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SPORTaktiv Magazin Februar 2017

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RUN SPECIAL ANDREA HUSER

RUN SPECIAL ANDREA HUSER ÜBER ... SPASS DIESE FRAU IST DIE HÄRTE. Ihren Titel als Mountainbike-Europameisterin ließ sie links liegen, um stattdessen der Reihe nach in anderen Sportarten in die Weltspitze vorzustoßen. Niemand konnte Andrea Huser zu einer Profikarriere bewegen. Weil die Schweizer Ausnahme-Athletin nur eins haben möchte: ihren Spaß. TEXT: Axel Rabenstein Andrea, in unseren Interviews sprechen wir normalerweise mit einem Athleten oder einer Athletin. In diesem Fall ist es so, als sprächen wir mit fünf Sportlerinnen auf einmal. Als was würdest du dich selbst bezeichnen? Ich denke, ich bin Ausdauersportlerin. Schnell war ich nie. Aber wenn’s lange dauert, gehöre ich immer zu den Besten. Und am liebsten laufe ich. Aber nicht auf der Straße, das finde ich langweilig. Ich liebe es, ewig lange durch die Natur zu rennen. Hast du dich in deiner Kindheit auch schon so gerne bewegt? Jaja, das ging früh los. Früher bin ich aber vor allem Skigefahren und habe viel Konditionstraining gemacht. In der Jugendgruppe bin ich dann erste Rennen gefahren, kam in den Junioren-Kader und meine Trainer waren der Ansicht, ich hätte das Zeug zum Profi. In dem Alter waren mir andere Sachen aber wichtiger. Nämlich? Hauptsache kein Spitzensport! Das war mir zu ernst. Ich fand Snowboarden viel cooler. Dann stand ich mit den Jungs auf der Piste und habe Zigaretten geraucht. Meistens war ich eh mit den Buben unterwegs, mit denen konnte ich mich am besten austoben. Wenn man deine Karriere als solche bezeichnen möchte, hat sie Ende der Die Ausdauerkönigin ANDREA HUSER (43) wurde am 11. Dezember 1973 in Alt St. Johann (Ostschweiz) geboren. Einige ihrer sportlichen Erfolge: • 2002 MTB-Europameisterin im Marathon. Sie gewann weitere internationale MTB-Rennen, ließ sich aber nicht zu einer Profikarriere bewegen. • 2009 siegte sie beim Neujahrsmarathon in Zürich. • In den Folgejahren gewann sie zwei Mal den „Inferno-Triathlon“ im Berner Oberland. • 2012 gewann sie den Swiss Olympic Gigathlon und finishte als Dritte bei der EM im Wintertriathlon. • Seit Herbst 2013 blieb sie bei 17 Ultratrail-Läufen siegreich; beim Swiss Iron Trail im August 2016 ließ sie sogar den schnellsten Mann hinter sich. Andrea Huser arbeitet als Pflegefachfrau in der Berner Reha-Klinik, ist ledig und lebt in Sigriswil am Thuner See. WEB: www.facebook.com/ andrea.huser.5 90er mit dem Mountainbiken begonnen. Wie bist du dazu gekommen? Das Biken hat mir schon Spaß gemacht damals, ich hatte Talent und bin 1997 meine ersten Rennen gefahren. Obwohl mich Wettkämpfe nie besonders interessiert haben. Profi wollte ich nicht werden, das erschien mir alles zu verbissen. Aber ich habe immer wieder gewonnen, dann kamen die Sponsoren und plötzlich war ich Europameisterin im MTB-Marathon. Bei deinem EM-Sieg 2002 hast du die spätere Serien-Weltmeisterin Gunn-Rita Dahle stehenlassen. Warum hast du diesen Sport nicht zu deinem Beruf gemacht? Bei einem Sturz hatte ich mir 2003 einen Wirbel gebrochen. Das war natürlich eine Zäsur. Danach hängte ich noch ein Jahr als Profi dran, wurde WM-Vierte und gewann sonst eigentlich jeden Marathon, den ich in der Schweiz und Europa fuhr. Die Trainer wollten natürlich, dass ich weitermache. Ich hatte aber mehr erreicht, als ich mir je zu träumen gewagt habe. Und so war es einfach okay für mich! Im Jahr 2004 bist du nach Sigriswil an den Thuner See gezogen. Hat dich der See dazu inspiriert, mit dem Triathlon zu beginnen? Erst einmal war es immer ein Traum von mir, ins Berner Oberland zu FOTOS: Mammut Archiv | Thomas Senf, Andrea Huser 86 SPORTaktiv

Andrea Huser ist bei Ultra-Trailläufen mitunter schneller als der beste Mann. Dabei genießt sie, wie sie sagt, bloß die Freiheit in der Natur: „Profisport war mir immer zu verbissen“, erklärt die Schweizer Ausdauerkönigin. Nr. 1; Februar / März 2017 87

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