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SPORTaktiv Oktober 2019

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über den Schmerz, dass

über den Schmerz, dass er eine Pause braucht. Darauf sollte man hören.“ Wenn der Streak dann aber vielleicht schon 98 Tage anhält, ist die Versuchung groß, die Stimme des Körpers zu überhören oder medikamentös zum Schweigen zu bringen. Auch Sportmediziner Robert Fritz stößt im Interview mit dem „Standard“ in dieses Horn. „Jeden Tag eine Stunde auf Anschlag zu laufen wird nicht funktionieren.“ Schwieriger Absprung Jeden Tag eine Stunde oder mehr ist Philipp Grill aus Oberösterreich gelaufen. Viereinhalb Jahre lang, zumindest acht Kilometer pro Tag. Länger als Forrest Gump. „Das war aber nie mein Ziel. Ich bin gelaufen, weil es mir gutgetan hat. Er hat auch gelernt auf seinen Körper zu hören. „Ich hab keine Medikamente genommen. Wenn ich mir in der Früh nicht sicher war, ob ich krank werde, bin ich losgelaufen. Mein Körper hätte mir dann schon gesagt, was los ist.“ Passiert ist nichts, bis auf eine kürzere Phase mit Knieschmerzen hatte Philipp Grill auch keine Probleme. „Und da hab ich dann einfach die Intensität reduziert.“ STEFAN ARVAY ist Sportwissenschafter und Konditionstrainer des Fußball- U21-Nationalteams arvay-sportconsulting.com sportpark-athletik.at Aufgehört hat er dann aber trotzdem vor rund einem Jahr. „Es war schon ein innerer Stress, das Laufen jeden Tag zu integrieren.“ Auf Reisen zum Beispiel – Grill ist während seines Streaks in 40 Ländern gewesen – oder wenn er eine Bergtour gemacht hat und den Lauf davor oder danach noch zusätzlich zu absolvieren hatte. Den Absprung hat er dann vor rund einem Jahr in Vorarlberg im Wanderurlaub geschafft. „Einfach so, an einem normalen Tag aufzuhören – das hab ich nicht geschafft.“ In Mellau bot sich dann aber die Gelegenheit. „Wie in dem Lied bin ich dann von Mellau bis nach Schoppernau gelaufen. Die Füße haben mir zwar nicht wehgetan, ein schöner Abschluss war das aber trotzdem.“ Und der Tag danach? „Schwierig. Das Loslassen war nicht leicht.“ Jetzt fühlt er sich befreit. Laufen gehört nach wie vor zu seinem Leben. „Aber nicht mehr um jeden Preis und jeden Tag.“ Sein Resümee zum Streak Running fällt dann ähnlich aus wie jenes von Sportwissenschafter Stefan Arvay. „So wie es jetzt gehypt wird, einen oder zwei Kilometer pro Tag – das kann man ja in der Jean laufen. Eine Serie mit jedem Tag Laufen würd ich nicht empfehlen. Ich sag Leuten, die mich um Rat fragen, immer: Nehmt euch vier, oder fünf Tage die Woche vor. Dann müsst ihr nicht jeden Tag laufen, wenn es wirklich nicht geht. Und wer vier Tage nicht unterbringt, der gibt dem Laufen keine Priorität.“ Arvay empfiehlt auch Abwechslung. Rad fahren, schwimmen, wandern. „Immer nur eine Sportart so intensiv auszuüben ist wegen der einseitigen Belastung nicht gut. Abwechslung trainiert andere Muskelgruppen und tut auch dem Kopf gut.“ Denn am Ende des Tages sollte der Sport Spaß machen. „Wenn du dich zum Sport nicht mehr überwinden musst, sondern dich darauf freust – dann hast du es geschafft.“ Nur so schafft man es in eine Regelmäßigkeit und in einen gesünderen Alltag. EINFACH SO, AN EINEM NORMALEN TAG AUFZU- HÖREN – DAS HAB ICH NICHT GESCHAFFT. 56 SPORTaktiv

Mehr Impressionen und alle Ergebnisse: www.kaernten laeuft.at ZEHN BEWERBE UND JEDE MENGE SIEGER „KÄRNTEN LÄUFT“ LUD AN DEN WÖRTHERSEE UND DIE LAUFGE- MEINDE KAM IN SCHAREN. IN ZEHN BEWERBEN KONNTE DAS „LAUFEN MIT URLAUBSFEELING“ GENOSSEN WERDEN. Fotos: Markus Traussnig, Helmuth Weichselbraun Sonne, See und Urlaubsfeeling. Kein Laufevent vermag das so zu vermitteln wie Kärnten Läuft. Beim traditionellen Laufwochenende am Wörthersee Ende August waren dann auch wieder jede Menge strahlende Gesichter zu sehen. Sportlich im Blickpunkt steht traditionell der Sonntag, wenn der Viertel- und der Halbmarathon entlang des Sees gelaufen werden. Den „Halben“ entschied Streckenrekordhalter Geoffrey Ronoh (links im großen Bild) in 1:02:28 Stunden im Zielsprint vor seinem kenianischen Landsmann Emanuel Kemboi für sich. Auch bei den Damen war mit Joyline Chemutai (1:12:01 h) eine Läuferin aus Kenia Spitze. Stefan Herzog (im kleinen Bild unten) jubelte besonders ausgelassen, der Salzburger schaffte es mit der starken Zeit von 1:03:53 h zum besten Österreicher (und insgesamt auf Platz 7). Victoria Schenk tat es Herzog in 1:15:58 bei den Damen gleich, ebenfalls Platz 7 – und beide sicherten sich damit den Titel bei der heuer in Kärnten ausgetragenen Halbmarathon-Staatsmeisterschaft. Ein stolzes Resümee Knapp 7000 Anmeldungen wurden in allen zehn Bewerben verzeichnet – vom Wörthersee-Nightrun über den Dogging-Hundelauf, Familienlauf, Frauenlauf und Junior-Marathon bis hin zu den Highlights Viertel- und Halbmarathon. Auch die Neuerungen wie das neue Maskottchen oder die Gemeinde-Wertung kamen sehr gut an. Veranstalter Michael Kummerer zog nach drei Tagen ein höchst zufriedenes Resümee: „Ich bin stolz auf ein tolles Wochenende, damit kann sich Kärnten weiterhin als Top-Laufland positionieren. Besonders stolz bin ich auf die gesamte Kärnten-Läuft-Crew, die wieder für perfekte Rahmenbedingungen gesorgt hat.“ Fazit: Die 18. Auflage von Kärnten Läuft war wieder ein tolles Lauffest für alle – und der Termin für die 19. Auflage im nächsten Jahr steht auch schon fest. Zum Vormerken: 21. bis 23. August 2020! SPORTaktiv 57

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