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SPORTaktiv Magazin Februar 2017

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RUN SPECIAL Die Suche

RUN SPECIAL Die Suche nach dem idealen Coach 50 SPORTaktiv

App oder Pulsuhr? Trainingsplan aus dem Internet oder ein Trainer aus Fleisch und Blut? Oder doch ganz einfach aufs Bauchgefühl vertrauen? Viele Hobbyläufer fragen sich, wer oder was ihr idealer Coach und Motivator ist. SPORTaktiv-Redakteur Klaus Molidor hat auf dem Weg vom Einsteiger zum Marathonläufer alle gängigen Trainingshelfer durchprobiert – und macht sich rückblickend auf die Spur ihrer jeweiligen Vor- und Nachteile. TEXT: Klaus Molidor FOTOS: ASICS, istock Am Anfang war der Bauch – als äußeres Zeichen, dass sich an der inneren Einstellung etwas ändern muss. Also: Laufen. Und wenn er schon den Ausschlag gibt, dann laufen wir auch aus dem Bauch heraus. Nach den ersten Sünden wie falschen Schuhen und zu hohem Tempo bekam ich recht schnell ins Gefühl, was Körper und Seele gut tut. Weniger ist am Anfang meist mehr und Langsam das neue Schnell. So stellte sich bald ein Wohlbefinden ein und der innere Schweinehund musste nicht mehr angebrüllt werden, sondern trollte sich von alleine ins hinterste Gedankenwinkerl. Zum Einsteigen war das Laufen aus dem Bauch heraus für mich also ideal. Kein Stress mit Zeiten, Herzfrequenzen, Kilometerleistungen. Dafür ein Gefühl, dass am Ende der Laufrunde besser war als davor. „Dagegen spricht auch gar nichts, wenn es eben nur um dieses Gefühl geht“, sagt Mag. Kurt Steinbauer, ehemaliger Leichtathlet und Sportwissenschafter. Was man aber auf alle Fälle tun sollte: Einmal im Jahr zur Gesundenuntersuchung, um ein Belastungs-EKG und ein Herz ultraschall machen zu lassen. „Mit zunehmendem Alter verkalken die Gefäße. Wenn man dann rasch viel Sauerstoff braucht, kann das gefährlich werden.“ Läufern ab 40 rät Steinbauer jährlich dazu – auch, wenn sie keinen Marathon als Ziel haben. „Ganz im Gegenteil. Wer nur fünf Kilometer läuft, tut das viel eher am letzten Zacken.“ DEM HERZSCHLAG NACHSPÜREN Irgendwann, wenn das Laufen schon mehr Bedürfnis als Bedingung ist, kommt dann aber die Lust auf mehr. Oder besser weniger. Denn der Umfang der Leibesmitte hat sich bei mir lange nicht verändert. Also Puls uhr angelegt, Daumen mal Pi die Zone für die optimale Fettverbrennung errechnet und schwupp – musste das Tempo wieder runter. Ich unterlag damals dem Irrtum, dass der „Fettstoffwechselbereich“ besser dem Bauchfett zu Leibe rücken würde – in Wahrheit profitierte ich von der Uhr dann anderweitig: Plötzlich kam Planung ins Spiel, ein Ziel und die Erkenntnis: „Bergauf sind Mütter mit Kinderwägen schneller als ich.“ Ein weiterer Vorteil der Puls uhr versöhnte mich rasch mit dieser Erkenntnis: Ich bekam meine zuvor bloß gespürten Fortschritte objektiviert. Nach ein paar Einheiten wuchs der Zeitraum, in denen der Puls bei gleichem Tempo in der Zielzone blieb, deutlich an. So etwas motiviert. Wenn der Weg das Ziel ist, das gesteigerte Wohlbefinden und das Naturerlebnisganz oben stehen, wirkt die Puls uhr als Katalysator für die Lauflust. Wer seine echten Schwellenwerte nicht kennt, für den sind die Herzfrequenz werte aber nur ein Anhaltspunkt. „Die Formel 220 minus Lebensalter ist ein reiner statistischer Wert und passt nicht automatisch auf jeden Läufer“, sagt Kurt Steinbauer. Demnach dürfte ich aktuell nur noch einen Maximalpuls von 179 haben, tatsächlich pumpert das Herzerl aber oft noch 200 Mal in der Minute. ERSTER WETTKAMPF, ERSTE APP Unter Volllast versteht sich, wie das bei einem Wettkampf der Fall ist. Denn mit steigender Laufleistung tauchte irgendwann einmal die Frage im Hinterkopf auf: Warum sich nicht einmal mit anderen messen? Wenn man sich dann im werten Läuferkollegenkreis gegenseitig ein wenig Nr. 1; Feburar / März 2017 51

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