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SPORTaktiv Oktober 2020

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WAS IST

WAS IST Raumfahrttechnolgie an den Füßen. Echte Raketen sollen Schuhe mit Carbonfasern in der Zwischensohle sein. Eliud Kipchoge hat das ja eindrucksvoll bewiesen, als er vor einem Jahr in Wien die Marathondistanz unter zwei Stunden absolviert hat. Nur, was ist wirklich dran am Hype um Carbon? Ist es bloß ein schnelles Marketing-Strohfeuer oder ein stabiler Trend, der den Laufschuhmarkt nachhaltig verändern wird? Wir haben uns auf die Spurensuche gemacht – bei großen Herstellern und beim Biomechanik-Experten Gert-Peter Brüggemann, der an der renommierten Deutschen Sporthochschule in Köln Professor war, 25 Jahre Erfahrung auf dem Sektor hat und selbst für Big Player in der Entwicklung tätig war. Die Ausgangslage Alle namhaften Hersteller haben heute zumindest ein Modell mit Carbonfasern im Programm. Asics, Brooks, On, Saucony, Hoka One One, Adidas, Nike. Um das Thema Asics’ erster Carbonschuh „Metaracer“. DRAN AM CARBON- HYPE? BEKANNT AUS DER RAUMFAHRT, BEI TEUREN BIKES LÄNGST STANDARD UND JETZT AUCH AUF DEM VORMARSCH IM LAUFSCHUHMARKT. WAS BRINGT ES FÜR WEN UND SCHADET ES VIELLEICHT MEHR, ALS ES BRINGT? EINE SPURENSUCHE. kommt aktuell keiner herum. Sogar Marken, die bislang kaum auf dem Laufsektor aktiv waren, werben für 2021 schon mit Carbonmodellen. VON KLAUS MOLIDOR Die Technologie In der Zwischensohle werden mit Carbonfasern verstärkte Platten eingebaut, um eine größere Steifigkeit der Schuhe und mehr Rebound beim Abdruck zu erreichen und damit schneller zu werden. „Damit erreicht man vor allem eine Versteifung des Großzehengrundgelenks und spart die Energie, die man zum Durchstrecken desselben brauchen würde“, erklärt Gert-Peter Brüggemann. Mit Carbon alleine ist es aber nicht getan. „Viel spannender ist der komplette Aufbau“, sagt Kevin Dellion aus dem Innovationsteam des Schweizer Herstellers On. „Wo befindet sich die Platte im Schuh? Welche Form hat diese und wie ist es um ihre Steifigkeit bestellt? Welche Materialien sind in welcher Menge um die Carbonplatte herumgebaut? Es ist also nicht das Carbon alleine, das den Unterschied macht, sondern die Kombination verschiedener Komponenten.“ Der Effekt Genau beziffern lässt sich der Vorteil der Carbonschuhe nicht – darin sind sich alle Seiten einig. Allzu groß dürfte er nicht sein. Weniger Energieverbrauch und mehr Reaktivität – das sagt Kevin Dellion von On. „Weil Carbon sehr steif ist, will es sofort in die Ausgangsposition zurück, wenn man es durchbiegt“, erklärt Hugo Chouissa vom amerikanischen Hersteller Brooks. „Dadurch gibt es die Energie an Schuh Fotos: Asics, On Running, GEPA pictures, Maya Claussen, True Motion 50 SPORTaktiv

Eliud Kipchoge vor einem Jahr in Wien, als er die Marathondistanz in 1:59,40 Stunden gelaufen ist. SPORTaktiv 51

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