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SPORTaktiv Outdoorguide 2016

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ALPINAUSBILDUNGEN

ALPINAUSBILDUNGEN KÖNIGSDISZIPLIN HOCHTOUREN Wie wichtig Teamarbeit am Berg ist, erleben wir dann in der Ausbildung zum Hochtourengehen (Teil 3 meines Kurses) nochmals in einer anderen Dimension. Ein Ortswechsel ist dafür nötig, nach Arco ist nun der Stubaier Gletscher die Kulisse. Nun gilt es zum Beispiel, zu fünft im Gleichschritt als Seilschaft den Berg zu erklimmen. Eine echte Herausforderung, im eigenen Rhythmus stabil zu bleiben und trotzdem die Temposchwankungen innerhalb der Gruppe aufzufangen. Denn nur bei optimal gespanntem Seil ist die Sicherheit trotz Spaltensturzgefahr gegeben. Auch bei der Bergung eines Gestürzten ist das reibungslose Zusammenspiel der Seilschaft gefragt. Jeder kommt an die Reihe, um die nothinein in die immer enger werdende, surreale, feucht-nebelige Schlucht. Eine wackelige Herausforderung ist noch die Dreiseil-Brücke, die sich am Ende über den Bach spannt. Ohne Schwindelfreiheit geht jetzt gar nichts mehr. Unter Florians Anleitung sichern wir uns an den Führungsseilen und balancieren in luftigen Höhen zum gegenüberliegenden Ufer. Geschafft! Stolz leuchtet aus den Augen, als wir den Hüftgurt abstreifen und das letzte Stück zum Castel Drena aufsteigen, um die Aussicht über das Sarcatal zu genießen. HALBAUTOMAT UND PENDELSTURZ Den Klettergurt legen wir erst wieder an, nachdem wir gelernt haben, was ein „Halbautomat“ und ein „Pendelsturz“ ist, wie sich der Schnappkarabiner vom Save-Lock-Karabiner unterscheidet oder dass die „Ambosswolke“ Gewitter bringt. Alles notwendige theo retische Grundlagen im Kletterkurs. Schauplatz ist ein Klettergarten in Arco, doch bevor es richtig losgeht, „quält“ uns Florian noch unvermeid - bar mit Knotentechnik: Sitzt der Achter? Sind die „Micky Maus-Ohren“ zum Halbmastknoten in die richtige Richtung verdreht? Beim Thema Sicherung ist besondere Aufmerksamkeit gefordert, denn dabei passieren die meisten Fehler, die zu Kletterunfällen führen. Erst dann tauschen wir die Zustiegschuhe gegen enge Kletterpatschen. Florian klettert elegant am mittelsteilen Felsen empor, um das Kletterseil 22 Meter höher an einer Umlenkung am Berg einzuhängen, wie es beim Toprope-Klettern üblich ist. Zurück am Fuß des Berges, übergibt er mir das Seilende, das ich über den frisch gelernten Achterknoten mit dem Klettergurt verbinde. Kletternovizin Eileen soll mich sichern – mein eben noch entspannter Zustand schmilzt dahin: „Was, wenn ich abrutsche und die Sicherung schiefgeht?“ Doch Bergführer Florian wacht mit Argusaugen über das Geschehen. Mit dem ersten Tritt am Fels sind meine Zweifel verflogen und ich suche Felsvorsprünge für meine Hände, kleine Trittstellen, um die Füße zu platzieren. Ich verlagere mein Gewicht mal nach links, nach rechts, um den Körperschwerpunkt immer über dem Bein Felswand oder Gletscher: Outdoor-Redakteurin Monika Neiheisser (re. Bild mit Bergführer) erprobte, wie auch Freizeitsportler von einer Alpinausbildung profitieren. zu halten – so, wie wir es gezeigt bekommen haben. Ein Spiel, das fordernd ist und doch Spaß macht. Oben angekommen, zieht mich die berühmte Felswand des Colodri, die viele alpine Kletterrouten bietet, in ihren Bann. Das wäre doch noch ein Ziel! Doch jetzt muss ich erst einmal wieder absteigen. Im 90-Grad-Winkel stoße ich mich breitbeinig vom Felsen ab und lasse mich langsam am Seil zu Boden gleiten. Unten angekommen, glänzen nicht nur meine Augen euphorisch. Auch Eileen ist stolz, mich ohne aktives Zutun von Florian gesichert zu haben. Wir sind ein gutes Team! wendigen Handgriffe nicht nur theoretisch zu lernen, sondern auch selbst durchzuführen. Gegen Ende des Kurses, nach den Tagen des gegenseitigen Vertrauens, gemeinsamen Lachens und Lernens werden plötzlich Pläne für erste „echte“ Unternehmungen am Berg geschmiedet. Die Besteigung des „Zuckerhütls“, mit 3.505 Meter der markanteste Gipfel der Stubaier Alpen, reizt. Denn sich mit gutem Gewissen solchen Herausforderungen stellen zu können, diesem Ziel sind wir in diesen Tagen einen wichtigen Schritt näher gerückt ... Lernen vom Bergprofi JEDER OUTDOOR-BEGEISTERTE, der einfache Wanderwege verlassen und in alpines Gelände vordringen möchte, sollte sich zunächst in die Hände eines Bergführers begeben. Auch wenn man länger keine Tour mehr gemacht hat, kann und soll man in Kursen sein Wissen auffrischen und dazulernen. DIE ALPINSCHULE INNSBRUCK (ASI), bei der Redakteurin Monika Neiheisser die Ausbildung „Klettersteiggehen, Klettern und Hochtouren“ absolviert hat, hat dazu viele nützliche Kurse und Ausbildungsangebote. Aber auch alle anderen Alpinvereine und -schulen (siehe auch S. 40) sind natürlich kompetente Ansprechpartner, wenn es darum geht, sein Wissen und Können im Berg sport weiterzuentwickeln. KONTAKT: asi.at FOTOS: Monika Neiheisser 38 SPORTaktiv-OUTDOORGUIDE 2016

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