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SPORTaktiv Oktober 2019

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88 SPORTaktiv GLETSCHER WIE LANGE NOCH?

ÖSTERREICHS GLETSCHER ÖFFNEN IHRE SKIGEBIETE. WIE JEDES JAHR MIT GROSSEM TAMTAM, OPENINGS, NEUEN ANLAGEN UND GROSSER VORFREUDE AUF DIE WINTERSAISON – ABER AUCH BEGLEITET VON KRITISCHEN TÖNEN UND UNKENRUFEN. WIR HABEN UNS ZWISCHEN STUBAITAL UND DACHSTEIN UMGEHÖRT. PLUS: WAS SAGT DIE GLET- SCHERFORSCHERIN ANDREA FISCHER? VON CHRISTOPH HEIGL Fotos: Stubaier Gletscher/Andre Schönherr, Hintertux/shootandstyle.com er letzte Winter war ein außergewöhnlich schneereicher, das hat man auf den Gletschern bis in den Sommer hinein gespürt. „Der heurige Sommer war fast ein ,Gletschersommer‘“, sagt Andreas Kleinlercher, Seilbahndirektor am Stubaier Gletscher. „Die Gletscher waren bis Anfang August mit Schnee bedeckt, sodass das Gletschereis nicht angegriffen wurde. Schneefrei waren die Gletscher erst ab Mitte August. Der Schneefall am ersten Septemberwochenende hat ein Weiteres Abschmelzen bis auf weiteres wieder verhindert.“ Somit konnte man auf dem Stubaier Gletscher bereits am 13. September mit dem Winterbetrieb am Daunferner starten. Der Hintertuxer Gletscher im Zillertal ist Österreichs einziges Ganzjahresskigebiet, auch hier schwillt um diese Jahreszeit der Ansturm richtig an. „Speziell ab September steigt die Anzahl an Nachwuchsklubs und Trainingsmannschaften“, berichtet Ines Eberl-Kammerlander, Marketingleiterin der Zillertaler Gletscherbahnen. „Oft sind es mehr als 50 Nationen täglich, die am Gletscher trainieren. Zum anderen gibt es zahlreiche Freizeitsportler, die bereits im Herbst ihre ersten Schwünge ziehen wollen.“ Während es am Stubaier Gletscher heuer im Sommer keine Bautätigkeiten gab, wurde am Hintertuxer Gletscher umfassend in Sicherheit und Qualitätsverbesserung investiert. Etwa in neue Seilbahnkabinen und an der Bergstation in 3250 Meter Seehöhe wurden die Lager der drei Umlenkscheiben ausgetauscht. Das technische Highlight: Beim Gletscherbus 3 wurde das Seil ausgetauscht, was alleine schon ob der Daten des Seils ein logistisches Großprojekt ist: 48 mm dick, 7,6 km lang, 66 Tonnen schwer. Das Gesamtgewicht des Transports mit drei Zugmaschinen betrug 126 Tonnen, dieser führte von der Schweiz über Hintertux zum Fernerhaus auf 2600 Meter Höhe. Lohnen sich solche Bemühungen? Sind die Menschen unten im Tal noch heiß auf Gletscherskifahren? Oder spürt man in der Branche ein wenig Zurückhaltung angesichts allgegenwärtiger Öko-Überlegungen und Nachhaltigkeitsphilosophien? „Eine Zurückhaltung aufgrund von ökologischen Überlegungen können wir nicht feststellen“, sagt Seilbahndirektor Kleinlercher (Stubai). „Im Herbst sind die Skifahrer heiß auf das Skifahren und wollen auch so früh wie möglich die ersten Schwünge machen. Sobald die Großwetterlage nach Schneefall in den höheren Lagen aussieht, steigt die Nachfrage nach geöffneten Pisten rasant an.“ Das auch politisch breit gespielte Thema Klimawandel betrifft aber natürlich auch die hoch gelegenen Skigebiete. „Die Gletscherschmelze ist in jedem Sommer sichtbar“, erzählt Kleinlercher. „Natürlich hängt sie auch von der jeweiligen Wetterlage ab. Für uns gilt es, auf die Gletscherschmel- SPORTaktiv 89

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