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SPORTaktiv Magazin Februar 2018

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KONFLIKTEN AUS DEM WEG

KONFLIKTEN AUS DEM WEG GEHEN SKIFAHRER SCHIMPFEN, SEIL- BAHNER FÜHLEN SICH MACHT- LOS. IMMER NOCH SCHWELEN KONFLIKTE BEIM THEMA PISTENTOURENGEHEN. DABEI IST ES VIELFACH BEREITS PROBLEM- LOS MÖGLICH – WENN MAN SICH AN EIN PAAR DINGE HÄLT. VON OLIVER PICHLER 176 SPORTaktiv

Um den Jahreswechsel waren die Meldungen von Konflikten zwischen Pistentourengehern und Skifahrern bzw. Seilbahnbetreibern Stammgast in den Medien. „Die sind zu sechst nebeneinander aufgestiegen.“ „Ein paar Tourengeher sind völlig ausgezuckt ...“ Pistengeher sind ein rotes Tuch – für viele Seilbahnunternehmer und immer mehr Skifahrer. Wenige schwarze Schafe bringen viele Tausende in Misskredit, die einfach nur ihren Sport ausüben wollen. Darum haben wir uns Foto: Axamer Lizum „ AUCH IN DER NACHT SOLL MAN NUR DORT GEHEN, WO ES ERLAUBT IST “ des Themas noch einmal angenommen und suchen Antworten auf die zentralen Fragen: Wie, wo und wann sind Pistenskitouren gefahrlos und konfliktfrei möglich? Minimale Tourenplanung „Zum Pistengehen gehört ein Mindestmaß an Planung, wie bei jeder Aktivität im alpinen Gelände. Sich schlau zu machen, was möglich, erlaubt und geregelt ist“, rät Martin Edlinger, Bergsport- & Skitourenexperte der Naturfreunde Österreich. Es ist zu prüfen, ob Pistengeher willkommen sind und die angedachte Tour zur jeweiligen Zeit möglich ist. Die Antwort gibt das jeweilige Seilbahnunternehmen. „Auch beim Gehen in der Nacht empfehle ich dringend, nur dort unterwegs zu sein, wo es erlaubt und geregelt ist“, betont Edlinger. Denn Pistengeräte, die an Stahlseilen hängen, gehören zu den lebensbedrohlichsten Gefahren für Tourengeher. Zusammenfassend appelliert Edlinger, die Empfehlungen für Pistentouren zu beachten, die das Kuratorium für Alpine Sicherheit erstellt hat. „Diese zehn Regeln sind zusammen mit einer guten Portion Hausverstand entscheidend“, pflichtet Skitourenexperte Karl Posch dem Rat der Naturfreunde bei. WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN • Österreichisches Kuratorium für Alpine Sicherheit – 10 Empfehlungen für Pistentouren: www.alpinesicherheit.at • Skimo Austria – Skibergsteiger-Plattform: www.skimo.at • Naturfreunde Österreich www.naturfreunde.at Ausrüstung anpassen Neben dem richtigen Verhalten bei Pistentouren sind einige Details der Ausrüstung zu bedenken. Während die Sicherheitsausrüstung beim Gehen auf Pisten zu Hause bleiben kann, sollte man Harscheisen dabeihaben. Pisten sind oft steil und hart. Entsprechend oft werden Harscheisen benötigt, um sicher und ohne Spitzkehren bergauf gehen zu können. Würde man Spitzkehren gehen, verlässt man den Pistenrand und hat auf Pisten ein viel höheres Risiko, Skifahrern in die Quere zu kommen. „Tourengehen auf der Piste boomt, wohl auch weil der Naturschnee weniger wird“, weiß Wolfgang Löscher vom Skigebiet Dreiländereck in Kärnten. „Bei uns ist Pistengehen auf Basis der Regeln des Kuratoriums für Alpine Sicherheit zu Liftbetriebszeiten erlaubt“, betont er. Regeln einzuhalten und das Bewusstsein, dass die Pisten vor allem für die Skifahrer gedacht sind, sind für Löscher Grundlagen problemlosen Miteinanders von Tourengehern und Skifahrern. „Unser Abendangebot donnerstags von 17 bis 22 Uhr ist ein Hit. 500 Tourengeher an einem Abend sind keine Seltenheit“, zeigt sich der Seilbahner begeistert. „Die Bereitschaft, einen Obolus zu leisten, ist stark gestiegen. Früher gab es massive Kritik, heute zahlen Tourengeher bei uns bereitwillig 5 Euro Gebühr“, berichtet Löscher. „Tourengeher haben mit einer Gebühr per se kein Problem, solange sie sich in einem gewissen Rahmen bewegt“, fasst Rainer Lampl von der Arge Skibergsteigen die Erkenntnisse einer Umfrage zusammen. Im Detail halten 55,1 Prozent 2 bis 5 Euro für gerechtfertigt. 5,1 Prozent würden sogar mehr als 10 Euro bezahlen und nur 9 Prozent lehnen Zahlungen ab. SPORTaktiv 177

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