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SPORTaktiv Oktober 2016

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BIKE Wohin geht die

BIKE Wohin geht die Reise? BIKEZUKUNFT, TEIL 1. 800.000 Mountainbiker in Österreich und 10 Millionen in Deutschland sind eine Zielgruppe, die im Tourismusland Österreich zweifellos von großem Interesse ist. In Saalbach-Hinterglemm (S) trafen sich im September 80 Fachleute zum „1. Mountainbike Tourismus-Kongress“. Um Fragen zu diskutieren wie: Welche Chancen bieten Mountainbiker als Urlaubsgäste aktuell? Welche Angebote wünschen sie? Und ganz generell: Wohin geht im Biketourismus die Reise? TEXT: Christof Domenig FOTOS: Mountainbike Kongress 52 SPORTaktiv

Der Schauplatz im Salzburger Pinzgau ist selbst ein „Best Practice-Beispiel“: Saalbach-Hinterglemm beherbergt nicht nur Österreichs größtes zusammenhängendes Skigebiet, sondern ist auch im Mountainbike-Tourismus federführend. Seit 18 Jahren werden dort im Sommertourismus Biker umworben. Erfolgreich: Das Wegeangebot ist groß, der Hacklberg Trail oder das Spielberghaus genießen in der Community einen legendären Ruf. „Bike-Hotspots“ wie Saalbach-Hinterglemm gibt es heute mehrere in Österreich. „Auch der deutsche Biker denkt nicht automatisch an den Gardasee, wenn es um Bikedestinationen geht“, bringt Kongress-Organisator Harald Maier den Ist-Stand auf den Punkt. Gleichzeitig sieht sich die Tourismusbranche erst am Anfang des Wegs – der Vergleich mit dem Skifahren wurde immer wieder gebracht. „Wir sind dort, wo der Skitourismus in den 1950er-Jahren stand“, ortet Maier noch enorm viel Potenzial, „das gleichzeitig nicht nur den Big Playern Chancen eröffnen sollte, sondern gerade auch den Kleinen“. Wintersportregionen, die tiefer liegen oder die weniger Lifte und Pistenkilometer bieten – oder die im winterlichen Wettrüsten mit Schneekanonen einfach nicht mehr mithalten können ... DER SOMMER ERHÄLT DEN WINTER Ein Paradebeispiel, wie das funktionieren kann, ist die Kärntner Petzen. Diddie Schneider, deutscher Bikeparkund Trailbau-Pionier stellte als erster Referent seinen auf der Petzen errichteten Flow Country Trail vor, den es seit drei Saisonen gibt. „Das Skigebiet schrieb seit Langem rote Zahlen, die Betreiber standen vor der Wahl: Noch einmal in etwas Zukunftsträchtiges investieren oder zusperren“, berichtet Schneider. Er schlug sein Flow Country Trail-Konzept vor, das von jenem früherer Bikeparks stark abweicht. „Eine relativ leichte Strecke, nie zu steil, nie zu gefährlich, ohne spitze Kurvenradien, Drops oder Gaps. Der Schwierigkeitsgrad reguliert sich mit der gefahrenen Geschwindigkeit“, erklärt Schneider. 27 Grundbesitzer gaben für den Trail auf der Petzen ihre Zustimmung. Das Hauptargument, das alle überzeugte: Nur so könne das Skigebiet Bestand haben. Und damit die gesamte Region touristisch weiterleben. 3,5 Jahre lang wurde auf der Petzen gebaut, eine halbe Million Euro investiert. Wobei Schneider schon auch betont, dass die Erhaltung einer solchen Strecke wesentlich teurer ist als ihre Errichtung. 10.000 Biker nutzen heute, drei Jahre nach Eröffnung, pro Saison die Bergbahn. Profis genauso wie „Familien mit Kindern auf 20 Zoll-Rädern“. So, wie es dem breit angelegten Streckenkonzept entspricht. 2,5 Mio. Euro an jährlicher Wertschöpfung aus dem Flow Country Trail wurde für die Kärntner Region errechnet. Vor allem aber geht der Skibetrieb nun weiter: „Der Sommer erhält den Winter mit.“ In weiteren Kärntner Orten stehen derzeit ähnliche Flow Trail-Konzepte vor Nr. 5; Oktober / November 2016 53

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