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SPORTaktiv Oktober 2019

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ES GRÜNT AM EVENT-SEKTOR KLIMASCHUTZ IST DAS THEMA DES JAHRES. BEI IMMER MEHR LAUFEVENTS WERDEN MASSNAHMEN GESETZT, UM DEN ÖKOLOGISCHEN FUSSABDRUCK ZU VERKLEINERN. WAS BRINGEN DIESE – UND WAS IST EIGENTLICH EIN „GREEN EVENT“? VON CHRISTOF DOMENIG 100 Millionen Becher werden pro Jahr bei europäischen Laufveranstaltungen exakt einmal verwendet und landen dann im Müll. Diese Zahl war heuer beim Vienna City Marathon im April zu hören, weshalb die Veranstalter von Österreichs größtem Lauf erstmals wiederverwendbare Becher organisierten. Beim Wachau-Marathon Ende September gab es keine Goodiebags und Regenponchos aus Plastik mehr, der Transport mit „Öffis“ zu den Startorten ist an der Donau schon seit Jahren im Startgeld inbegriffen; Begleitfahrzeuge fuhren heuer emissionsfrei zwischen Emmersdorf, Spitz und Krems, und die Plastikbecher an den Labestationen sind ebenfalls schon seit einigen Jahren durch Pappbecher ersetzt. Bei unseren deutschen Nachbarn hat der TÜV für den Köln-Marathon 2018, mit rund 22.000 Teilnehmern einen ökologischen Fußabdruck von 140 Tonnen CO 2 errechnet (zur Einordnung: Der Durchschnittsösterreicher verbraucht 11 bis 12 Tonnen CO 2 pro Jahr – um die Erderwärmung bei 2 Grad zu stoppen, sollten Menschen in der westlichen Welt möglichst rasch auf rund 2,5 Tonnen CO 2 -Jahresverbrauch im Schnitt herunterkommen, sagen Klimaforscher). Für den 13. Oktober haben die Kölner Veranstalter deshalb umgeschwenkt, es gibt T-Shirts aus Holzfaser statt Polyester, die Finisher bekommen regional produzierte Holzmedaillen umgehängt. Allein die neuen Medaillen sollen in Köln 30 Tonnen CO 2 einsparen. Beispiele gäbe es noch einige – es scheint, dass in dem Jahr, in dem der Klimaschutz wie nie zuvor im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht, auch Veranstalter von Lauf- und generell Sportevents ihr grünes Gewissen entdecken. Aber bringt das auch was – außer einem beruhigtem Gewissen? Größte Flurreinigung Europas Der Gedanke, dass Veranstaltungen einen Fußabdruck in der Umwelt hinterlassen, der nicht gerade klein ist, und die Idee, diesen möglichst klein zu halten, sind grundsätzlich nicht neu. In Österreich gibt es seit 2006 die beim Bund angesiedelte Initiative „Green Events Austria“, und mittlerweile gibt es auch in den Bundesländern Stellen, die Veranstaltern dabei helfen, möglichst ökologische Events auf die Beine zu stellen. Eine Auszeichnung als „Green Event“ wird jährlich – unter anderem in der Kategorie Sportveranstaltungen – vergeben. Als einer von drei „grünen“ Sportevents wurde heuer die „24-Stunden Burgenland Extrem Tour“ prämiert, der winterliche Lauf- und Outdoorevent am Neusiedlersee, der wieder am 24. und 25. Jänner 2020 stattfindet. „Der nach- Fotos: iStock, Burgenland Extrem 60 SPORTaktiv

haltige Gedanke war von Start weg vor neun Jahren mit dabei“, erzählt Tobias Monte, einer der drei „Burgenland Extrem“-Veranstalter. Die Startersackerl habe man von Beginn weg bewusst nur mit hochwertigen und sinnvollen Produkten bestückt, um keinen unnötigen Müll zu produzieren; mit dem burgenländischen Müllverband gibt es eine Kooperation; Teilnehmer werden im Vorfeld dazu aufgerufen, Fahrgemeinschaften zu bilden, weil die Versorgung mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Burgenland nicht gerade ideal ist; Verpflegung stammt aus der Region: das nur einige Beim „24-Stunden Burgenland Extrem“ bekommen alle Starter ein Mistsackerl mit auf den Weg für Europas größte Flurreinigung. KRITERIEN FÜR GRÜNE EVENTS KLIMASCHONENDE MOBILITÄT: Der Eventort soll mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Fahrrad gut erreichbar sein. Der Veranstalter soll die Möglichkeiten klimaschonender An- und Abreise rechtzeitig und möglichst gut kommunizieren. VERPFLEGUNG: Überwiegend saisonale und regionale Lebensmittel und Getränke, die biologisch produziert werden, ausgeben. Vegetarische/vegane Gerichte anbieten. ABFALLVERMEIDUNG Mehrweggeschirr, -becher usw. verwenden, in Ausnahmefällen (z. B. wegen Sicherheitsbestimmungen) aus Pappe oder nachwachsenden Rohstoffen. ABFALLTRENNUNG In allen Veranstaltungsbereichen die jeweils anfallenden Abfallarten unter Berücksichtigung des regionalen Abfalltrennsystems sammeln. Genügend Abfallbehälter für alle Abfallarten zur Verfügung stellen. RESSOURCENSCHONUNG Auf effizienten Einsatz von Wasser, Strom, Wärme und die Verwendung umweltfreundlicher Materialien achten. Strom, Wärme aus erneuerbaren Quellen bzw. Eigenversorgung, z.B. per Photovoltaik. BARRIEREFREIHEIT Achten auf Barrierefreiheit in allen Bereichen und die entsprechenden Angebote frühestmöglich aktiv kommunizieren. AKTIVE KOMMUNIKATION Green-Events-Maßnahmen intern und der Öffentlichkeit frühzeitig und um fassend, vor und während der Veranstaltung kommunizieren. Quelle: Green Events Austria SPORTaktiv 61

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