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SPORTaktiv Magazin Februar 2018

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NOCH MEHR ÖL IM FEUER

NOCH MEHR ÖL IM FEUER E-BIKES MACHEN GROSSEN SPASS, SORGEN ABER AUCH FÜR MEHR UNFÄLLE. UND DIE BRANCHE HAT MIT ILLEGALEM E-BIKE-TUNING ZU KÄMPFEN. VON CHRISTOPH HEIGL Konfliktthema E-Bike: Nicht nur wegen der elektrischen Schubhilfe an sich, die viele „Muskelbiker“ aus dem emotionalen Gleichgewicht bringt, auch wegen aktueller Unfallzahlen und dem Tuning-Thema sind die elektrischen Räder ein Reizthema. Die E-Bikes haben aber einen Siegeszug angetreten und lassen die Bike-Branche über kräftige Zuwächse jubeln. Ohne mit Emotionen zu spielen die nüchternen Zahlen: Im Jahr 2016 Foto: iStock 142 SPORTaktiv

TIPPS UND TRICKS FÜR DIE SICHERE FAHRT MIT DEM E-BIKE: (QUELLE: KFV) + Das Gleichgewicht schulen: Auch langsame Geschwindig keiten müssen geübt werden. + Vorsicht beim Anfahren: Die Schubkraft des Elektro motors kann überraschend einsetzen. + Fahrradhelme verhindern schwere Kopf verletzungen. + Finger weg vom Tuning! Es ist riskant und illegal. Mit schnelleren S-Pedelecs (bis zu 45 km/h) ist das Fahren auf Radwegen verboten. + Fahrroutine entwickeln: Nicht nur Fahranfänger, auch Fort geschrittene profitieren von E-Bike-Kursen. + Vor der Inbetriebnahme des neuen E-Bikes die Betriebsanleitung sichten, um sich mit den Funktionen des E-Bikes vertraut zu machen. + Die Funktionsprüfung von Reifen, Schaltung, Bremsen, Licht & Co ist ein Muss vor jeder Ausfahrt. verunfallten österreichweit 3700 Personen mit dem E-Bike so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten, meldet das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV). Der Anteil an stationären Fällen war bei E-Bike-Unfällen mit 46 Prozent höher als bei Unfällen mit herkömmlichen Fahrrädern (31 Prozent), die Verletzungsschwere somit tendenziell höher. Auch die Naturfreunde Österreich widmen sich dem Thema: „Die Gründe für die Unfallhäufung mit E-Bikes sind in erster Linie höhere Geschwindigkeit und der damit verlängerte Bremsweg sowie die veränderte Kurvendynamik im Vergleich mit einem Fahrrad ohne E-Antrieb“, heißt es in der Aussendung. Die Naturfreunde starten eine Informations- und Praxiskampagne, in 20 Roadshows bietet man Information zu Umgang und Problematik. Aktuell ist jedes fünfte in Österreich verkaufte Fahrrad ein E-Bike, Tendenz steigend. Bei knapp 400.000 bundesweit verkauften Rädern sind also mehr als 80.000 davon E-Bikes (2016 exakt: 86.546). Wobei man dagegenhalten kann, dass bei diesem Trend zum schnelleren Fahren die Unfallhäufung fast logischerweise steigen muss. Und jetzt noch Tuning... Was zusätzlich Öl ins Feuer gießt, ist die Tatsache, dass viele Radfahrer trotz ansehnlicher Schubkraft ihrer Antriebe nicht zufriedengestellt sind und das technisch Machbare mit Tuning ausreizen. Dann wird’s gefährlich und illegal. Bei der Eurobike in Deutschland, der größten Fahrradfachmesse der Welt, war das auch ein Thema. Die Dunkelziffer an aufgemotzten Bikes schätzte ein deutscher Händler auf „rund 50 Prozent“. Auch wenn das zu hoch gegriffen sein mag, selbst in Österreich lassen Erfahrungsberichte aus dem Handel auf eine hohe Dunkelziffer schließen. „Aber es gibt noch keine zuverlässigen Zahlen, weil das E-Bike-Tuning ein relativ neues Phänomen ist“, sagt Armin Kaltenegger, Leiter der Rechtsabteilung beim KFV. Tuning ist für geschickte Bastler keine große Aufgabe, denn die Motorsteuerung fast aller Hersteller ist gegen SPORTaktiv 143

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