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SPORTaktiv Skitourenguide 2016

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WETTKAMPF TOUREN MIT

WETTKAMPF TOUREN MIT SPEED DER RITTERSCHLAG kam ausgerechnet im heißen Rio de Janeiro: Der Skibergsteiger-Verband ISMF wurde vom IOC offiziell anerkannt. Leicht möglich also, dass „Ski Mountaineering” schon 2022 in Peking olympische Disziplin wird. Die Speed-Version des Skitourensports bekommt damit jedenfalls jetzt schon die Aufmerksamkeit, die sie sich aufgrund der letzten Entwicklungen auch längst verdient hat. FOTOS: Willi Seebacher, Areaphoto SPORTaktiv-Skitourenguide 2016/17

Die Beine brennen, das Herz pumpt mit 190 Schlägen pro Minute. Im Mund der Geschmack von Eisen. Die Lungen kämpfen um jedes Millimol Sauerstoff und der Kopf läuft auf Autopilot. Die Komfortzone? Liegt irgendwo in einer anderen Galaxie. Skitourenrennen sind kompromisslos und nichts für Weicheier. Denn hier ist der ganze Alpinist gefragt: steile Anstiege, anspruchsvolle Kletterpassagen, ruppige Abfahrten – oft über vierstellige Höhenmeter und bei eisigen Temperaturen. Doch zwischen totaler Erschöpfung und absoluter Glückseligkeit liegt ein schmaler Grat.“ Mit diesen Worten beschreibt Eva Hammächer im Buch „Grenzgänger“ sehr treffend die Faszination des Wettkampf-Skibergsteigens. Eine Art Sucht, die Athleten und Material an die äußerste Belastungsgrenze bringt und wo der Grat zwischen totaler Erschöpfung und absoluter Glückseligkeit ein sehr schmaler ist. Doch wer ihn bestreitet, wird die Faszination des Wettkampf-Skibergsteigens verstehen. Und das werden immer mehr, nicht zuletzt, weil auch beim Klientel der Skibergsteiger ein ziemlicher Umbruch stattfindet. MULTISPORTLER & WETTKÄMPFER Tourenskigehen, Skibergsteigen, Skitourengehen: All diese Bezeichnungen stehen heute für ein und dieselbe Sportart: Aufstieg mit Fellen und Abfahrt auf Skiern. Kaum eine andere Sportart in Österreich hatte in den letzten Jahren eine derartig kometenhafte, positive Entwicklung und etablierte sich zu einem beliebten Breitensport. Im Sog dieses Trends gesellt sich zum winterlichen Berggeher und Naturbetrachter längst eine Jahr für Jahr größer werdende und oft deutlich jüngere Schar der Multisportler. Deren Ambitionen sind klar: Zum einen wollen sie ihre Outdoor-Leidenschaft fürs Mountainbiken, Berglaufen oder auch Klettern im Sommer im Winter durch adäquates Fitnesstraining auf Skiern ergänzen. Zum anderen aber suchen sie Möglichkeiten, auch in der kalten Zeit ihre Wettkampflust zu stillen – und landen so beim Wettkampf-Skibergsteigen. Karl Posch, Urgestein der österreichischen Skibergsteiger-Szene und Geschäftsführer von SKIMO Austria, kennt die Hintergründe dieses Aufwärtstrends wie kaum ein Zweiter: „Es hat in den letzten Jahren in diesem Sport einen großen Wandel in der Zielgruppe und vor allem auch in der Altersverteilung gegeben: Skibergsteigen wird von immer mehr jungen, ambitionierten Ausdauersportlern betrieben. Für die liegt die Faszination des Skibergsteigens nicht mehr nur ausschließlich in der Einsamkeit und der Naturverbundenheit – sie wollen trainieren und sie wollen sich vor allem auch in Wettkämpfen messen. Und diese Veränderung bringt es mit sich, dass Skibergsteigen tatsächlich eine ernstzunehmende Sportart geworden ist.“ IMMER MEHR RENNEN In Zahlen: Wenn die bergaffine Zielgruppe der Skibergsteiger auf deutlich mehr als 500.000 Sportler geschätzt wird, dann liegt dabei der Anteil derer, die in erster Linie den Trainingseffekt nutzen, bei rund 60.000. Und die Zahl der echten Wettkampfsportler steht mittlerweile ziemlich exakt bei 5.000, gezählt bei über 100 Rennen, die bereits pro Jahr Immer mehr ambitionierte Hobbysportler aus der Laufund Bike-Fraktion stellen sich im Winter die Herausforderung „Skitouren-Wettkampf“. veranstaltet werden. Diese hohe Zahl an nationalen und internationalen Rennen in verschiedensten Disziplinen zeigt natürlich auch, dass das Wettkampf-Skibergsteigen nicht nur etwas für Spitzen- und Leistungssportler ist, sondern für alle ambitionierten Ausdauersportler, die sich, wie im Sommer beim Volkslauf oder Radmarathon, nun auch am Schnee mit Gleichgesinnten duellieren möchten. VERSCHIEDENE DISZIPLINEN Was gerade Einsteiger wissen sollten: Je nach Können, technischer und alpiner Erfahrung oder auch persönlicher Präferenzen bietet auch das „Ski Mountaineering“ verschiedene Disziplinen, und jede fordert den Athleten auf ihre ganz eigene Art und Weise heraus. Egal, ob kurz und heftig, lang und schmerzhaft, allein oder im Team – das gibt’s im Angebot: INDIVIDUAL RACE: Die traditionellste Form des Skibergsteigens und neben klassischen Teamrennen die alpinste Wettkampfdisziplin im Skibergsteigen. Im Alleingang meistert der Skibergsteiger mindestens drei Aufstiege und Abfahrten mit rund 2.000 Höhen- 109

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