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SPORTaktiv Oktober 2020

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Lisi Steurer, Berg- und

Lisi Steurer, Berg- und Skiführerin aus Lienz Lisi, wie bewertest du als Profi unseren Amateur-Bastelansatz? Grundsätzlich finde ich es positiv, wenn man sich intensiv mit der Materie beschäftigt und mit dem Skitourensport beginnen will. Auch vom Nachhaltigkeitsgedanken wäre es an sich zu begrüßen, wenn weniger weggeworfen wird. Aber Vorsicht! Schablonen, Bindungen und Z-Werte sind ein heikles Thema, da braucht man Erfahrung, das kann nicht jeder. Alpinschuhe und Skitourenschuhe kann man etwa bei der Auslösehärte nicht vergleichen, das sehen wir bei den Freeride-Bindungen immer wieder. Unbedingt beim Experten überprüfen lassen! Was empfiehlst du blutigen Anfängern? Bevor ich drei Tage im Bastelkeller investiere – das kostet ja auch etwas, nämlich Zeit – gehe ich zum Verleih und hole mir vom Fachmann eine topmoderne Ausrüstung zum Schnuppern. Der schult mich ein und gibt mir auch gleich die Sicherheitsausrüstung wie LVS-Gerät, Schaufel und Sonde. Die sollten auch auf der ersten Einsteigertour schon dabei sein. In diesem Zusammenhang sind natürlich die Einsteigerkurse der alpinen Vereine eine unbedingte Empfehlung. Oder man kann sich auch einen Guide nehmen. Wie weit käme man generell mit Alpinausrüstung? Mit dem Alpinschuh ohne geeignete griffige Sohle hast du dort nichts mehr verloren, wo man ein paar Schritte im Schnee oder auf Eis gehen muss. Sobald das Gelände anspruchsvoller wird, wirst du selber merken, dass es viel besseres und viel leichteres Equipment gibt. Fürs erste Schnuppern neben der Skipiste, auf der Waldwiese oder auf der Forststraße wird es schon reichen – Achtung, Haftungsfragen und Regeln vor Ort bedenken – , aber sonst führt an guter Ausrüstung einfach kein Weg vorbei. Im Handel gibt es mittlerweile relativ günstige Einsteigersets. Bei der Bekleidung kann man etwas tricksen, aber bei der technischen Ausrüstung ist sparen sicher nicht die beste Idee. INTERVIEW Fotos: Christoph Heigl, Ramona Waldner Licht in die Angelegenheit und man lernt so einiges über das Skimaterial, das man sonst so bedenkenlos verwendet. Z-Wert studiert, gefunden, eingestellt und fertig. Dabei die Bindung auch noch ein wenig geölt. Dutzendfach werden mit den Schuhen das Einsteigen und der Auslösevorgang im Trockenbetrieb im Keller wiederholt und der (faszinierende) Klappmechanismus der Rahmenbindung getestet. Sollte klappen. Nach eingehendem Studium der Anleitung ist die Montage bzw. das Zurechtschneiden der Felle auf der Belagsseite dagegen ein Kinderspiel. Die erste Tour kann kommen. Praxis: das erste Mal. Nicht falsch verstehen: Erfahrene Skitourengeher und Profis würden das wohl als „Schneeschuhwandern“ bezeichnen und uns als „Flachlandtiroler“ verlachen, für uns fühlt es sich aber wie Skitourengehen an. Zwei Mal in Pistennähe und auf Forststraßen bzw. Wegen haben wir unser Equipment ausprobiert. Auf Anhieb volle Faszination! Die Felle halten, die (mehr oder weniger) offenen Schuhe erlauben genug Spielraum, der Gehmechanismus der Bindung funktioniert schon auf den ersten Schritten tadellos und die ausklappbare Steighilfe ermöglicht auch steilere Passagen problemlos. Die Allmountain-Ski sind zwar echt schwer, aber wir sind nicht in Eile und bergab haben wir keine Probleme. Wir verwenden normale Stöcke, den normalen Skihelm und unsere Alpinkleidung mit Rucksack. Dass „richtiges“ Touren-Equipment wohl noch besser ist, ist uns klar, es vermittelt aber auch so einen lustmachenden Ersteindruck. Die allererste Route führte uns im sehr flachen, ungefährlichen Gelände eines Skiliftparkplatzes von 1600 auf knapp 2000 Meter Seehöhe. Da ist von Sonnenschein bis Schneesturm schon alles dabei, vom Schwitzen bis zum Frieren. Man muss also echt viel Kleidung mithaben, das ist beim ersten Mal genauso klar wie, dass man in anderem Gelände auch ums Notfall-Equipment wie LVS, Schaufel und Sonde nicht herumkommt. Fürs erste Schnuppern hat es gereicht. Der erste Funke ist geflogen. Fortsetzung folgt garantiert. Wer eine Bindung selber montiert, lernt einiges über das Material. 142 SPORTaktiv

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