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SPORTaktiv Magazin Februar 2018

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VOM EINZELKÄMPFER ZUM

VOM EINZELKÄMPFER ZUM TEAMSPORTLER LAUFEN IST GENAU DEINS? FEIN. DANN WOLLEN WIR DIR EINEN VORSCHLAG DER SPORT- AKTIV-TRAININGSPROFIS NICHT VORENTHAL- TEN: SUCH DIR EIN BETREUERTEAM UND LASS DICH AUF EIN NEUES LEVEL HIEVEN. VON CHRISTOF DOMENIG FOTOS: THOMAS POLZER UNIV.-DOZ. DR. ERNST BERNHARD ZWICK ist Facharzt für Orthopädie in Graz, arbeitet mit vielen Leistungs- und Freizeitsportlern www.dr-zwick.at MAG. THOMAS GMOSER ist Sportwissenschafter in Graz, betreut ebenfalls viele Leistungs- und Freizeitathleten www.tom-gmoser.com Wer jetzt gleich mit dem Hinweis „zu teuer“ abwinkt, den wollen wir dennoch zum Weiterlesen animieren. Für Ausrüstung geben jedenfalls sehr viele Freizeitläufer viel mehr aus als jene Summen, von denen hier die Rede ist: nämlich vorderhand wenige Hundert Euro, einmalig investiert. Auf die Idee gebracht hat uns unser SPORTaktiv-Experte, der Facharzt für Orthopädie Dr. Ernst Bernhard Zwick. Geplant war eine Geschichte über einen vielfach vernachlässigten Körperteil der Läufer: den Fuß. Der ist sozusagen buchstäblich die Basis jedes Läufers – und bekommt erst dann gebührende Aufmerksamkeit geschenkt, wenn es schon wo schmerzt. Dabei wären mit kleinem Aufwand im Vorhinein viele Probleme zu vermeiden. „Viele wissen nicht, wie komplex der Fuß ist. Nämlich nicht weniger komplex als die Hand“, bestätigt der Orthopäde unseren Grundgedanken. Doch Zwick gibt auch zu bedenken: „Den Fuß isoliert zu betrachten, macht wenig Sinn. Vielmehr geht es um den Gesamtkomplex Fuß–Knie– Hüfte.“ Vereinfacht ausgedrückt: Ein körperlicher Schwachpunkt kann sich fortsetzen und an einer ganz anderen Stelle Schmerzen hervorrufen. „Für einen gesunden Bewegungsapparat ist Laufen ein wunderbarer Sport“, sagt der Orthopäde auch. Besteht allerdings ein Problem, dann sieht die Sache anders aus. Bei vielen, die einfach so draufloslaufen, geht das ja auch gut. Bei anderen allerdings nicht, wie Zwick aus seiner tagtäglichen Arbeitspraxis weiß. Das Problem: Schwachpunkte sind logischerweise immer individuell. Folglich gibt es auch kein Patentrezept und auch kein Übungsprogramm, das für jeden passt – auch wenn das oft so dargestellt wird. Drei Schritte zum Teamsportler Beim Stichwort individuell kommt dann eben das Betreuungsteam ins Spiel. Wer regelmäßig und ambitioniert laufen will und dabei sicher sein möchte, dass der Bewegungsapparat ein Leben lang mitspielt, dem legt unser Experte dieses Vorgehen ans Herz: Am Start sollte ein medizinischer Check mit einer Leistungsdiagnostik stehen. Für den Check ist ein Sportmediziner erster Ansprechpartner, eine Leistungsdiagnostik gibt es auch beim Sportwissenschafter. Die überschaubaren Kosten dafür sollte einem die eigene Gesundheit wert sein. Punkt zwei: Jeder Läufer sollte den Zustand seiner Füße kennen, appelliert der Experte. Ansprechpartner sind Sportmediziner oder Orthopäden. Denn nur wer darüber Bescheid weiß, hat auch die Chance, die wirklich passenden Laufschuhe zu finden. Der Laufschuhmarkt halte für jeden 74 SPORTaktiv

das Passende bereit – die Kunst sei „bloß“, es zu finden. Im guten Sportfachhandel zu kaufen, wo der Verkäufer selbst aus dem Laufsport kommt, ist laut unserem Experten zusätzlich unbedingt zu empfehlen. Übrigens: „Der Preis eines Schuhs sagt nichts darüber aus, ob er zu einem passt.“ Dritter Schritt ist es, für ein paar Stunden einen Sportwissenschafter zu engagieren, der den Laufstil und den muskulären Zustand bestimmt, ein Übungsprogramm zusammenstellt und die Übungsausführung zu Beginn überwacht. So einen wie unseren zweiten Experten für diese Geschichte, Thomas Gmoser. Hier sprechen wir von Stundensätzen zwischen 80 und 100 Euro. Ein gutes Übungsprogramm muss übrigens in sieben Minuten machbar sein, damit es wirklich ausgeführt wird, weiß Zwick aus Erfahrung. Die exemplarischen Übungen auf den folgenden Seiten, die Gmoser und Zwick zusammengestellt haben (siehe Folgeseiten), zielen auf typische Schwachstellen vieler Läufer. Sie sollen der Inspiration dienen. Und dazu ermuntern, sich ein individuelles Programm zu verschaffen. Weil wir dich und deine Schwachstellen eben nicht kennen. Aber wir wissen, wer sie kennt: Sportmediziner, Orthopäden, Sportwissenschafter, Physiotherapeuten. Such dir dein Team! KNIEBEUGE Breiter Stand, Lendenwirbelsäule bleibt stabil, Gesäß geht nach hinten, als würde man sich hinsetzen. Oberkörper bleibt aufrecht, Schultern entspannt lassen. Bei Verkürzung der Wadenmuskulatur Fersenunterlage verwenden. Nur so weit nach unten gehen, wie die Lendenwirbelsäule stabil gehalten werden kann (nicht rund werden). Es gilt: Qualität vor Quantität! ZIEL: Gleichmäßige Kräftigung der gesamten Streckerschlinge. Als gesteigerte Variante auf einer instabilen Unterlage (MFT-Disc o. ä.) ausführen. SPORTaktiv 75

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