments“ sie erleben – hier antworten acht Organisatoren auf neun Fragen. 1. Ein Laufevent dauert ein, zwei Tage. Aber wann beginnnt so eine Veranstaltung wirklich? Ab wann ist man als Veranstalter voll damit beschäftigt? 2. Wie viele Menschen sind involviert, damit der Lauf über die Bühne gehen kann? 3. Was hat sich im Lauf der Zeit in Sachen Umfang, Aufwand, Bürokratie etc. verändert? 4. Wann sind für Sie als Veranstalter die Anspannung und der Druck am größten? EWALD TRÖBINGER, 55, Event- Manager, organisiert seit 2002 den „Borealis Linz Donau Marathon“. Termin: 3. April 2016 Web: linzmarathon.at 1. Nach dem Marathon ist vor dem Marathon – es geht sofort nach dem aktuellen Rennen weiter: Erstellung von Presse-Clippings, Vorbereitung der Online-Anmeldung für den nächsten Marathon, Team-Nachbesprechungen, Termine bei Behörden, Danke-Feier für die ehrenamtlichen Helfer, Abrechnung der Veranstaltung, Aktualisierung der Werbemittel und Werbeauftritte für den Herbst, Termine mit Partnern und Sponsoren usw. 2. In Linz sind heuer 250 Polizisten, 200 Rotkreuzhelfer, 250 ehrenamtliche Ordner und 200 Strecken-Helfer im Einsatz. 3. Mit der Steigerung der Teilnehmerzahl von 5.600 im Jahr 2002 auf fast 20.000 im Vorjahr hat sich auch der logistische Aufwand vervierfacht! MICHAEL BUCHLEITNER, 46, Veranstalter des „Wings for Life World Runs“ und des WACHAUmarathons. Termine: 8. Mai bzw. 18. Sept. 2016 Web: wachaumarathon.com wingsforlifeworldrun.com 1. Laufevents wie der WACHAUmarathon oder der „Wings for Life“-Run sind Ganzjahresprojekte, die in den drei Monaten vor, während und nach dem Event ihren Schwerpunkt haben, tatsächlich aber das Team 12 Monate lang beschäftigen. 2. In Summe wirken an diesen beiden Großevents von der Startnummernausgabe über Ordnerdienste, Logistik, Verpflegung, Administration, EXPO etc. bis zu 800 Personen mit. 3. Die behördlichen Auflagen nehmen definitiv zu und die Kosten steigen sprunghaft an. Auch die Teilnehmer werden kritischer, was Abwicklung und Service rund um den Event betrifft, der Austausch über die sozialen Medien erfolgt sehr rasch. 4. Unmittelbar vor dem Start, ob wirklich alles plangemäß verläuft. Und nach den Vorkommnissen in der Wachau in den vergangenen zwei Jahren fällt der Druck erst ab, wenn der Letzte gesund im Ziel ist. 5. Und wann lehnt man sich zurück und genießt? Mit dem Startschuss, bei der Siegerehrung? Oder erst, wenn alles abgebaut ist? 6. Das Schöne am Veranstalten eines Laufevents ist ... 7. Und was waren bisher für Sie echte „Magic Moments“? 8. Am nervigsten für einen Veranstalter ist ...? 4. Eigentlich 14 Tage vor dem Event. 5. Mit dem Startschuss ist zwar noch eine gewisse Anspannung da, aber wenn alles rund läuft – und das bekommt man ja sofort mit –, werde ich immer ruhiger. 6. ... das bis jetzt immer positive Feedback der Teilnehmer. Und die vielen lachenden, zufriedenen Gesichter im Ziel. 7. Als wir 2007 mit der Bestzeit von Alexander Kuzin mit 2:07:33 schnellster Marathon Österreichs geworden sind. 8. ... wenn sich Teilnehmer im Vorfeld nicht informieren, dann Stunden vor dem Event am Telefon noch alles erfragen wollen und so die Leitung für Organisatorisches blockieren. 5. Wenn der Abbau beginnt, lässt die Anspannung nach. Man weiß, dass nun nicht mehr jede Sekunde zählt und man sich selbst die eine oder andere ruhigere Phase gönnen kann. 6. ... den Finishern ins Gesicht zu sehen und ihre Freude beim Überqueren der Ziellinie zu beobachten! 7. Es gab viele schöne Momente, bei den Kinderläufen, bei den letzten Finishern in der Wachau über die Marathondistanz. Aber der erste gelungene, globale Start beim Wings for Life World Run wird mir definitiv lange in Erinnerung bleiben. 8. ... wenn Dinge passieren, die man einfach nicht beeinflussen kann und für die es auch kein Back-up-Szenario gibt! 9. Warum sollte man gerade bei Ihrem Event mitlaufen? 9. Weil beim Linz-Marathon Service und Kundenfreundlichkeit an oberster Stelle stehen – denn Herzlichkeit und Professionalität schließen einander nicht aus. 9. Weil wir Laufevents mit Leidenschaft abwickeln und immer die Bedürfnisse der Teilnehmer/-innen im Vordergrund stehen. FOTOS: privat 56 SPORTaktiv

HERBERT EGGER, 53, seit 20 Jahren Veranstalter des Ötscher- Ultramarathons (NÖ). Termin: 4./5. Juni 2016 Web: oetschermarathon.at 1. Auch wenn nach 20 Jahren vieles schon Routine ist, aber so um die acht bis zehn Monate Vorarbeit sind schon notwendig, bis der Ötscher-Ultramarathon steht. 2. Fünfzig, sechzig Leute sind bei uns im Team, die beim Rennen zum Einsatz kommen. 3. In dem Umfang, wie der Ultramarathon gewachsen ist, ist auch der ganze Aufwand für die Veranstaltung gewachsen. Und vor allem die Bürokratie, die es zu erledigen gilt, ist nicht mehr mit den Anfängen zu vergleichen. 4. In den letzten Tagen vor dem Lauf und klarerweise während des Rennens. Das spielt sich im Hochgebirge ab, da ist man immer angespannt und hofft, dass alles unfallfrei abläuft. 5. Wenn am zweiten Tag der letzte Teilnehmer den Gipfel erreicht hat und dann nur mehr ins Tal Richtung Ziel unterwegs ist, geht‘s mir richtig gut. 6. ... einem Sportler zu helfen, seine Ziele zu erreichen, jemandem ein besonderes, unvergessliches Erlebnis zu bescheren – und Hobbyläufer zu Ultramarathons zu motivieren. 7. Zum Beispiel, als wir einmal 10 Minuten vor dem Start der 2. Etappe wegen plötzlichen Schlechtwetters den Countdown abbrechen mussten, auf eine Alternativstrecke ausweichen mussten – und alles perfekt geklappt hat. 9. ... wenn es Wochen vor der Veranstaltung schönes Wetter gibt und dann ein, zwei Tage vor der Veranstaltung auf Schlechtwetter umschlägt. 9. Weil wir eine tolle Strecke in einer besonders schönen Natur haben. Und weil wir auch als Veranstalter so wie die Laufer immer versuchen, alles zu geben. CLAUDIA PRONEGG-UHL, Beruf: Projektentwicklung. Veranstaltet seit 23 Jahren den „WelschLauf“ in der Südsteiermark. Termin: 7. Mai 2016 Web: welschlauf.com 1. Die Organisation eines Laufes in dieser Größe mit vielen Side Events ist eigentlich ein Ganzjahresprojekt. Natürlich, je näher das Veranstaltungsdatum rückt, umso intensiver wird der Zeitaufwand. 2. Der WelschLauf ist ein Non-Profit Unternehmen mit 35 ehrenamtlichen, „liaben“ Menschen im Hauptteam. Mit den freiwilligen Helfern an den 21 Labestationen und den Organisatoren und Helfern bei den WelschiKNAXmarathons sind am Veranstaltungstag über 220 Personen involviert. 3. Da die Läuferanzahl seit Jahren annähernd gleich hoch ist, ändert sich am organisatorischen Aufwand nicht viel. Die Motivation, sich Neuerungen einfallen zu lassen und damit den Lauf attraktiv zu halten, ist bei uns dank eines kreativen Teams nach wie vor sehr hoch. 4. In der Woche vor dem Lauf: Kommen wohl alle Lieferungen zeitgerecht? Und dann von den Starts der einzelnen Rennen bis zum letzten Zieleinlauf: Funktioniert wohl alles? 5. Das große Durchatmen gibt es nach der Siegerehrung! Aufräumen und Abrechnen ist dann schon sehr entspannt. 6. ... das Lachen in den Tausenden Gesichtern jener Menschen, die überglücklich ins Ziel kommen. 7. Die Standing Ovations bei einer Siegerehrung für die Laufbestzeit im Marathon. 8. ... wenn über T-Shirt-Größen und T-Shirt-Design diskutiert wird. Und wenn Läufer bei der Startnummernausgabe ihre Einzahlungsbelege vergessen haben. 9. Weil die Landschaft, das Streckenprofil beim WelschLauf – und überhaupt die Menschen in der Südsteiermark einzigartig sind! ANTON WIPPEL, 51, Zahntechniker; 12 Jahre Rennleiter und seit 2014 auch Veranstalter des 24-h-Laufs von Irdning (St). Termin: 1. Juli 2016 Web: 24h-Lauf.at 1. Eigentlich beginnen wir bereits vor der aktuellen Veranstaltung, uns Gedanken über die nächste zu machen: den Termin festlegen, Verbesserungen und Neuerungen besprechen. Es geht also fast durchgehend bis zum nächsten Startschuss weiter. 2. Wir haben an die 120 ehrenamtliche Mitarbeiter. 3. Der bürokratische Aufwand für Ansuchen und Genehmigungen wird immer mehr, der personelle Aufwand bleibt eigentlich gleich, da unsere Mitarbeiter immer selbstständiger und professioneller arbeiten. So kompensieren wir auch den erhöhten Aufwand. 4. Wenn es unerwartete Vorfälle gibt, bei denen es um das Wohl und die Gesundheit der Teilnehmer und Zuschauer geht. 5. Beim 24-Stunden-Lauf in Irdning genießt man erst richtig nach der Siegerehrung! 6. ... als erstes Feedback ein Lob von den Teilnehmern zu bekommen. Wie zum Beispiel: „Danke, das war endlich wieder ein Lauf für Läufer ...“ 7. Die Siegerehrung der Kids und Teenis-Staffeln, die strahlenden Gesichter auf der großen Bühne! Oder wenn wir es, wie im letzten Jahr, schaffen, auch bei Temperaturen jenseits der 30 Grad für genügend Abkühlung der Läufer zu sorgen. 8. Da fällt mir eigentlich nichts ein – nach so vielen Jahren im Veranstaltergeschäft kann einen kaum noch was nerven. 9. Klar, ein Marathon ist schon eine harte Prüfung für Hobbyläufer. Aber beim 12- oder 24-Stunden-Lauf kann man unter bester Betreuung seine wahren Grenzen ausloten! Nr. 1; Februar / März 2016 57

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