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SPORTaktiv Magazin Februar 2017

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OUTDOOR FOTOS: xxx TEXT:

OUTDOOR FOTOS: xxx TEXT: Klaus Höfler 178 SPORTaktiv

LIVE DABEI SERIE Besuch in der Eiszeit IN OSTTIROL STEHT ÖSTERREICHS GRÖSSTER EISKLETTERPARK. Vom Anfänger bis zum Profi finden dort alle beste Bedingungen für ihren Kampf gegen die Schwerkraft vor. Unser „Mann fürs Grobe“ Klaus Höfler hat das Eisklettern ausprobiert – und stieß bei seiner Premierenerfahrung an so manche persönliche Grenze. FOTOS: Eisfestival/Riepler So fühlt es sich also an, wenn einen die Kraft verlässt. Nicht gut! Unter einem gähnt der Abgrund. Über einem grinst eine steile – scheinbar unüberwindbare – Geländestufe. Gar nicht gut! Und die Finger, Unter- und Oberarme verlieren zusehends an Spannung, werden zittrig, leer. Nicht der beste Zeitpunkt, um schlappzumachen. Eisklettern führt einen an die Grenzen. Umweg- und schonungslos. Auch das macht die Faszination dieses Sports aus. Selbst wenn man in nur vier Metern Höhe als Anfänger in einer mäßig steilen Eiswand klebt. Was von unten betrachtet harmlos und schaffbar erscheint, wird oben plötzlich zur echten Herausforderung. Man findet die Tritte nicht mehr, und das Vertrauen in die „Bissfestigkeit“ von Pickel und Steigeisen muss auch erst wachsen. Noch dazu, wenn das Eis jetzt ausgerechnet dort ausbricht, wo man die Stahlzacken hineinrammen wollte. Ein hilfloser Blick nach unten. Aber statt eines erlösenden Zeichens zum Abseilen, hört man Anfeuerungen: „Geht scho‘! Beißen!“ Matthias Wurzer kennt kein Erbarmen. Der Bergführer aus Kals am Großglockner weiß, dass das noch nicht das Ende ist. Er kennt das Eis. Er hat es selbst „gebaut“ – zumindest der Natur und Physik nachgeholfen, dass hier eine beeindruckende Eiswand entstanden ist. INSPIRATION AUS KANADA Wir befinden uns in Osttirol, im Tauerntal, dreißig Autominuten nördlich von Lienz. Am hinteren Talschluss, wo der Tauernbach in den Gschlössbach mündet. An der schroff abfallenden Geländekante wurde nach einer Idee von Matthias „Matze“ Wurzer und seinem Bergführer-Kollegen Vittorio „Vitto“ Messini Österreichs größter Eisklettergarten in die Winterlandschaft gezaubert. „‚Eismachen‘ klingt einfach“, sagt Wurzer. Doch das Gegenteil sei der Fall. So wurden im Eispark unter anderem 750 Meter Rohrleitung samt Begleitheizung verlegt, die die beiden Sektionen des Parks mit Wasser versorgen. Es gefriert zu mächtigen Säulen, Wänden, Stufen, Abdachungen – und ergibt so einen Spielplatz der Extraklasse für Eisfreaks. Die Inspiration dazu holten sich die beiden in Kanada. „Dort haben wir gesehen, was möglich ist“, erinnern sie sich an den ersten Besuch in einem ka- Nr. 1; Februar / März 2017 179

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