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SPORTaktiv Magazin Februar 2017

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OUTDOOR AB INS

OUTDOOR AB INS HINTERLAND Die Welt wird immer vernetzter. Autos fahren bald autonom, WLAN gibt es schon in den Skigondeln und auf Uhren gehen Nachrichten und Börsenkurse ein. Kein Wunder eigentlich, dass es da auch einen gegenläufigen Trend gibt: zurück zur Natur, zur Einsamkeit, zum Durchschnaufen abseits des Mainstreams. Und da lautet ein Schlagwort dieses Winters „Backcountry Skiing“. Heißt: Nordische Skisportler zieht es ins Hinterland. Was in Skandinavien schon längst eine große Anhängerschaft hat, kommt jetzt – langsam – auch in unseren Breiten in Schwung. Möglich machen das die speziellen Backcountry-Ski. „In Gebieten rund um die Städte und im Flachland verkaufen wir die meisten dieser Ausrüstungen“, sagt Christian Simonlehner vom Langlauf-Spezialisten „Ski-Willy“ im steirischen Ramsau am Dachstein. „Und da vor allem an Leute, denen es nicht um Bestzeiten oder ums Sich-Auspowern geht. Vielmehr darum, auf den Skiern durch die Winterlandschaft zu wandern.“ KEIN NORDIC CRUISER Ab einer Schneehöhe von acht, neun Zentimetern funktioniert das Langlaufen abseits der Loipe. „Es ist ein bisschen wie Skitourengehen im flacheren Gelände“, sagt Simonlehner. „Die breiteren Ski geben Auftrieb und dadurch sinkst du nicht so weit ein. Außerdem sind Backcountry-Ski robuster gebaut. Ein normaler Klassik-Langlaufski würde bei solchen Einsätzen schnell einmal brechen.“ Falls das nun jemand vermuten sollte: Ein Aufguss der „Nordic Cruiser“, die vor rund zehn Jahren aufkamen, sind die neuen Geräte nicht. Sie sind kürzer „und zum Langlauf-Wandern in der Loipe gedacht“, sagt Simonlehner. Die Cruiser gibt es zwar weiterhin – richtig durchgesetzt hat sich diese Langlauf-Version allerdings nicht. WEICHE SOHLEN, HARTE KANTEN Doch zurück zu den Backcountry- Skiern: Auch wenn in den klassischen Langlauf-Destinationen Backcountry-Läufer noch die Ausnahme sind, so hat doch jeder namhafte Hersteller in diesem Winter diese Modelle im Programm. Und natürlich auch die passenden Schuhe. Die sind wegen des Tiefschnees höher geschnitten. Einfach einen Skating-Stiefel kann man nicht verwenden. „Die Sohlen der Skatingschuhen sind zu steif zum klassi- TEXT: Klaus Molidor 164 SPORTaktiv

Sie machen Burpees, Lunges und Push-ups. Gerade unter jungen Aktivsportlern und vor allem bei jenen, die auf die Funktionalität ihres Trainings Wert legen, geht der Trend vermehrt in Richtung „Bodyweight Work-out“. Dabei handelt es sich, profan gesagt, um Eigengewichtsübungen, für die nichts weiter erforderlich ist als das Wissen um deren korrekte Ausführung und natürlich die entsprechende Motivation. Neu ist das Ganze eigentlich nicht, aber trotzdem voll im Trend, schen Schritt“, weil höchst erklärt effektiv Simonlehner. – auch oder Backcountry-Schuhe gerade für Ausdauersportler sind weicher aller Altersklassen. und haben auch eine Gummisohle, damit Anhänger man im von Gelände Bodyweight-Workouts wenn sind man von die den Ski Vorteilen einmal gegenüber abschnal- gehen kann, Trainingsvarianten len muss. mit aufwendigen Ausdauer- und Kraftmaschinen überzeugt. Eines der wichtigsten Argumente ist ihre nicht zu leugnende Flexibilität – Eigengewichtsübungen kann man jederzeit und überall ohne Equipment durchführen. Ganz nach dem Motto: Egal, wohin ich gehe – meinen Körper hab’ ich immer dabei. Auch Fitnessstudio-Öffnungszeiten Der oder Experte Schlechtwetter sind bei dieser CHRISTIAN Art, sich SIMONLEHNER fit zu halten, arbeitet seit kommt 25 Jahren vor beim allem Langlauf- Eltern, beruf- kein Thema. „Das lich Experten Gestressten „Ski-Willy“ in und Ramsau Vielreisenden am Dachstein (St) und ist dort auch als entgegen“, Chef-Einkäufer erklärt tätig. Lunden Souza, Personal Coach, Fitnessexpertin und Testimonial WEB: www.ski-willy.at für „Runtastic Results“. Ihre Kompetenz beweist die sympatische Amerikanerin u. a. wöchentlich in ihren Videos am Runtastic-Fitness-Channel auf YouTube (youtube. com/user/runtasticFitness). AUCH DIE NORDISCHEN trauen sich diesen Winter ins Gelände und entdecken das Naturerlebnis abseits der Massen und Loipen: „Backcountry“ heißt der Trend auf speziellen Langlaufskiern. Bei dieser „sanften Version des Skitourengehens“ kann man durchaus auch leichtere Hänge abfahren, Stahlkanten machen es möglich. „Aber wenn es steiler wird, muss man schon Telemarken können“, zeigt Simonlehner die Grenzen auf. Damit es bergauf ohne Rutschen geht, gibt es drei Versionen: den Wachsski, den man in der Steigzone anders präpariert als in der Gleitzone, den Schuppen- und den Fell-Ski. Letzterer erinnert ebenfalls ans Tourengehen. „Die Felle nimmt man runter, wenn es eben wird oder bergab geht“, erklärt Simonlehner – der den jungen Skiern durchaus Potenzial einräumt: „In unseren Breiten wird sicher die Variante mit Fell die beliebteste werden – weil das Tüfteln beim Wachs wegfällt und der Ski trotzdem viel Halt bietet.“ Materialcheck Das zeichnet den nordischen Backcountry-Ski aus: BREITE: Um im Schnee nicht zu tief einzusinken, sind die Backcountry Ski breiter als die normalen Klassik-Ski. Nachteil: Sie passen dadurch nicht in die Loipe. Wer sich also für so einen Ski entscheidet, kann nur im Gelände laufen. ROBUSTHEIT: Bei der Produktion wird mehr Holz verwendet, um die Ski robuster zu machen, damit sie im freien Gelände nicht brechen. KANTEN: Stahlkanten ermöglichen bessere Steuerung in der Abfahrt und verleihen dem Ski zusätzlich Stabilität. LÄNGE: Grob gesagt liegt der Backcountry Ski längenmäßig zwischen Skating- und Klassik-Ski. Die tatsächliche Länge richtet sich nach dem Gewicht des Läufers. FOTOS: istock, Ski Willy, Salomon Snowspace 9 Siam Skin KEINE ZEIT? KEINE AUSREDE! Dass man sich beim Training mit dem Körpergewicht meist auf knackige, kurze Workouts konzentriert, ist zwar kein Muss, wird in der Praxis aber meist aus zweierlei Gründen so gehandhabt. Zum einen wirkt es sich positiv auf das Zeitmanagement gestresster Hobbysportler aus. Andererseits wird durch relativ kurze Pausen zwischen den einzelnen Übungen der „Verbrennungsmotor“, das Herz-Kreislauf-System, in Schwung gehalten, und so (ähn Nr. 1; Februar / März 2017 165

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