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SPORTaktiv Oktober 2020

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Nach dem Lockdown ist

Nach dem Lockdown ist die Zahl der Rettungseinsätze am Berg deutlich gestiegen. PETER PAAL (46) geboren in Bruneck, Südtirol, Medizinstudium in Innsbruck & Padua. Primarius für Anästhesie und Intensivmedizin am Krankenhaus Barmherzige Brüder in Salzburg, Notarzt & Bergrettungsarzt, wissenschaftlicher Leiter der International Commission for Alpine Rescue (ICAR MedCom), Forschungsschwerpunkte u.a.: alpine Notfallmedizin, Lawine, Unterkühlung, extreme Bedingungen, Public Health. Österreichisches Kuratorium für Alpine Sicherheit Tel: +43 512 365451 office@alpinesicherheit.at www.alpinesicherheit.at Sie haben Ihr Amt als Präsident des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit (ÖKAS) zu Beginn des Ausnahmesommers 2020 angetreten. Welche Auswirkungen auf die alpine Sicherheit sind seit dem Frühjahr zu beobachten? Durch den Lockdown waren viel weniger Menschen am Berg unterwegs. Das hat von Ende Winter bis Juni zu einem massiven Rückgang bei Unfällen und Toten im alpinen Raum geführt. Seit Juli sind die Unfälle und damit auch die Menge der Rettungseinsätze weit überdurchschnittlich angestiegen. Das liegt daran, dass die Menschen mehr denn je hinaus in die Berge wollen. Die höhere Frequenz führt zu einer objektiven Steigerung der Gefahren. Bestes Beispiel: Bergsteiger, die – wie etwa auf der Zugspitze – sich anstellen müssen, um zum Gipfel zu gelangen. Wie war und ist es am Berg um Covid-19-gerechte Verhaltensweisen bestellt? Aufgrund der Menge an Menschen Fotos: Ortovox Safety Academy, alpinesicherheit.at 84 SPORTaktiv

am Berg, aber auch aufgrund von Unbekümmertheit wurden Covid-19-Sicherheitsmaßnahmen oft nicht eingehalten. Teilweise fehlte der Wille dazu, etwa wenn auf hochgelegenen Schutzhütten Maskenträger die absolute Ausnahme waren. Sehr positiv ist, dass sich vielfach die Menschen selbst reguliert haben, etwa um Abstand zu halten. Auch bei der Seilbahnbenützung wurden die Sicherheitsmaßnahmen, trotz der vielen Gäste, weitestgehend eingehalten. Was an Verhaltensweisen am Berg empfehlen Sie ganz b esonders? Covid-19 verschont niemanden. Und es ist zwei- bis dreimal so ansteckend wie die Grippe. Die Hygienerichtlinien gelten für jeden. Die Basics – Abstand halten, Hände hygiene bzw. -desinfektion, richtiges Verhalten bei Husten und Niesen sowie Maskenpflicht – führen, das wissen wir aus aktuellen Studien, zu einer sehr deutlichen Reduktion des Infektionsrisikos. Outdoor ist dank des Luftzugs die Infektionsgefahr geringer. Indoor hingegen – in warmer genauso wie in kühler Umgebung – steigt das Risiko deutlich. Deshalb ist Maske tragen immer dann, wenn man mit Menschen von außerhalb des eigenen Haushalts beisammen ist, etwa bei Menschenansammlungen oder bei Autofahrten, wichtig. Was erwartet uns im Winter 2020/21? Wegen der Übertragungsmöglichkeit in kühler Luft darf man Covid-19 beim Bergsport im Winter keinesfalls unterschätzen. Die Maskenpflicht wird uns den ganzen Winter über begleiten. Beim Outdoorsport sehe ich – wird der Abstand eingehalten – kein Problem. DER PRIMAR ALS BERGFEX ER IST PRIMAR FÜR ANÄSTHESIE UND INTENSIVMEDIZIN IN SALZBURG. UND SEIT SOMMER 2020 PRÄSIDENT DES ÖSTERREICHISCHEN KURATORIUMS FÜR ALPINE SICHERHEIT. GRUND GENUG, MIT DEM NOTARZT, BERGRETTUNGSARZT UND ALPINISTEN PETER PAAL EIN GESPRÄCH ZU FÜHREN. INTERVIEW: OLIVER PICHLER SPORTaktiv 85

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