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SPORTaktiv Magazin Februar 2018

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THE GRAND ADVENTURE

THE GRAND ADVENTURE 14.000 KALORIEN IM RUCKSACK, BIZARRE FELSFORMATIONEN UND SAND, FEIN WIE MEHL. SPORTAKTIV-LESER WILLI SCHNEEBERGER HAT SICH MIT DER TEILNAHME AM GRAND2GRAND ULTRA IN DEN US-BUNDESSTAATEN ARIZONA UND UTAH EINEN TRAUM ERFÜLLT. VON CHRISTOF DOMENIG 124 SPORTaktiv

WILLI SCHNEEBERGER aus Irschen (K), 55, war 2017 einziger Österreicher beim Grand2Grand Ultra. www.g2gultra.com Fotos: Grand 2Grand, Ultra Willi Schneeberger Mit Verlaub: Willi Schneeberger aus Irschen in Kärnten ist ein wilder Hund. Im Herbst 2016 lag er mit einer Viruserkrankung auf der Intensivstation. Als er sich im Frühling zum Grand- 2Grand anmeldete und den Flug in die USA buchte, war sein längster Trainingslauf 15 Kilometer – als Folge der Erkrankung. Hätte er es bis zum Event Ende September nicht geschafft, die Kondition wieder aufzubauen, hätte er 3300 Dollar Nenngeld in den Wind geschossen. Zum Glück ist der Körper ein wahres Wunder und verfügt über eine Art Memory-Funktion. Schneeberger, seit diesem Jänner 55, hat schon einige Lauf-Abenteuer hinter sich. Darunter den Marathon des Sables. Der Grand- 2Grand Ultra ist vom Konzept mit dem viel bekannteren Etappenlauf in der marokkanischen Sahara auch vergleichbar. 273 Kilometer und 5500 Höhenmeter in der Wildnis der US-Bundesstaaten Arizona und Utah verteilen sich auf sechs Tagesetappen. Vier davon mit etwa Marathonlänge, eine mit 86 Kilometern und 1700 Höhenmetern und ein 13 Kilometer langer Schlussabschnitt, der ins Ziel auf 2800 m Seehöhe führt. Wie beim Wüstenklassiker besteht auch in den USA die Pflicht zur Selbstversorgung: 14.000 platz- und gewichtssparende Kalorien müssen im Rucksack jedes Läufers sein. Riegel, Nüsse, Trockennahrung aus der Apotheke – machte bei Schneeberger 3,5 kg Verpflegung. Dazu das Allernötigste wie Kocher, Matte, Schlafsack. Warme Überkleidung für die Null-Grad-Nächte – als Kontrast zu den knapp 40 am Tag. Kein Wechsel-Laufgewand, „es stinken ja alle gleich“, spricht der erfahrene Ultrarunner. Rund acht Kilo wog Schneebergers Gepäck. Die Veranstalter stellen den Läufern die Zeltstadt in den Etappenzielen hin sowie kaltes und, „als Oberluxus“, warmes Wasser bereit. Bleibt noch die Erklärung des Namens Grand2Grand: Der Start erfolgt am bekannten Grand Canyon North Rim, das Ziel befindet sich am Grand Staircase-Escalante National Monument in Utah. Dazwischen: Wildnis, drei Nationalparks und „ein Gebiet, das du als normaler Tourist gar nicht betreten darfst“. Die Wegmarkierung erfolgt mit kleinen Fahnen, erzählt Schneeberger, GPS ist nicht erlaubt. „Wenn du 200 Meter kein Fähnchen siehst, drehst du lieber um.“ An Konkurrenten orientieren? Funktioniert gerade ein Mal täglich – nämlich kurz nach am Start. Bald zieht sich das Feld auseinander, andere Läufer sind schnell außer Sichtweite (und die reicht mitunter wirklich weit). „260 der 273 Kilometer bin ich definitiv allein gelaufen“, sagt Schneeberger. Kein Tag gleicht dem anderen Gestartet wird jede Etappe um 8 Uhr. Der Natur-Untergrund wechselt oft – tückisch sind endlos lange Sandabschnitte. „Der Sand ist fein wie Mehl, schwieriger zu laufen als in der Sahara.“ Aufpassen heißt es auf Kakteen, die flach am Sandboden wachsen. Klapperschlangen können einem schon einmal begegnen. SPORTaktiv 125

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