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SPORTaktiv Oktober 2018

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D Vier avid Misch hat

D Vier avid Misch hat 2013 das „Race Across America“ als „Rookie of the Year“ beendet und reiht sich damit selbst in eine Reihe von Sportlern ein, die viele als „extrem“ bezeichnen würden. Misch hat auch Severin Zotter bei seinem RAAM- Sieg betreut und begleitet. „Ich bin einer, der viel nachdenkt, über meinen eigenen Antrieb im Sport. Zum Beispiel: ob es das wert ist, dass ich meine Familie mit dem Sport belaste? Mich interessiert zugleich sehr, was andere antreibt“, sagt Misch. Ein ganzes Regal von Sportler-Biografien habe er daheim. Doch er wollte weder eine Biografien-Sammlung, noch einen Beitrag zur gängigen Ratgeber-Literatur abliefern, schickt der 33-jährige Geowissenschafter im Gespräch mit SPORTaktiv voraus. Als „Sportlerkollege“ befragte er einerseits erfolgreiche Protagonisten aus dem ihm gut bekannten Ultra-Ausdauersport – neben Zotter und seinem oftmaligen Trainingspartner Christoph Strasser beispielsweise Christian Schiester. Misch suchte andererseits seine Interviewpartner im Bergsport (z. B. Free Solo-Kletterer Hansjörg Auer, Alpinlegende Peter Habeler) oder in Wassersportarten (Extremsegler Christian Kargl oder die Apnoetaucher Eugen Göttling und Herbert Nitsch). Die Essenz der 18 Gespräche verarbeitete er in einem Buch: „Intensität – die Jagd nach dem Flow.“ Was ist „normal“ – was „extrem“? Schon bei der Auswahl der Interviewpartner habe sich eine Frage aufgedrängt: Wie grenzt man „Extrem-“ von „normalem“ Sport ab? Obwohl die Fotos: Katrin Meier, Eugen Göttling, Florian Grasel, Archiv Auer, Elias Holzknecht von 18: Alexandra Meixner, Eugen Göttling, Florian Grasel, Hansjörg Auer (von oben nach unten). 90 SPORTaktiv

DIE SUCHE NACH DEM INTENSIVEN WAS KANN MAN VON STRASSER, SCHIESTER, AUER, NITSCH UND CO. LERNEN? DAVID MISCH HAT 18 PERSÖNLICHKEITEN GETROFFEN, DEREN SPORTAUSÜBUNG ALS EXTREM GILT – SIE NACH IHREN ANTRIEBEN BEFRAGT, UND DIE ERKENNTNISSE IN EIN BUCH VERPACKT. VON CHRISTOF DOMENIG LEBEN meisten der 18 Sportler den Begriff „Extremsport“ auf ihrer Webpräsenz verwenden würden, fühle sich keiner wohl damit, berichtet Misch. „Eher haben sich die Sportler dieses Etikett gegenseitig zugeschoben“. Ihn selbst fesselten jedenfalls die Einblicke in zuvor unbekannte Welten besonders: „Ultra-Ausdauersport erscheint mir naturgemäß weniger extrem als Free-Solo-Klettern – auch wenn es dabei objektive Unterschiede gibt: Beim Race Across America gibt es ein Ausstiegsszenario, ungesichert in einer Felswand nicht.“ Apnoetauchen, wo bis zu 250 Meter tief ohne Sauerstoffgerät getaucht wird, hätte er als extrem riskant eingestuft. „Doch als es mir Herbert Nitsch erklärte, hat sich mein Blick darauf stark verändert. Es gibt immer ein Back-up-Szenario, wird sehr viel Risikominimierung betrieben.“ Nitschs Unfall bei einem Rekordversuch vor einigen Jahren, an dessen Folgen der Weltklassesportler lange Zeit laborierte, wäre auf menschliches Versagen bei der Rettung zurückzuführen gewesen. Nicht auf die Gefährlichkeit der Sportart selbst. Heldentum und Selbstzerstörung Gerade gefährliche Extremsportarten polarisieren und rufen in der Gesell- SPORTaktiv 91

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