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SPORTaktiv Magazin Oktober 2017

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Berglaufen-Paragleiten-Mountainbiken-Kajak: Beim 30. Dolomitenmann waren 128 Profi- und Hobbyteams am Start, 117 im Ziel. Schrei, ausdrücken und weiter das Giant zum Hochsteinkreuz hinauf und der Abfahrt entgegen tragen. Nach zwei Stunden ging ich in die Abfahrt – die besten waren zu diesem Zeitpunkt wohl schon geduscht, ich roch nach Schweiß, Gels und Angst. Eine Abfahrt mit einem durchschnittlichen Gefälle von 26 Prozent über 1400 Höhenmeter eine Skipiste hinunter lag vor mir. Zwei Wochen vor dem Rennen habe ich mein Erspartes noch in eine Vier-Kolben-Downhill-Bremsanlage investiert. Besser 450 Euro für Bremsbacken als 4300 für Zahnimplantate, habe ich mir beim Zahlen gedacht. Und das Geld war in der Shimano „Saint“gut investiert – passend, auf eine Bremse zu setzen, die „Heilige“ heißt, dachte ich mir. Bei aller Heiligkeit kreischten und schrien die Bremsen bergab nach ein paar Minuten schlimmer als es die sagenumwobenen Sirenen wohl auf Speed tun würden. Danke, Schutzengel Doch am Ende wurde die „Saint“ zu meinem Schutzengel und ich kam heil unten an. Die Unterarme schmerzten vom Ziehen der Bremsen und den unzähligen Schlägen, und die Beine krampften auf den letzten Steigungen zur Übergabe munter weiter. Völlig ausgepowert und mit Puls 185 habe ich „WAS MACHE| ICH HIER| ZWISCHEN| WELTMEISTERN| UND OLYMPIA-| TEILNEHMERN?“ | an meinen Paddler im Staffelteam übergeben und war in meinem Leben noch nie so froh, angekommen zu sein. In der Einzelwertung war es der 99. Rang unter 124 Bikern im Ziel – immerhin bei der Platzierung zweistellig. Der Dolomitenmann war für mich erledigt, doch unser Team war noch nicht im Ziel, und wir sollten es an diesem Nachmittag auch nicht sehen. Unser Paddler hat die Drau vorzeitig GEORG MICHL Der Redakteur der „Kleinen Zeitung“ und Hobbybiker bestritt den Dolomitenmann 2017 im Team „No Fake News“. 2:28:59 h bedeutete die 99. Zeit unter 124 Bikern. dolomitenmann.com verlassen. Es war für ihn an diesem Tag zu viel und dennoch war er in Lienz mein großer Held, denn er hat sich dieser riesigen Herausforderung gestellt. Er hat sich nach vielen Jahren ohne Training (im Jahr 1993 nahm er zum letzten Mal am Dolomitenmann teil) wieder ins Boot gesetzt, sich geschunden und gequält und wieder die Liebe zum Sport entdeckt. Das ist mehr wert als jede Urkunde. Fotos: Red Bull Content Pool, Georg Michl 84 SPORTaktiv

FIT MIT SUMI HIMALAYA STATT KROATIEN Jeden Tag im dunklen Stadtverkehr zu fahren, erfordert von Radfahrern gute Sichtbarkeit. Die neue ScoutCombo garantiert mir, dass ich da draußen gesehen werde. Sie kombiniert zwei helle Lichter in einer Lampe: Scheinwerfer und Rücklicht. Auf meinem Helm montiert, bin ich gut sichtbar, egal in welche Richtung ich schaue. CHRISTOPH SUMANN war als Biathlet viele Jahre Weltklasse und ist jetzt leidenschaftlicher Freizeitsportler. Heuer hat es mich erwischt. Ich habe in einer schwachen Stunde für die Staffel beim Dolomitenmann zugesagt. Noch dazu als Bergläufer, wo ja jeder weiß, dass ich nicht gerade den Körperbau einer Gazelle habe. Zudem bin ich erst zwei Tage vor dem Rennen direkt aus dem Kroatien-Urlaub neun Stunden mit dem Auto angereist. Und, dass lockeres Joggen am Strand nicht das beste Training ist, war mir klar. Höhenmeter hatte ich den ganzen Sommer über kaum. Ich gestehe: Ich hab’s ein wenig auf die leichte Schulter genommen. Schwerer Fehler. Beim Start in Lienz habe ich schön geschaut: Meine Konkurrenten hatten Körper wie Kinder, maximal Teenager. Ich war der einzige Erwachsene. Das muss man sich vorstellen, wenn ein Goldi sagt, er hatte noch nie in seinem Leben mehr als 60 Kilogramm. Und dann sind sie weg wie die Irren – 3:20 Minuten Schnitt auf den ersten Kilometern. Im Gogg-Steig habe ich mich gedanklich vom Sieg verabschiedet. Das Feld hat es so zerrissen, dass ich keinen mehr um mich hatte, den ich um den Weg fragen konnte. Nach 2:03 Stunden war ich oben am Ziel, mehr als 40 Minuten hinter dem Sieger, 14 Minuten hinter Goldi. Eine super Atmosphäre und ein geiles Rennen, aber für mich a kräftige Watsch’n. Einen Adventure-Bewerb kann ich trotzdem jedem Hobbysportler nur empfehlen, das ist ein unglaubliches Erlebnis. Nicht nach fünf Jahren Rauchen und Nix-Tun, aber nach einem ersten Laufbewerb, einem Halbmarathon oder Radrennen. Das Angebot ist super: Dirtrun, Spartan Race, Grazathlon, und wie sie alle heißen. EINER FÜR ALLE, ALLE FÜR EINEN RODERICK TINGEN Ganzjähriger Langstrecken Pendler Foto: Thomas Polzer 2018 bin ich wieder beim Dolomitenmann dabei. Da fahr ich vorher aber nicht ans Meer, sondern drei Wochen in den Himalaya. Aber das muss ich erst mit meiner Familie besprechen ... HELMSCHEINWERFER SCOUTCOMBO / BLS-116 SPORTaktiv 85

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