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SPORTaktiv Oktober 2019

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54 SPORTaktiv GESETZ DER SERIE

DAS ZEITALTER DER SELBSTDARSTELLUNG HAT EINEN NEUEN TREND HERVORGEBRACHT: STREAK RUNNING. ODER AUF DEUTSCH: JEDEN TAG LAUFEN GEHEN. WIE SINNVOLL DAS IST UND WARUM ES DIE MEISTEN TROTZDEM LIEBER NICHT MACHEN SOLLTEN. VON KLAUS MOLIDOR Fotos: iStock Jeden Tag laufen. Wochen-, monate-, jahrelang. Das kennen wir aus dem Filmklassiker Forrest Gump. Drei Jahre, zwei Monate und 14 Tage ist der gelaufen. Seit geraumer Zeit hat dieses Jeden-Tag-Laufen einen Namen: Streak Running. Je länger der Streak, also die Serie, desto besser. Um sich in sozialen Medien oder sonstwo auch wirklich als Streak Runner inszenieren zu können, gibt es sogar Regeln, ab wann ein Lauf ein Lauf ist. Aufgestellt von der United States Running Streak Association. „Der Lauf muss zwischen 0 und 24 Uhr stattfinden, mindestens eine Meile lang sein und ohne die Unterstützung anderer Personen absolviert werden.“ So weit, so gut. Aber jeden Tag laufen bedeutet auch eine tägliche Belastung für Bänder, Sehnen und Gelenke. Ist das wirklich sinnvoll? „Es kann sinnvoll sein, um einen Rhythmus zu bekommen, um regelmäßig Sport auszuüben“, sagt Sportwissenschafter Stefan Arvay, der selbst Läufer und Triathlet und aktuell auch Konditionstrainer des Fußball- U21-Nationalteams ist. „Es kann helfen, die Bewegung in den Tagesablauf zu integrieren.“ Allerdings lauern auch viele Gefahren. Laufanfänger, die vielleicht noch mäßig sportlich bis übergewichtig sind, laufen sehr schnell in eine Überbelastung. „Für solche Leute sind 15 Minuten bei einem Schnitt von 7:20 Minuten pro Kilometer schon eine große Anstregung. Wenn man das jetzt über einen längeren Zeitraum jeden Tag macht, bekommt man sehr schnell Probleme.“ Besser wäre in diesem Fall sanft zu starten, etwa mit drei Minuten Laufen und zwei Minuten Gehen und das dreimal zu wiederholen, damit sich der Körper langsam an die Belastung gewöhnen kann. Wer dagegen schon besser trainiert ist, läuft buchstäblich Gefahr, es zu übertreiben und es nicht bei kürzeren Einheiten zu belassen. „Bei solchen Leuten hat das tägliche Laufen eigentlich auch gar keinen Sinn. Denn ein, zwei Kilometer bringen fortgeschrittenen Läufern trainingstechnisch gar nichts, sie nehmen ihnen nur die Regenerationstage.“ Es schadet dann vielleicht zwar körperlich nicht, aber man vergibt sich sein volles Potenzial, „denn die Verbesserung der Leistung findet in der Regeneration statt“, erklärt Arvay. „Training besteht nun einmal aus dem Wechsel zwischen Be- und Entlastung.“ Richtig gefährlich wird es, wenn man den Streak über alles stellt, nicht mehr auf seinen Körper hört und auch die Laufschuhe schnürt, wenn man krank ist und Fieber hat. „Der Körper sagt dir SPORTaktiv 55

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