Aufrufe
vor 1 Jahr

SPORTaktiv Oktober 2016

  • Text
  • Oktober
  • Sportaktiv
  • November
  • Zeit
  • Regeneration
  • Menschen
  • Herbst
  • Ziel
  • Magazin

RUN fühl am

RUN fühl am Bundeskanzleramt, als mir meine liebste Ehefrau zujubelt. „Genießen“, hat mein Trainer trotz allem immer wieder gesagt. „Genießen“, haben Freunde, die ihr Berlin-Erlebnis schon hatten, gesagt. Und das tue ich dann tatsächlich die meiste Zeit über: genießen. Getragen vor der Masse vergehen die Kilometer wie im Flug. Auch auf der breiten Karl-Marx-Straße, auf der sich schon nach 11 Kilometern die Wadeln erstmals zu Wort melden und die Gegend mit riesigen Plattenbauten alles andere als schön ist. es unter dem Wahrzeichen der Stadt durchgeht. Aber so weit sind wir noch nicht. Zuerst geht es im Gedränge zum Berliner Reichstag. In den riesigen Park kommt nur, wer ein Startarmband hat – seit den Anschlägen auf den Boston-Marathon und dem Terror, der heutzutage allgegenwärtig ist, geht Sicherheit vor. Aber auch hier: Trotz der gigantischen Dimensionen kein Stau bei der Kleiderabgabe, die in zehn Zeltblöcken logisch organisiert ist. Wie auch der Weg zu den Startblöcken. Schnell noch eine wärmende Plastikfolie geschnappt, einen Schluck Wasser genommen und raus auf die „Straße des 17. Juni“. Die Sonne blinzelt durch die Bäume des Tiergartens, ganz weit vorne, unendlich weit, ragt die Siegessäule in den Himmel. Dann klatschen plötzlich 40.000 Frauen und Männer im Takt der Musik aus den Boxen – die Endorphine sprudeln. Als es in der dritten Startwelle dann auch für mich im hintersten Teil des Startblocks losgeht, sind Kenenisa Bekele und Wilson Kipsang, die sich um den Sieg duellieren, schon bei Kilometer 12. Fraglich aber, ob sie die ersten Meter so genossen haben wie ich: Diese Massen auf der Strecke und neben der Strecke, die erste Brücke über die Spree, von wo aus man kilometerweit auf das Teilnehmerfeld sieht.Oder die vielen Bands an der Strecke. Ganz zu schweigen vom Ge- „UMDREHEN WÄRE DOOF“ Aber Trübsal blasen oder gar ans Aufgeben denken? Ist hier keine Option. Spätestens bei der Samba-Gruppe sind die Wadeln wieder ruhig, die nächste Allee kühlt den Körper wieder, unterstützt vom engmaschigen Netz an Labestationen – und einer Million Zuschauern am Streckenrand! Endgültig geschehen ist es dann um mich bei Halbzeit. „Umdrehen wäre jetzt auch doof“, hat da ein junger Mann auf einen Karton gepinselt. Im herzhaften Lachen vergehen wieder Kilometer um Kilometer. Ehrfurcht dann am Rathaus Schöneberg, vor dem John F. Kennedy am 26. Juni 1963 seine berühmte „Ich bin ein Berliner“-Rede gehalten hat. Über den kilometerlangen Hohenzollerndamm geht es zurück ins FOTOS: Berlin Marathon/„marathonfoto“, Wolfgang Kühnelt Unsere zwei in Berlin KLAUS MOLIDOR (li.) erlebte und erzählte für SPORTaktiv das Abenteuer Berlin-Marathon. Er bewältigte die 42,195 km in 4:40:20 Stunden, belegte damit Platz 21.135. Sieger Kenenisa Bekele lief mit 2:03:06 die zweitschnellste Zeit der Geschichte, blieb nur 6 Sekunden über dem Weltrekord. Auch SPORTaktiv-Laufreporter WOLFGANG KÜHNELT (re.) war in Berlin dabei, lief in 4:02:45 auf Rang 14.182. Wie dieser erste Marathon seines Lebens für ihn ablief, schildert unser Lauftagebuch-Schreiber in seiner „Jahresbilanz“ in der Dezember-Ausgabe. 48 SPORTaktiv

Zentrum bis auf den Kurfürstendamm, wo sich Designergeschäft an Designergeschäft reiht. Auf dem Potsdamer Platz, dem verkehrsreichsten Platz des Kontinents, so zwischen Kilometer 38 und 39, dämmert es mir dann: Du schaffst es bis ins Ziel. Noch ein Schluck Tee, ein Stück Banane, rüber über den achteckigen Platz, der auch erst seit der Wiedervereinigung seine vollendete Form hat. Vorbei am Deutschen Konzerthaus, Linkskurve, Rechtskurve, Linkskurve – Unter den Linden. Der Prachtboulevard ist erreicht! Alle Mühsal ist vergessen, das Kopfsteinpflaster unter meinen Schuhen fühlt sich wie Watte an. Da ist es, das Brandenburger Tor, der Sehnsuchtsort jedes Berlin-Läufers. Tränen, Gänsehaut, Freude, alles mischt sich zu einem großartigen Gefühl, das sich bis zur Ziellinie steigert. Das Ende? Mit der Medaille um den Hals lege ich mich ins Gras und genieße. Noch besser nur: das Wiedersehen mit der besseren Hälfte am „Family Reunion Point“. Wiedervereinigung muss in Berlin einfach sein. FOTO: Holzstraßenlauf RIESEN-STIMMUNG BEIM 15. HOLZSTRASSENLAUF Fast 1.300 liefen in der Region Murau (St) mit. INS STARTERFELD des „15. Radio Steiermark Holzstraßenlaufs“ mischten sich auch sportliche Promis wie etwa Andrea Fischbacher und Christoph Sumann. Ganz vorne landeten freilich die „Spezialisten“: Den Halbmarathon entschieden Robert Gruber (1:10:25 h) und Claudia Rosegger (1:26:01 h) für sich. Die Organisatoren freuten sich aber nicht nur über starke Leistungen, sondern generell übers riesige Läufer- und Zuschauerinteresse, das beim kleinen Jubiläum für „Gänsehaut“- Atmosphäre“ sorgte. Fazit: Schon jetzt herrscht Vorfreude auf den 16. Holzstraßenlauf am 5. August 2017! INFOS/ERGEBNISSE: holzstrassenlauf.com ab € 250,– p. P. FOTOS: Vila Vita Pannonia Naturverbunden BUCHBAR VON 1. 10. BIS 4. 12. 2016 • 2 Übernachtungen im DZ oder Bungalow inklusive Frühstücksbuffet und Halbpension • 1 Tour in die Natur mit anschließendem Picknick (Leihfahrrad, Rad- und Laufkarte, Tipps für wunderschöne Picknickplätze und ein delikat gefüllter Picknickkorb) • Begrüßungsdrink, Obstkorb • Bademantel, Wellness und Sauna • Lauftreffs, Programme mit dem Coaching-Team LAUFERLEBNIS NEUSIEDLER SEE Das Hotel und Feriendorf VILA VITA Pannonia bietet auf 200 Hektar einzigartigen Urlaubsgenuss. Nur 80 Kilometer von Wien entfernt liegt das Naturparadies mitten im UNESCO VILA VITA PANNONIA **** NEUSIEDLER SEE / BURGENLAND Storchengasse 1, 7152 Pamhagen Tel.: 0043 2175/21 80-0 E-Mail: info@vilavitapannonia.at Web: www.vilavitapannonia.at Welterbe-Gebiet Fertö – Neusiedler See. Geprägt ist die Landschaft ganz besonders durch den angrenzenden Nationalpark mit seiner weiten Steppenlandschaft, den zahlreichen Salzlacken und die unvergleichliche Tier- und Pflanzenwelt. 12 Laufstrecken mit insgesamt 76,4 km stehen direkt rund um das Hotel zur Wahl, sowohl Anfänger als auch Profis finden hier garantiert die passende Route für ihre Trainingseinheit. Nr. 5; Oktober / November 2016 49

Magazin

SPORTaktiv April 2016
SPORTaktiv 1 2016
SPORTaktiv Bikeguide 2016
SPORTaktiv Laufguide 2016
SPORTaktiv Winterguide 2015