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SPORTaktiv Oktober 2020

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Die Ski Plattformen wie

Die Ski Plattformen wie Willhaben sind jetzt im Herbst voll von Kellerfundstücken und Juwelen. Man findet sämtliche Teile in großer Auswahl und ganze Skitourensets von teuer (weil fast neu) bis fast geschenkt (weil aus der Steinzeit). Wir zielen zum Schnuppern nicht auf reine Skitourenski ab, sondern denken auch an mögliche Pistenfahrten und ergattern zwei Allmountain-Ski: einen Damenski Atomic Vantage (aus dem Fundus eines ÖSV-Trainers, wie sich bei der Preisverhandlung herausstellt), gebraucht, aber top in Schuss um wohlfeile 75 Euro. Und einen zehn Jahre alten Blizzard Magnum (Neupreis laut Schnellrecherche damals mehr als 1000 Euro) samt Marker-Duke-Tourenbindung um gesamt schlappe 69 Euro. Vorweg: Beide Ski sind alt, aber tadellos. Einer der Vorbesitzer hat sogar noch ein Skiservice machen lassen. Die Bindungen Die Wahl fiel auf die mittlerweile aus der Mode kommenden Rahmenbindungen, die Marker Duke FR 16 und eine Marker Baron (gebraucht 160 Euro), beide mit ein paar Jahren auf dem Buckel. Die sind zwar bei Weitem nicht so leicht und ideal wie die modernen Pin-Bindungen, aber dafür kann man sie mit herkömmlichen Alpinschuhen (und auch im Pisteneinsatz) verwenden. Die Schuhe Um eben nicht teure Tourenschuhe kaufen zu müssen, obwohl sie auch am Gebrauchtmarkt zu finden sind, wohl in unterschiedlichen Odeurs, wollen wir mit den herkömmlichen Alpinschuhen starten. Logisch, dass sie ohne vor- und zurückschwenkenden Geh-Mechanismus nicht die Top-Funktion der Spezialschuhe bieten, „aber für ein paar Schritte ausprobieren reicht es allemal“, wurde uns von Skitourenfreunden mit etwas Erfahrung geraten. Knallt man die Schuhe bergauf nicht wie im Pistenmodus voll zu, sondern lässt sie ganz oder mit nur eingehakten Rastern halb offen, sollte das etwas Bewegungsspielraum ermöglichen. Bindungsmontage und Z-Wert sind etwas heikel. Im Zweifel einen Experten fragen. Der erste Test am Berg war dann gleich ein Erlebnis. Die Felle Um nicht die Katze im Sack zu kaufen, haben wir die Felle nicht gebraucht gekauft, sondern nagelneu und regulär beim Sporthändler unseres Vertrauens. Kostenpunkt: rund 130 Euro pro Paar. Die Infos Dann wurden einschlägige Websites besucht, stundenlang YouTube-Videos studiert und viele Tutorials gegen das gefährliche Halbwissen gelesen. Tenor: Als geschickter Bastler kann man sich an die Sache wagen. Sind wir zwar nicht, aber „Fortes Fortuna adiuvat“, wie es im Renn-Latein heißt. Das Glück ist mit den Tüchtigen. Jetzt wird es ernst: die Bastelarbeit In der Bastelwerkstatt wird aufgebaut: Ski, Bindung, Akkuschrauber, Holzleim, Maßband, Schere, Stift, Papier, Cutter, Staubsauger. Und wir brauchen den Schuh und die Sohlenlänge. Als wichtigste Utensilien erweisen sich zunächst Handy und PC-Drucker, denn als schwierigstes Unterfangen stellt sich das Finden der richtigen Bindungsschablone im Internet heraus. Nach zwei Fehlversuchen ist die richtige Schablone in Large und Small gefunden, in richtiger Skalierung (!) ausgedruckt, zusammengeschnipselt und mit Klebeband am Ski fixiert. Neun Schrauben müssen in exakter Position im Ski verschraubt werden, um die Bindung in Position zu halten. Profis und Werkstätten verwenden natürlich fixe Montageschablonen aus Metall. Empfohlen wird fürs Bohren ein

spezieller Bindungsbohrer mit stumpfem Anschlag, mit dem die richtige Bohrtiefe (etwa 9,5 mm) leicht gefunden wird. So was haben wir nicht. Mit einem herkömmlichen 4-mm-Bohrer und etwas Gefühl (danke, Fortuna!) gelingt es aber, die Bohrungen im Holzkern des Skis zu setzen. Die Bohrlöcher werden mit Bindungsleim bzw. Holzleim gefüllt. Dann wird die Bindung aufgesetzt und mit den Holzschrauben der Bindungplatte vorsichtig fixiert. Das professionelle YouTube-Video des Montagevorganges dauert 14 Minuten, es wurde im Play-Pause-Play-Pause-Modus einen ganzen Tag lang abgearbeitet. Uff. Sicherheitstechnisch genauso wichtig wie die korrekte Montage der Bindung ist die korrekte Einstellung der Auslösehärte, der sagenumwobene Z-Wert. Nach zwei Stunden Internetrecherche, dem Ausprobieren einiger Apps und ein paar Telefonaten kam M-LINE TOUR Vor den Freuden der Abfahrt ist ein Aufstieg nötig. DYNASTAR setzt sein jahrzehntelang aufgebautes Know-How ein und stellt die neue M-TOUR Linie vor. Die M-Tour Linie ist von Natur aus vielseitig, leicht für den Anstieg und lebhaft, griffig und präzise in der Abfahrt. Ideal für Entdeckungstouren abseits der üblichen Wege, für eine neue Dimension des Skierlebnisses.

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