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SPORTaktiv Oktober 2018

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EIN PEKOLL GEHT NICHT IN

EIN PEKOLL GEHT NICHT IN PENSION MOUNTAINBIKER MARKUS PEKOLL (30) ÜBER 70-JÄHRIGE AUF TRAILS, DIE KONKURRENZ DER INFLUENCER UND WARUM SOCIAL MEDIA FLUCH UND SEGEN ZUGLEICH SEIN KANN. VON CHRISTOPH HEIGL S timmt es, Markus, die Geburt deines Sohnes war ausschlaggebend für dein Karriereende? Er war das Tüpfelchen auf dem i. Ich hatte 2017 eine super Saison und schon davor das Gefühl, dass ich aufhören würde, wenn alles passt. Ich war körperlich und technisch auf dem Höhepunkt und dann kam die Nachricht, dass wir Eltern werden. Ich war zu dem Zeitpunkt 13. der Weltrangliste, am absoluten Limit meiner Möglichkeiten und es war ein schöner Abgang. Aber ehrlich: es war auch wie der Sprung von einem fahrenden Zug. Alles staubte. Ich war ein paar Wochen ohne echten Plan B in totaler Orientierungslosigkeit. Ich habe also Marias Schwangerschaft genossen, wie es wenige Väter können, wir haben lange geschlafen, spät gefrühstückt. Der Bua ist jetzt neun Monate alt und hat unser Leben auf den Kopf gestellt. Was macht Österreichs langjähriger Parade-Downhiller nach dem Karriereende? Für die Pension ist es viel zu früh … Ich hab heuer für Red Bull TV und ServusTV ein paar Downhill-Weltcup rennen als Experte kommentiert, das wollen wir 2019 auch mit Helmkamerafahrten fortsetzen. Dann mache ich nebenbei eine Trainerausbildung, und beim Mountainbike-Nationalteam war ich bei der WM als Berater und Coach des Downhill-Teams dabei. Davor wollte ich ein bissl Abstand vom Sport, damit ich den Blick von außen einbringen kann. Als Sportler hat man einen Tunnelblick, das ist mir nach dem Karriereende erst richtig bewusst geworden. Und dann schreibe ich an ein paar Konzepten und kooperiere mit Firmen wie Gigasport und 74 SPORTaktiv

Fotos: Armin Walcher dem Salzburger Hof in Leogang. Hans Knauß hat mir einmal in der Kraftkammer gesagt, es tun sich immer Türen auf. Und genau so ist es bei mir gerade und das ist sehr schön zu erleben. Ich bin selbstständig und schaue, was mir Spaß macht und funktioniert. Fährt Markus Pekoll auch E-Bike? Na klar, mit dem E-Bike kann ich eine schnelle Runde am Abend drehen und 1000 Höhenmeter sind keine Hexerei. Ich war beim Thema E-Bike immer offen und habe es als Chance gesehen. Sogar meine Mama hat jetzt ein E-Bike: 160 mm Federweg, ein Vollgasbike mit breiten Reifen. Erst dachte ich: Um Gottes Willen! Aber es gibt ihr irrsinnige Sicherheit und sie geht plötzlich biken. Meine Mama! Und vom Gesundheitsaspekt her ist es natürlich spitze, wenn man am Rad was macht, aber den Puls net aufs Maximum treibt. Im ganzen Leben haben wir eh immer Vollstress, da sehe ich das E-Bike als Chance zum Runterkommen. Aber nix ohne Schattenseiten: E-Biker kommen in ein Gelände, wo sie nicht hingehören. Es passieren Unfälle, da braucht es noch Lösungen. Wie siehst du die Entwicklung in Österreich rund um Forststraßen, Bikeparks und Trailcenter? Als ich ums Jahr 2000 angefangen habe, gab es nur die Downhill-Strecken in Afritz, Leogang und bei mir in Schladming. Downhiller waren die alleinige Zielgruppe. Das hat sich aufgeweitet, jetzt gibt es eine Breite an Bikern. Welche Konzepte in Österreich gefallen dir? Das Trailcenter Hohe Wand Wiese bei Wien ist interessant, weil es auf Vereinsebene funktioniert. Und natürlich sind die Wexl Trails in Niederösterreich ein Produkt, bei dem als erstes dieser niederschwellige Einstieg für alle Zielgruppen umgesetzt wurde. Auf Einladung der Planaibahnen waren wir mit ein paar Schladminger Grundbesitzern dort. Ich kann von ihnen ja kein Aha-Erlebnis und Verständnis für Bikestrecken verlangen, wenn sie das Biken nicht fühlen. Also sind der 70-jährige Jäger und die 70-jährige Bäuerin auf den Wexl Trails auf E-Bikes herumgekurvt. (Anm.: Er zeigt das Handyvideo) Ja, was glaubst, das hat ihnen gefallen! Ansonsten findet eben gerade dieses Umdenken statt. In den Skigebieten haben wir 90 Prozent blaue und roten Pisten, in den Bikeparks aber 90 Prozent schwere Strecken. Die SPORTaktiv 75

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