Aufrufe
vor 11 Monaten

SPORTaktiv Magazin April 2017

  • Text
  • Wandern
  • Outdoor
  • Fit
  • Laufen
  • Biken
  • Aktivsport
  • Sportaktiv
  • Magazin

OUTDOOR Rätselrasten im

OUTDOOR Rätselrasten im 3-D-Modus. Ob die Lösung richtig ist, verrät dir der eigene Körper. Das ist Bouldern. Am Boden wird nach einer Route im Fels gesucht, auf der dann geklettert wird. War die Lösung falsch – kein Problem. Sprung zu Boden auf ein Crashpad aus dickem Schaumstoff und das Rätselraten beginnt von Neuem. „Bouldern bedeutet Freiheit, Natur, Kraft, sich spüren“, sagt Kletterlehrer Jakob Wurm von den Naturfreunden. „Und das ganze natürlich gewürzt mit einem Schuss Coolness.“ Denn Bouldern ist mehr als nur Klettern, es ist ein Lebensgefühl. Es geht (meistens) nicht um sportliche Höchstleistungen, nicht um schneller, höher, stärker. „Man geht erst einmal gemütlich zum Felsen, chillt ein bisschen, wärmt sich auf und legt erst dann los“, erzählt Wurm. Entschleunigung in stressigen Zeiten, raus aus dem Trubel der Großstadt, das suchen Boulderer. Und das Gemeinschaftsgefühl. Während man am Fels zu zweit klettert und dabei meist weit auseinander ist, weil einer in der Wand steht und der andere unten sichert, kann man beim Bouldern in Gruppen nach einer Lösung suchen und sie gemeinsam ausprobieren. FOTOS: xxx TEXT: K laus Molidor 104 SPORTaktiv

Freiheit am Fels LEBENSGEFÜHL BOULDERN. Klettern statt Karriere, Natur statt Großstadt, Ruhe statt Trubel. Wir haben uns auf die Suche nach dem Spirit beim Bouldern gemacht. FOTO: Naturfreunde Österreich „Man kann natürlich auch am Fels alleine bouldern, aber in der Gruppe macht es einfach mehr Spaß“, befindet Wurm und ist schnell bei einem feurigen Plädoyer für das Klettern in Absprunghöhe. „Du bist zu 100 Prozent fokussiert auf das, was du gerade tust. An einer schwierigen Stelle kannst du es dir nicht leisten, auch nur einen Moment an etwas anderes zu denken. Du bist eins mit dir und mit der Umgebung. Die Zeit scheint stillzustehen. Solche Flow-Erlebnisse machen süchtig.“ Eine Sucht, die zur Folge hat, dass sich Boulderer mitunter Jobs suchen, die ihnen genug Zeit und Freiraum für ihr Hobby geben. Große Karriere und Definition über den Job? Das brauchen viele Boulderer nicht. „Weil dieser Sport eine individuelle Ausdrucksform ist und auch Identität stiftet“, sagt Wurm. Es gibt aber auch durchaus strukturierte Workaholics, die sich an Nachmittagen und Wochenenden Zeit fürs Bouldern aus ihren prallen Terminkalendern schneiden. „Insgesamt ist es sicher ein Lebensstil, bei dem persönliches Glück und das Erleben möglichst vieler schöner und intensiver Momente als Lebensmaxime im Mittelpunkt stehen“, philosophiert Wurm. Nr. 1; April / Mai 2017 105

Magazin

SPORTaktiv April 2016
SPORTaktiv 1 2016
SPORTaktiv Bikeguide 2016
SPORTaktiv Laufguide 2016
SPORTaktiv Winterguide 2015