Aufrufe
vor 1 Jahr

SPORTaktiv Oktober 2016

  • Text
  • Oktober
  • Sportaktiv
  • November
  • Zeit
  • Regeneration
  • Menschen
  • Herbst
  • Ziel
  • Magazin

EVENT

EVENT SPORTaktiv-TAGEBUCH GEMEINSAM STATT EINSAM MIT 15 JAHREN GESCHICHTE und mittlerweile und 8.000 Aktiven zählt der sommerliche Lauf-Event am Wörthersee eindeutig zur heimischen Top-Liga. Heuer gab es berührende Momente, einen besonders erfrischenden Sprung in den See und jede Menge Wetterglück. Der laufende SPORTaktiv-Reporter Wolfgang Kühnelt war dabei. Das mittlerweile schon traditionelle Laufwochenende nach dem italienischen „Ferragosto“ zieht alljährlich tausende Läufer und bis zu 30.000 Zuseher an den größten Kärntner See. Seit dem Jahr 2002 hat sich das Teilnehmerfeld mehr als verdreifacht. Einer der Gewinner ist der lokale Tourismus, denn mehr als die Hälfte der Starter kommt aus den anderen österreichischen Bundesländern und dem benachbarten Ausland. Am Programm steht schließlich auch weit mehr als bloß ein Lauf. Was es da alles gibt: Der Spaß beginnt in Klagenfurt am Freitag mit der Eröffnung der Sportmesse und einer Party, bei der Kabarettist Viktor Gernot für Lacher sorgt. Am Samstag starten die Vierbeiner samt Herrchen und Frauchen zum „Dogging-Bewerb“. Die einen zielstrebiger als die anderen. Am Nachmittag sind zuerst die Kinder, dann die Familien an der Reihe, ehe es am Abend den Frauenlauf und den „Ladies Walk“ gibt. Zu diesem Zeitpunkt ist die Arena am Wörthersee, gleich neben dem Strandbad, schon stark frequentiert. Wer clever ist, parkt daher bei Minimundus oder in Richtung Uni und versucht erst gar nicht, mit dem Auto direkt ins Zentrum des Geschehens zu gelangen. Eilig sollte man es sowieso erst beim Rennen haben und nicht schon davor. Denn die Messestände in Klagenfurt sind deutlich interessanter und attraktiver bestückt als bei so manchen vergleichbaren Veranstaltungen. Am Sonntag um 8 Uhr früh geht es für die Viertel-Marathonis in Pörtschach los. Und 10 Minuten danach marschieren die Walker weg. Diese neu eingeführte zeitliche Staffelung ist zweifellos eine gute Idee, die beiden Gruppen kämen sich sonst nämlich schon beim Start, wo es sowie eng FOTOS: Kärnten Läuft/sportograf, Wolfgang Kühnelt, Thomas Polzer TEXT: Wolfgang Kühnelt 112 SPORTaktiv

ist, sicher in die Quere. Um 9 Uhr fällt dann in Velden, direkt vor der filmreifen Schlosshotel-Kulisse, für mich und tausende Mitläufer der Startschuss zum Halbmarathon. Schon die Anreise mit dem Zug ab Klagenfurt war problemlos, und der Kleidertransport, das Startsackerl mit Funktionsshirt und das Verpflegungsservice gehören ohnehin zum besten, was man als Läufer in Österreich geboten bekommt. Die Stimmung vor dem Countdown an der Uferpromenade in Velden ist lässig bis entspannt, die Sonne blinzelt zaghaft durch die Wolken – es sieht nach perfektem Laufwetter aus. Gestartet wird in mehreren Blöcken und natürlich gibt es auch in Velden den einen oder anderen Hobby-Athleten, der nur schwer einsehen kann, warum er nicht zeitgleich mit der Elite loslaufen darf. Die Ordner versuchen es mit Gelassenheit und Kärntner Schmäh und haben damit weitgehend Erfolg. LAUFEN FÜR DEN GUTEN ZWECK Der Startschuss ist übrigens an diesem 21. August 2016 nicht nur für die Aktiven ein besonderer Moment. Auch Ex-Skispringer Lukas Müller und Gudrun Marx-Frühstück werden diesen Augenblick wohl länger nicht vergessen. Beide nach Unfällen querschnittgelähmt, werden sie heuer von „Kärnten Läuft“ und Partnerunternehmen finanziell unterstützt. Mit den Spenden, die im Rahmen des Rennwochenendes gesammelt wurden, soll beiden ein guter Neustart ermöglicht werden. Veranstalter Michi Kummerer von der Kleinen Zeitung hatte aber auch die „Special Olympics“, die 2017 in Schladming stattfinden, als Partner des Lauf-Events am See eingeladen. So kam es zu einem Duell der besonderen Art: Alexander Radin, Sportler mit Down-Syndrom, lief mit Ex-Biathlon-Star und SPORTaktiv-Kolumnist Christoph Sumann um die Wette. Beide starteten zur selben Zeit, Radin von Pörtschach aus den Viertelmarathon, Sumann von Velden den „Halben“. Wer schneller war? Die Lösung findet sich, wie alle Ergebnisse auch, auf www.maxfunsports.com. Apropos Resultate: Die Strecke entlang des Wörthersees gilt mit einer Rekordzeit von unter einer Stunde für den Halbmarathon als einer der schnellsten des Landes. Dem Sieger Peter Kirui aus Kenia fehlten heuer auch nur 47 Sekunden auf die magische 1-Stunden-Grenze. Bärenstark auch seine Landsfrau Viola Jelagat, die den „Halben“ in 1:12 gewann. Und damit hier nicht nur die Sieger über die 21 km gerühmt werden: Auf der Viertelmarathon-Distanz war Valentin Pfeil im wahrsten Sinne des Wortes „pfeilschnell“ und brauchte lediglich 32:43 Minuten bis ins Ziel. LIVE DABEI Keep on running: Lauftagebuch 2016 Unser „Laufreporter“ Wolfgang Kühnelt näherte sich mit Riesen(lauf)schritten seinem persönlichen Saison-Highlight – seinem ersten „ganzen“ Marathon. Wie es ihm bei dieser Premiere am 25. September in Berlin gelaufen ist, erfährt ihr im Rahmen seiner Lauftagebuch-Jahresbilanz in der Dezember-Ausgabe. Aber als Vorbereitung dafür nahm er den Kärnten Läuft-Halbmarathon unter die Beine – und unter die Lupe. 19. bis 21. August: Kärnten Läuft IMMER MIT BLICK AUF DEN SEE Weiter hinten im Feld der Halbmarathonis fragte sich der Autor, ob es ihm gelingen könnte, die eigene Bestzeit aus dem Vorjahr zu schlagen. Die ersten Kilometer gingen fast spielerisch leicht, wohl auch wegen der angenehmen Temperaturen. Die Strecke verläuft von Velden bis Pörtschach nahezu ausschließlich abwärts, da kann man so viel Gas geben, wie die Lunge hergibt. Die im vergangenen Jahr dezent geänderte Streckenführung, die mehr Sicht auf den See ermöglicht, hat sich auch heuer bewährt. Allerdings wurde es ab der Hälfte mit zunehmender Sonneneinstrahlung doch ein wenig schwüler und die Lust, ans Limit zu gehen, schwand entsprechend. Die letzten paar Kilometer drosselte ich mein Tempo ganz bewusst – für den Spaßfaktor ist es nachweislich besser, am Ende der Distanz noch ein paar Reserven zu haben. Und mit 1:46 sollte man als Hobbyläufer auch nicht unzufrieden sein, zumal das schönste an diesem Lauf noch bevorstand: Der Zieleinlauf vorbei an der wartenden und winkenden Familie – und dann der erfrischende Sprung in den See. Im Wasser trifft man dann Freunde wieder, die sich während des Rennens weiter vorwärts oder rückwärts orientiert hatten und kann Gratulationen austauschen. Nach der äußeren Erfrischung folgte die innere – und erst als der ersehnte Hopfensmoothie konsumiert war, brach dann doch noch ein Gewitter über Klagenfurt herein. Gutes Timing ist eben alles ... Mein Fazit: Kärnten Läuft muss man erlebt haben! Nächste Chance: 2017 gibt es das Lauffest am See vom 18. bis 20. August. Informationen über die Anmeldung und das Programm findest du auf www.kaerntenlaeuft.at und auf www.facebook.com/kaerntenlaeuft Nr. 5; Oktober / November 2016 113

Magazin

SPORTaktiv April 2016
SPORTaktiv 1 2016
SPORTaktiv Bikeguide 2016
SPORTaktiv Laufguide 2016
SPORTaktiv Winterguide 2015