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SPORTaktiv Magazin Juni 2017

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BIKE RADTOUR? SPITZE!

BIKE RADTOUR? SPITZE! MIT KINDERN GEMEINSAM AUF RADAUSFLUG GEHEN: Ja, das funktioniert! Sehr gut sogar – wenn man nicht die Erwartungshaltung der Großen als Maßstab, sondern vielmehr auf die Bedürfnisse der Kleinen Rücksicht nimmt. Marcus Ihlenfeld vom heimischen Kinderrad- Spezialisten WOOM Bikes weiß, worauf es ankommt. Ab drei können Kinder im Schnitt das „richtige“ Fahrradfahren erlernen. Und ab etwa vier, fünf Jahren kann man auch erstmals schon – altersgerecht – an kleine Ausflüge mit dem selbst radelnden Nachwuchs denken. „Wichtig ist, dass die Basics wie das Bremsen und das Balancehalten gut ausgebildet sind“, sagt Marcus Ihlenfeld. Wie weit erste Touren sein können, ist zunächst nebensächlich und lässt sich pauschal auch gar nicht sagen. Es gilt einfach: Erst klein planen und wenn man merkt, es ginge mehr, langsam steigern. Als Maßstab gilt immer die Motivation der Kids. Und das rät Marcus Ihlenfeld, der gemeinsam mit Firmenpartner Christian Bezdeka nicht nur die Woom-Kinderräder entwirft und produziert, sondern selbst auch mit seinen Kindern regelmäßig unterwegs ist, sonst noch für die ersten Radtouren mit Kids. SATTEL HÖHER STELLEN. Anders als beim Herumpflügen im Garten, sitzt es sich auf längeren Touren effizienter, wenn die Sattelposition etwas höher ist. „Den Sattel schrittweise höher stellen, bis nur noch ein leichter Knick im Kniegelenk sichtbar ist und nur noch die Zehenspitzen den Boden erreichen“, empfiehlt Ihlenfeld. Ein gutes Balancegefühl ist dafür freilich Voraussetzung. Dieses kann man mit den Kids üben – Tipps dazu stehen unter dem Punkt „Radfahren“ auf www. woombikes.com. KLEIN PLANEN. Die erste Tour sollte wirklich überschaubar sein – und auch wenn man schon Erfahrung mit gemeinsamen Ausflügen hat, gilt: Nicht jedes Mal sind Kinder gleich gut drauf. Lieber kürzere Touren planen und wenn es passt verlängern. Und: Es motiviert sie, wenn Kinder in die Planung mit eingebunden sind. MOTIVIERENDE ZIELE. Keine Zeitoder gar Kilometerleistung vornehmen. „Kinder sollten die Radtour nicht als Sportveranstaltung wahrnehmen, sondern als Mittel zum Zweck: Spaß am Radfahren zu haben“, formuliert es Marcus Ihlenfeld. Kleine Zwischenstopps sollten so oft eingebaut werden, wie es etwas Interessantes am Wegesrand oder in der Natur zu entdecken ANZEIGE / FOTOS: Woom Bikes 108 SPORTaktiv

Der Experte MARCUS IHLENFELD ist Gründer und CEO von WOOM Bikes in Klosterneuburg (NÖ). Als Vater war Ihlenfeld selbst auf der Suche nach dem idealen Kinderrad. Als er dieses am Markt nicht fand, gründete er mit Christian Bezdeka WOOM Bikes und entwickelte innerhalb von sechs Jahren sechs Rad- Modelle für Kids zwischen 1,5 und 14 Jahren. Die sechs Räder tragen die Namen „Woom 1“ bis „Woom 6“. WEB: www.woombikes.com gibt. „Etwa zu schauen, ob Kaulquappen schon Füße haben, oder Fische im Teich sind.“ Und am Ende sollte ein echtes Highlight warten – Spielzplatzbesuch, Eis essen, Kletterpark, der Badesee ... AUSRÜSTUNG. Logisch: Nur mit Helm fahren (ist bis zwölf auch gesetzlich vorgeschrieben). „Auch Bikehandschuhe für Kinder sind gut, um die Hände bei einem Sturz zu schützen.“ Genügend Wasser und Verpflegung kommen in den Rucksack, ebenso wie ein Pullover oder eine Regenjacke: Kinder frieren leichter als Erwachsene. Flickzeug, eine kleine Notfallpumpe und ein Multitool sollten dabei sein, um kleine Defekte zu beheben. Für den Notfall ganz wichtig: ein Handy. FREUNDE MITNEHMEN. Zwei Familien mit etwa gleichaltrigen Kindern, die sich gut verstehen, sind für den Nachwuchs ein Top-Motivationsfaktor. Zumindest ab dem Volksschulalter. Wenn es sich einrichten lässt, also gemeinsam auf Tour gehen. KINDER BESTIMMEN DAS TEMPO. „Ein Schlüssel zur erfolgreichen Radtour ist, dass Kinder die Geschwindigkeit vorgeben“, sagt Ihlenfeld. Ideal sind zwei Erwachsene als Begleiter – einer fährt vorn, einer hinten, Kids dazwischen. Fährt man mit Kindern allein, gilt: Im Normalfall Kinder vorfahren lassen, von hinten die Situation überwachen und im Notfall per Zuruf eingreifen. Nur an kniffligen Stellen fährt der Erwachsene vorn, das Kind unmittelbar dahinter. ESSEN UND TRINKEN. Kinder benötigen öfter eine Trinkpause als Erwachsene. Die Jause ist auch ein guter Motivator, besonders, wenn man daheim das Weckerl gemeinsam gerichtet hat. Für die Jausenpause einen schönen Platz in der Natur aussuchen. NUR IM NOTFALL AUF DER STRASSE. In den Städten wie am Land gibt es in der Regel gut ausgebaute Radwegenetze – und die sollte man unbedingt bevorzugen. „Wir von Woom Bikes vertreten die Meinung, dass Kinder bis 12 möglichst nicht auf der Straße, bzw. auf der gleichen Fahrbahn wie Autos unterwegs sein sollten. Wo immer es geht, Alternativen vorziehen.“ Nr. 3; Juni/Juli 2017 109

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