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SPORTaktiv Oktober 2018

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MANAGER SATTELN UM IMMER

MANAGER SATTELN UM IMMER MEHR FÜHRUNGSKRÄFTE ENTDECKEN DAS RENNRAD. WAR FRÜHER GOLFEN BEKANNT ALS DER KLASSISCHE MANAGERSPORT, IST ES HEUER IMMER ÖFTER DER AUSDAUERSPORT, INSBESONDERE DAS RENNRADFAHREN. VON ALFRED BRUNNER Zwei 28-Zoll-Räder, verbunden mit feinstem Carbon. Was international gerade im Trend ist, zieht auch hierzulande: Führungskräfte am Rennrad. Eigene Netzwerke für Rennrad-CEOs sind in den letzten Jahren rund um den Globus entstanden, die bekanntesten sind die von Australien aus gegründeten „International Cycling Executives“ und der deutsche Club „Tete de la Course“. Aus New York hört man, dass gut verdienende Börsianer die Mittagspause rennradelnd im Central Park verbringen. Oder einfach formuliert: Rennrad ist das neue Golf. Die meisten radelnden Chefs nutzen die karge Freizeit aber nicht für eine organisierte Rennradrunde, sondern fahren alleine oder mit ein oder zwei Sportsfreunden. Die bei uns bekanntesten Manager und Rennrad-Aficionados sind der deutsche Außenminister Heiko Maas, Winzer-Ikone Leo Hillinger, Josef Margreiter (Geschäftsführer Tirol Werbung) und Arno Wohlfahrter (Metro Fotos: Simplon Bikes, privat 78 SPORTaktiv

FESTKA CLIMBING DAY Beim „FESTKA Climbing Day“ in Velden, organisiert vom Schweizer Bankhaus Julius Bär und der tschechischen Carbon-Edelmarke Festka, trafen sich 20 rennradelnde Manager zu einer Ausfahrt auf die Gerlitzen. SPORTaktiv war als exklusiver Medienpartner dabei. Als prominente Guides begleiteten uns Ex-Profi Paco Wrolich, sowie Radprofi Bernie Eisel. CHRISTIAN PLANEGGER, UNTERNEHMER Rennradfahrer seit: 2008 Kilometer pro Jahr: 5000 Hauptmotive: gelenkschonend Landschaft genießen, runterkommen vom Alltag Österreich). Zeit für uns also, um einen genauen Blick auf die Beweggründe zu werfen. SPORTaktiv-Sportpsychologe Peter Gurmann erklärt den Trend so: „Das Rennradfahren erfordert ähnliche Kernkompetenzen wie das Management: Disziplin, Ausdauer und eine hohe Eigenmotivation. Fitness und Ausgleich zum nicht selten stressigen Berufsalltag sind die vorrangigen Ziele“, sagt der Experte. „Zugleich verfallen viele Rennradler beim monotonen und oft stundenlangen Dahinrollen in eine Art meditative Trance, in der sich offene Fragen wie von selbst beantworten. Von der Belastung des Bewegungsapparates her hat das Rennradeln einen großen Vorteil gegenüber dem Laufen: Das gelenkschonende Treten und Ziehen kann bis ins hohe Alter ausgeübt werden.“ Statussymbol Rennrad Auch viele Bikeshops stellen sich auf die zahlungskräftige Rennrad-Klientel ein und haben Oberligamarken wie z. B. BMC, Cannondale, Pinarello, Trek, Scott oder Specialized im Angebot sowie Premium-Bekleidung wie von der britischen Marke Rapha. Michael Ferdiny vom Wiener Radshop „Ciclopia“ sieht seit drei Jahren einen vermehrten Umstieg von früheren Mountainbikern aufs Rennrad und begründet dies so: „Mit zunehmendem Alter rückt der Fitnessaspekt in den Vorder- und die Action in den Hintergrund“, meint Ferdiny. „Interessant ist auch, dass der Anschaffungspreis häufig keine Rolle spielt, im Gegenteil: Ein superteures Rennrad ist heutzutage eines der neuen Statussymbole für Besserverdiener.“ Es ist schon sehr spannend, wie sich im Lauf der Zeit der Managertypus offenbar verändert hat. War der typische Chef vor Jahrzehnten noch der Whiskeytrinkende und Zigarrenrauchende Genussmensch, so dominiert heute der Gegenentwurf, der drahtige Ausdauerfreak. Der Rennradboom ist in der Wirtschaftselite auf alle Fälle erst am Anfang. MARTIN DEPISCH, MANAGER Rennradfahrer seit: 2012 Kilometer pro Jahr: 14500 Hauptmotive: Fit bleiben, Fitness messen, Socializing, Land und Leute sehen THOMAS REITER, GESCHÄFTS- FÜHRER Rennradfahrer seit: 2008 Kilometer pro Jahr: 3000 Hauptmotive: gelenkschonend fit bleiben, mit Freunden sporteln, Natur genießen SPORTaktiv 79

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