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SPORTaktiv Magazin April 2017

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LAUFEVENTS Der

LAUFEVENTS Der Startschuss ist gleich ein Knaller: Mit dem Linz Marathon und dem Vienna City Marathon steigen im April in nur 15 Tagen die beiden größten Lauf- Events des Landes. Also gleich in der ersten Saisonphase. Der Vienna City Marathon lockte im Vorjahr 42.000 Starter an – mehr als je zuvor. Und Linz knackte 2016 erstmals die 20.000er- Schallmauer. Doch längst sind es nicht mehr nur die großen Straßenläufe, die um Teilnehmer buhlen: Vor allem Trailund Fun-Läufe erfreuen sich stets wachsender Beliebtheit. Und dazwischen gibt es auch noch die vielen kleinen Dorfläufe landauf, landab. Zum Start der Hochsaison der Laufevents wollen wir einmal einen Blick auf die Szene werfen – denn da stellen sich schon ein paar interessante Fragen: Wie entwickelt sich die heimische Lauf-Eventszene, was wünschen sich Wettkampfläufer – oder wie halten sich die Kleinen zwischen den boomenden Großen über Wasser? Ein analytischer Rundblick über Österreichs Laufeventszene sozusagen – von der Straße bis zum Gipfel, vom Einsteigerlauf bis zum 110-Kilometer-Bewerb für die ganz Harten. DIE GROSSEN DER STATUS QUO Beginnen wir einmal bei den klassischen Straßenmarathons: Wien und Linz sind also die Riesen in der Szene. Mit einigem Abstand gehören in Österreich auch noch die Marathons in Salzburg (7. Mai), der Wachau (17. September) und Graz (8. Oktober) zu den Großen. Und – ohne klassische Marathondistanz, aber mit eigenem Flair – „Kärnten Läuft“ (18.-20. August) mit dem Halbmarathon am Wörthersee als Highlight. „Die Leute wollen etwas erleben, sie wollen Abwechslung und einen Marathon auch mit Kultur verbinden.“ ANTON WIPPEL, ORGANISATOR- „URGESTEIN“ UNTERSCHIEDLICHSTER LAUFFORMATE Stichwort „ganzer“ und „halber“ Marathon: Bei allem Jubel über Rekordstarterfelder ist es kein Geheimnis, dass die Zahl der Startenden über die klassischen Marathondistanz sinkt. Der Vienna City Marathon etwa hatte bereits im Jahr 2001 seinen Höhepunkt über die 42,195 Kilometer. In der Ergebnisliste von damals findet man auch Anton Wippel, selbst seit vielen Jahren Läufer – und seit fast ebenso langer Zeit Veranstalter einer breiten Palette von Laufevents – etwa dem Graz-Halbmarathon, dem 24-Stundenlauf in Irdning oder dem Snow-Run Planai. „2001 sind in Wien alleine in meiner Klasse M35 1.800 Marathonläufer ins Ziel gekommen“, er- innert er sich. Ingesamt durften sich damals 9.215 Damen und Herren als Marathon-Finisher bezeichnen. 2016 waren es 6.501. Lange Zeit aufgefangen wurde das Minus des Ganzen mit einem Plus beim Halbmarathon. Waren bei der Erstauflage in Wien 1997 gerade einmal 2.052 im Ziel, so haben im Vorjahr 13.316 den „Halben“ erfolgreich absolviert. Doch auch da wurde in Wien der absolute Höhepunkt – im Jahr 2013 – überschritten. Zuwächse passierten in jüngsten Jahren also bei den noch kürzeren Distanzen. Anton Wippel sieht mehrere Gründe für diese Entwicklungen: „Für viele war es in der Vergangenheit ein Ziel, einmal im Leben einen Marathon zu laufen. Wer das schon erreicht hat, wechselt dann zu den kürzeren Distanzen.“ Den Events gehe der Nachwuchs nicht aus, betont Wippel auch: „Laufen wird sogar immer jünger, aber die klassische Marathondistanz ist für die neue Generation nicht mehr so attraktiv.“ Das erfahre er in der Praxis bei seinem Heimatverein ATV Irdning und als Vizepräsident der steirischen Leichtathletik-Verbands. Einen Erklärungsansatz, warum das so ist, hat Wippel auch: „Der Druck im Berufsleben ist enorm gestiegen. Nach einem harten und stressigen Tag im Büro überwindest du dich nicht so leicht zu einem strukturierten und zeitaufwändigen Marathontraining.“ Die Vorbereitung auf einen Halb- oder Viertelmarathon lasse sich eben viel leichter bewerkstelligen. Der Klassiker im Frühjahr: Rund 40.000 Teilnehmer laufen beim Vienna City Marathon über die Reichsbrücke. DIE ZUKUNFT Warum aber geht es bei den international bekannten Marathons dennoch immer weiter nach oben? „Die ganz Großen wie Berlin, London, Paris, New York sind Selbstläufer. Ab einer gewissen Größe ist das einfach so.“ Aus seiner Erfahrung gibt er den Stadtläufen aber auch etwas mit auf den Weg. „Es reicht nicht, immer das Gleiche zu machen. Die Leute wollen etwas erleben, sie wollen Abwechslung und einen Marathon auch mit Kultur verbinden.“ Dafür dürfe man sich nicht nur an die lokale Community richten, sondern müsse versuchen, Starter von außerhalb anzuziehen, „die eine Reise zum Marathon auch gleich mit einem Urlaub verbinden.“ FOTOS: Stadtlauf Frohnleiten, Vienna City Marathon 42 SPORTaktiv

Familienfreundlichkeit und Kinderläufe ziehen Teilnehmer an. So wie hier in Frohnleiten. DIE KLEINEN WO HERZBLUT ZÄHLT Wie aber können sich heute kleinere Läufe in der Fülle von Veranstaltungen durchsetzen? „Oft weiß man gar nicht, warum der eine Lauf funktioniert und der andere nicht“, meint Wippel. „Was sicher hilft, sind Alleinstellungsmerkmale: Eine besondere Strecke, ein Abendlauf, ein spezielles Rahmenprogramm. Vor allem aber merkst du, ob ein Verein dahinter steckt, bei dem die Mitglieder mit Herzblut bei der Sache sind.“ Ein Beispiel dafür ist der Stadtlauf in Frohnleiten, einer Kleinstadt nördlich von Graz. Zum 15. Mal geht die Veranstaltung heuer am 24. Juni über die Bühne. „Alle im OK-Team sind Läufer“, erklärt Martin Teibinger, der im Tourismusbüro der Stadt arbeitet und ebenfalls an der Organisation des Laufs beteiligt ist. Neben den Distanzen für Erwachsene über 9,6 bzw. 4,8 Kilometer gibt es auch eine große Zahl an Kinderläufen. „Und jedes Kind bekommt einen Pokal. Es gibt für die Kleinen nichts Schöneres“, sagt Teibinger. Dadurch werde der Lauf für die ganze Familie attraktiv. „Wichtig ist aber auch das Rahmenprogramm, bei dem wir uns jedes Jahr etwas Neues, Originelles einfallen lassen.“ Heuer gibt es Gratis-Massagen auch für Zuschauer. Eine Rolle spielt aber auch die Lage. „Du musst gut erreichbar sein, nicht weit von der Autobahn entfernt und ausreichend Parkplätze haben. Damit vergrößert sich das Einzugsgebiet erheblich“, sagt Teibinger. Alles Punkte, die der Stadtlauf erfüllt und daher seit vielen Jahren stabil bei rund 20. Wachau MARATHON 17. September 2017 Jetzt registrieren unter www.wachaumarathon.com VIERTELMARATHON UND TEAMMARATHON START 9:30 ACHLEITEN HALBMARATHON UND NORDIC WALKING HM START 10:00 SPITZ MARATHON UND STAFFELMARATHON START 10:00 EMMERSDORF Nr. 2; April / Mai 2017 43

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