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SPORTaktiv Outdoorguide 2018

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URLAUBSRAUM MIT ZUKUNFT

URLAUBSRAUM MIT ZUKUNFT PROF. MAG. PETER ZELLMANN leitet das Institut für Freizeitund Tourismusforschung (IFT) in Wien, das seit vielen Jahren den jährlichen „Freizeitmonitor“ und die „Österreichische Tourismusanalyse“ erstellt. Als Lebensstil- und Zukunftsforscher berät Zellmann zahlreiche Unternehmen. www.zukunftsthemen.at UNSER OUTDOORGUIDE IST IMMER AUCH EIN FÜHRER DURCH DIE SOMMERURLAUBSANGEBOTE IM ALPENRAUM. WIE DER TOURISMUS AM BERGSPORT HÄNGT; UND WIE IN NAHER ZUKUNFT BERGURLAUBE AUSSCHAUEN KÖNNTEN: DAS HABEN WIR BEIM TOURISMUS- UND ZUKUNFTSFORSCHER PETER ZELLMANN ERFRAGT. VON CHRISTOF DOMENIG Fotos: iStock, Privat 34 SPORTaktiv

S chnell ein paar Fakten: Die rund 144 Millionen Nächtigungen im österreichischen Tourismusjahr 2017 bedeuteten einen Allzeit-Rekord. Die Nächtigungen verteilten sich fast zu gleichen Teilen auf Sommer und Winter. Und beide Saisonen wuchsen in den letzten Jahren – der Sommer noch eine Spur mehr. „In den 15 Prozent des BIP, die die Statistik für die Tourismus- und Freizeitwirtschaft ausweist, ist zudem eine Vielzahl von indirekten Effekten nicht enthalten. In Wahrheit dürfte der Tourismus-Anteil am BIP bei rund 25 Prozent liegen“, rechnet der Experte Peter Zellmann vor. Und dennoch: Es ist beim Sommertourismus im Alpenraum noch Luft nach oben – davon ist Zellmann überzeugt. Sommer und Winter im Vergleich Ohne Berge und Bergsport wäre der Wirtschaftsmotor Tourismus jedenfalls kaum denkbar. Sommers wie winters. Einen wesentlichen Unterschied zwischen den Saisonen gibt es aber: Der Winter ist „zu 80 Prozent vom Skifahren geprägt“, weiß Zellmann. Auch wenn eine breitere Themenstreuung im Wintertourismus immer wieder angestrebt wird – gelungen ist sie bis jetzt nicht. Da ist man im Sommer, wenn man so will, traditionell weiter, die Abhängigkeit von einem einzigen Thema ist nicht so groß. Bergurlaub, das ist Wandern, Klettern, Mountainbiken, Schwimmen: „Die Kombination zwischen See und Berg ist ein typisch österreichisches Alleinstellungsmerkmal.“ Und noch einiges mehr. „Der monosportive Urlauber, so wie der Skifahrer im Winter, ist im Sommer die Ausnahme.“ Selbstläufer ist die Sommersaison für die Alpen-Touristiker deshalb aber keineswegs. „Der typische Sommerurlauber ist entsprechend spontan, sehr flexibel und will Unterschiedliches ausprobieren. Viele ändern ihre Urlaubsidentität von Jahr zu Jahr. Die Entscheidung für eine bestimmte Art von Urlaub fällt kurzfristig“, erklärt Zellmann. Wo sich Winter- und Sommerurlauber dann wieder treffen, sind die Ausgaben. Und zwar dann, wenn man den Preis für die Skikarte von rund 50 Euro pro Tag abzieht: 110 Euro gibt der durchschnittliche Sommergast täglich aus, 160 Euro der Wintergast. Die Suche nach Erlebnissen Was schon länger zu beobachten ist und wovon der Tourismus im Alpenraum deutlich profitiert: Einerseits orientiert sich die Gesellschaft in Richtung Natur und anderereits sind die Menschen auf der Suche nach Erlebnissen. Die Frage, ob die Berge stärker als Erholungs- oder als Erlebnisraum wahrgenommen würden, stelle sich so aber nicht. „Es geht immer um beides.“ Zellmann präzisiert, was „Erlebnis“ meint: „Das darf nicht mit Action gleichgesetzt werden. Was als Erlebnis empfunden wird, bestimmt der Mensch: Ein Open Air kann genauso ein solches sein wie eine Sonnenaufgangswanderung.“ Und: „Beides, Naturorientierung und Erlebnisorientierung, wird sich auch in Zukunft sicherlich fortsetzen.“ High Touch und Hightech Um spontane und flexible Gäste immer wieder zu gewinnen, reichen Natur und gebotene Erlebnisse nicht aus: „Wir leben in einer Dienstleistungsgesellschaft – der Tourismus ist der größte Dienstleister überhaupt.“ Es beginnt schon bei der Wahl des Urlaubsziels: „Die große Chance von Reisebüros ist, vom Massenveranstalter zum individuellen Urlaubsberater zu werden. Beratungsleistungen müssen heute generell allen Dienstleistungsbranchen etwas wert sein. Kundenbindung über eine regelmäßige Beratung ist auf jeden Fall die Zukunft“, sagt Zellmann. Nachsatz: Die Beratung müsse aber auch wirklich hochwertig sein. Analog gelte am Urlaubsort: Wo der Gast auf der Suche nach Erlebnissen ist, ist persönliche Betreuung ebenso SPORTaktiv 35

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