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SPORTaktiv Outdoorguide 2016

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PERSONALITY Ein Bild aus den 70er-Jahren, in denen Reinhold Messner gemeinsam mit Mitstreitern das Bergsteigen – und damit den Blick auf die Berge – radikal veränderte. Metern Höhe ab“, sagt Messner und erzählt nicht ohne sarkastischen Unterton davon, wie man ihm einst auf dem Matterhorn-Gipfel einen Kiosk vor die Nase gestellt hatte. „Der echte Alpinist geht aber dorthin, wo eben alle anderen nicht sind. Deshalb muss man sagen, dass traditioneller Alpinismus immer weniger stattfindet.“ SPEZIALISTEN STATT ALLROUNDER Simon Messner ist bereits in einer anderen Bergwelt aufgewachsen als sein Vater – und hat unter vollkommen anderen Umständen mit dem Bergsteigen begonnen. Der 25-Jährige konzentriert sich derzeit auf seine Masterarbeit zum Thema „Epigenetik“ an der Medizinischen Universität Innsbruck. Aber natürlich wandelt der Sohn längst auf den Spuren seines berühmten Vaters. Bereits mit 16 Jahren begann Simon Messner mit dem Klettern, seitdem ist er regelmäßig im Fels wie im Eis unterwegs – und hat bereits mehr als 20 Erstbegehungen auf der ganzen Welt absolviert. „Früher waren die Bergsteiger eher Allrounder“, sagt Simon, „heute hat sich das Klettern in einzelne Disziplinen aufgesplittet. Es gibt Spezialisten für Höhenbergsteigen und auch für die diversen Formen des Sportkletterns. Ich selbst versuche, möglichst vielseitig aktiv zu sein. Und das ist schon beinahe eine Seltenheit.“ Vater Reinhold gefällt es, dass sein Sohn sich für die Vielseitigkeit des Bergsports interessiert. Denn auch er beobachtet ein „Zerfallen“ des Bergsports in zahlreiche Disziplinen. „Der größte Teil klettert ohnehin in der Halle, was mit Alpinismus nichts zu tun hat. Und dann gibt es die verschiedensten Ausprägungen, von Free Solo über Speedklettern, Bouldern und das Sportklettern im Gebirge bis hin zum klassischen Bergklettern, dem Höhenbergsteigen und natürlich dem Wandern.“ Hinzu kämen aber auch neue Formen des Bergsports wie Mountainbiken oder Paragliden. „Das ist natürlich alles legitim“, sagt Reinhold Messner. „Aber mit einem Wingsuit von einer Klippe zu springen und dabei draufzugehen ... na ja, das kann jeder. Die verrücktesten Sachen zu machen und dabei nicht umzukommen: Das war und ist die große Kunst.“ DAS WILDE GEBIRGE Für den jungen Simon Messner hat sich daran nichts geändert – auch für ihn ist die Selbstbehauptung in einem archaischen Umfeld der entscheidende Punkt. „Es geht darum, die Wildnis zu erleben. Die Macht der Natur zu spüren und zu entdecken, wie sich Körper und Geist in Grenzsituationen verhalten. Der Mensch ist nicht dafür gemacht, vor einer Maschine zu sitzen und Zahlen einzutippen. Vom Naturell her zieht es uns einfach nach draußen“, sagt Simon, der übrigens keine eigene Website betreibt und sich lieber im Schatten seines berühmten Nachnamens aufhält – obwohl er sich mit Leichtigkeit viel gewinnbringender vermarkten könnte. „Das Schönste am Bergsteigen ist doch, dass man es für sich selbst macht. Für einzigartige Erlebnisse und Eindrücke. Gerade in letzter Zeit fällt allerdings auf, dass die Menschen zwar das Abenteuer suchen, dabei aber nur ungern ein echtes Risiko eingehen wollen“, sagt Simon Messner auch. In der Tat nimmt die Infrastruktur immer weiter zu. Alles wird berechenbar. Ob in der neuen Gondel oder auf dem Klettersteig. Das ist gut für die Massen. Aber wenig authentisch. „Am meisten Potenzial hat das Gebirge, wenn es wild bleibt“, meint Simon, der es überhaupt nicht für nötig hält, für ein Abenteuer in den Himalaya oder nach Patagonien zu fahren. „Wir haben in den Alpen einfach alles, was wir brauchen. Aber so langsam nehmen wir uns selbst die Berge weg – und somit auch die Möglichkeit, in dieser Umgebung einzigartige Erfahrungen zu sammeln ...“ ABGESICHERT IM NOTFALL Den Alpinismus gibt es heute in mehr als 100 Ländern. Exzellente Kletterer besteigen Felswände und Berge auf der ganzen Welt. In einer Vielzahl von Stilen und Disziplinen. „Aber die Voraussetzungen sind andere“, sagt Reinhold Messner. „Zu meiner Zeit gab es noch keinen Hubschrauber, der im Notfall sofort aufgestiegen wäre. Und darüber bin ich auch froh. So habe ich bei meinen hundert Erstbegehungen immer gewusst, dass ich einfach nicht stürzen darf. Weil es kaum eine Aussicht auf Rettung gegeben hätte.“ Neben den neuen Möglichkeiten der Bergrettung haben die Alpinisten und Kletterer von heute noch einen weiteren elementaren Vorteil gegenüber früheren Zeiten. Sie verfügen über einen verlässlichen Wetterbericht und können missliche Bedingungen mit hoher Wahrscheinlichkeit ausschließen. „Heute weißt du ja schon, wie morgen gegen Mittag das Wetter sein wird“, sagt Simon Messner. „Das ist für mich einer der größten Unterschiede zwischen früher und heute.“ FOTOS: privat 14 SPORTaktiv-OUTDOORGUIDE 2016

GEMEINSAM IM NEBEL Und dennoch ist man vor Überraschungen nicht gefeit. Das erlebten Vater und Sohn Messner zuletzt auf einer ihrer gemeinsamen Touren, die sie regelmäßig unternehmen. Und bei der Simon nach wie vor über die „unfassbar gute Kondition“ seines Vaters Reinhold staunt. Vor vier Jahren bestiegen die beiden einen Gipfel der Pala-Gruppe in den Dolomiten. „Es war eine klassische Tour, die wir geklettert sind“, erinnert sich Simon. „Als wir am Gipfel ausstiegen, zog in Windeseile so ein Nebel auf, dass wir den Abstieg nicht mehr gefunden haben.“ Die beiden mussten sich abseilen, verloren beinahe die Orientierung, zerschnitten am Ende Stück für Stück ihre Seile, weil sie keine Schlingen mehr zur Sicherung übrig hatten – und kamen erst nach Einbruch der Dunkelheit wieder am Fuß der Wand an. „Es war trotzdem ein schönes Erlebnis“, sagt Simon Messner, „weil es auf einfache Weise gezeigt hat, worauf es ankommt: Was auch geschieht – man darf sich niemals unterkriegen lassen ...“ So war es schon zu Reinholds Zeiten. Und daran wird sich wohl auch in Zukunft nichts ändern. Simon Messner klettert, sieht sich aber auch als selten gewordener „Allrounder“ im Bergsport. Seine Generation betrachtet die Bergwelt wiederum aus einem anderen Blickwinkel. Keb Jacket Outdoor-Jacke aus Stretch und strapazierfähigem G-1000 Eco mit guten Belüftungsmöglichkeiten. Sturmkapuze, Belüftungsöffnungen, zwei Brusttaschen und Ärmeltasche. Keb Gaiter Trousers Hochfunktionelle Trekking-Hose mit praktischer Gamaschenfunktion. Aus Stretchmaterial, G-1000 Eco und G-1000 HeavyDuty hergestelltes Modell mit optimierter Passform und Belüftung sowie durchdachten Taschen. G-1000 ® FUNKTIONALITÄT ALLEIN REICHT UNS NICHT AUS schon seit jahrzehnten , stellt Fjällrävens Outdoor-Material G-1000 aus Polyester und Baumwolle seine Strapazierfähigkeit und Funktionalität unter Beweis. Wir versehen es mit einer schützenden Schicht aus Paraffi n und Bienenwachs – Greenland Wax genannt –, die vom Benutzer jederzeit verstärkt oder ausgewaschen werden kann. G-1000 trocknet schnell, weist Wind und Regen ab und erhält mit der Zeit eine fein schimmernde Optik. Aber es überzeugt durch mehr als nur Funktionalität. Dank seiner überragenden Lebensdauer schont G-1000 zudem die Natur, die uns Outdoor-Fans so am Herzen liegt. 15

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