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SPORTaktiv Magazin April 2017

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AUFSTEIGER BIKE WAS KANN

AUFSTEIGER BIKE WAS KANN DIE ... BIKE CITIZENS APP? ODER TEST APP-STURZ BEWERTUNG BIKE CITIZENS APP (5 Sterne Maximum) DESIGN: HHHH BENUTZERFREUNDLICHKEIT: HHHH NEUHEIT: HHHH NETZWERK: HHH PREIS: HHH (H) TÄGLICH ERSCHEINEN NEUE SPORT- APPS für Smartphones. Fitnessprogramme verschmelzen mit Social Media. Aber wer braucht’s und was taugen diese Tools? SPORTaktiv-Redakteur WOLF­ GANG KÜHNELT bringt mit unverblümten Tests Licht ins Dunkel. Diesmal geht es um die Frage: Was macht das Handy auf dem Rad? Eine Erfindung von Grazer Fahrradboten sorgt weltweit für neugierige Blicke. Und zwar aufs Smartphone-Display. Die Bike Citizens APP (www.bikecitizens.net) ist ein urbanes Navi für Radler. Was daran speziell sein soll? Die APP zeigt nicht die herkömmlichen Verkehrswege, die man vom Auto her kennt, sie ist gezielt für die Bedürfnisse von Radfahrern erstellt worden. Je nach Geschwindigkeit, Fahrradtyp und eigenen Vorlieben kann man eine Route wählen, die Straßen inkludiert, oder eine Strecke, die ohne PKW und Laster auskommt. Muss man in einer Fußgängerzone schieben, zeigt die APP auch das an. Die Daten wurden primär von Radboten geliefert, die Community arbeitet nach wie vor an der Entwicklung mit. Auch der einzelne User kann seine Daten (auf Wunsch in anonymisierter Form) zur Verfügung stellen. Die APP kann aber noch mehr: Es gibt Vorschläge für Radtouren, eine „Heatmap“, die eigene Aktivitäten visualisiert und vor allem: Die Navi-Funktion läuft auch ohne aktiven Internetzugang, was besonders im Ausland praktisch ist. Mit der Export-Funktion kann man online eine Route planen, an die APP senden und später abrufen. DATEN FÜR 400 STÄDTE WELTWEIT Der Erfolg kann sich sehen lassen. Die Bike Citizens APP ist bereits für mehr als 400 Städte in Europa, den USA und Australien verfügbar. Ein Datenpaket für eine Stadt kostet in der Regel € 4,99, alle Städte gemeinsam sind um € 19,99 verfügbar. Eine andere Möglichkeit zur Nutzung ist die Pro-Version, die um monatlich € 4,99 erhältlich ist. Wiener und Grazer haben es gut: Die APP steht für diese Städte dank der Unterstützung der öffentlichen Hand kostenlos zur Verfügung. Gut 430.000 Downloads, bisher vor allem im deutschsprachigen Raum, sprechen eine deutliche Sprache. Ist es aber nicht gefährlich oder gar verboten, mit dem Smartphone in der Hand durch die Stadt zu radeln? Die Bike Citizens haben auch daran gedacht und mit „Finn“ eine Halterung entwickelt, die schon über 400.000 mal in 90 Ländern verkauft wurde. Im Preis von € 15,– ist ein Gratisdownload inkludiert. SCHLEICHWEGE ENTDECKEN Die Halterung ist leicht montiert und hält gut. Wilde Bergabfahrten würde ich damit allerdings vorsichtshalber nicht machen. Das Handy wird fixiert, die APP gestartet und los geht’s. Die Streckenführung der APP vom Büro nach Hause ist an sich nicht überraschend, manche Schleichwege sind aber selbst für erfahrene City-Biker erhellend. Außerdem ist der eingebaute Radcomputer mit Geschwindigkeitsanzeige ein nettes Extra. Ergebnis: 16,5 km/h quer durch die Stadt und eine bisher nicht gekannte Abkürzung, die mir sicher einige Minuten bringt. Der Test beweist: Dieses Tool ist cool! Verwandt mit der urbanen APP ist übrigens der BikeNaturGuide. Er ist für alle österreichischen Bundesländer in den Stores zu finden, Steiermark und Vorarlberg sind kostenlos downloadbar. Und da wird es sogar für Läufer interessant: Denn mit der App kann man nicht nur neue Touren, sondern in der Einstellung „gemütlich“ auch interessante neue Laufrunden zusammenstellen. FOTOS: Wolfgang Kühnelt, istock 70 SPORTaktiv

TEST FUTURE SHOCK STATT ZERTZ ... Vor 13 Jahren brachte Specialized das erste „Roubaix“ auf den Markt, das die Kategorie der komfortableren Endurance-Rennräder mitbegründete. Die aktuelle Version wurde komplett überarbeitet und besitzt ein neues, zusammen mit McLaren entwickeltes Front-Federelement. Unser Bikeexperte Wolfgang Preß hat das neue „Roubaix“ getestet. ANZEIGE / FOTOS: Specialized, Wolfgang Preß Das Rennen Paris-Roubaix gehört zu den Klassikern des Profikalenders, nicht zuletzt wegen seiner Kopfsteinpflasterpassagen, die von Mensch und Maschine immer wieder ihren Tribut fordern. Das Specialized „Roubaix“ konnte insgesamt fünfmal seit 2004 seine Fahrer zum Sieg in das Velodrom von Roubaix tragen – wohl auch ein Verdienst der von Specialized „Zertz“ genannten Silikon-Dämfungs-Einsätze in Gabel und Sitzstrebe. In dieser Saison haben die Radbauer aus Kalifornien das „Roubaix“ komplett überarbeitet und die „Zertz“-Einsätze weggelassen. Dafür kommt nun ein Federelement im Steuerkopf zum Einsatz, das zusammen mit den Formel-1-Ingenieuren von McLaren entwickelt wurde. Im Heck gibt’s nun eine tiefer gelegte Karbon-Sattelstütze, die sich im Sattelrohr bewegen kann, und so ein wenig dämpfen soll. DEUTLICHER KOMFORTGEWINN Auf der Straße fährt sich das neue Roubaix nun noch komfortabler. Obwohl das „Future Shock“ genannte Dämpfungselement nur 20 Millimeter Federweg hat, verbessert es den Fahrkomfort auf schlechten Untergründen merklich. Ich war damit testweise auf der wahrscheinlich schlechtesten Teerstraße Deutschlands unterwegs, einer nur wenige hundert Meter langen Feld-Zufahrt in der Nähe des Starnberger Sees in Oberbayern: grober Asphalt, dutzende Male geflickt, mit etlichen Schlaglöchern ... Es war wirklich erstaunlich, wie effektiv das „Roubaix“ die Rumpelroute glattbügelte, auch bei hohem Tempo. Und da die Federelemente direkt unterm Lenker verbaut sind, bleibt das Rad selbst im Wiegetritt stabil und zeigt keinen Flex. Auch die neue Konstruktion des Hecks dämpft spürbar. Rennrad-Ästethen wie ich verzichten allerdings gern auf die „SWAT TM “ genannte Werkzeug-Box unten im Rahmen: Diverse Spaziergänger haben das „Roubaix“ deswegen für ein E-Bike gehalten. Das passiert mit der guten alten Satteltasche nicht – und schicker ist sie obendrein. Aber mehr gibt’s am „Roubaix“ wirklich nicht zu meckern; zudem lässt sich die Box auch problemlos ausbauen ... Specialized Roubaix Expert RAHMEN, GABEL: Fact 10r Carbon, Endurance Geometry, Gewicht: 1.395 g (inkl. Feder-Element) LAUFRÄDER: DT Swiss R470 Disc Pro, Steckachsen REIFEN: Specialized Turbo Pro Protection, 26 mm (v, h) SCHALTUNG: Shimano Ultegra, 11-Gang ANTRIEB: Shimano Ultegra, 50/34 v, 11–32 h BREMSEN: Shimano Ultegra Disc, hydraulische Scheibenbremsen SATTEL: Specialized Phenom Expert GT PREIS: € 3.999,– www.specialized.com DÄMPFUNG: Future Shock Front, 20 mm Nr. 2; April / Mai 2017 71

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