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SPORTaktiv Skitourenguide 2016

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SKITOUREN BIST EIN

SKITOUREN BIST EIN PISTEN-GEHER? „PISTENTOURENGEHEN“. So widersprüchlich schon der Name klingt, so gegensätzlich sind auch die Meinungen über diesen Trendsport. Ist es bloß gefahrloses Skitourengehen oder vielmehr eine potienzielle Gefahrenquelle? Ist es perfektes alternatives Fitnesstraining oder bloß „sinnloser Sport“? Die Suche nach Antworten – und Lösungen ... FOTO: Karl, Posch 118 SPORTaktiv-Skitourenguide 2016/17

Irgendwie erinnert die leidige Diskussion an die erste Snowboarderwelle in den Neunzigerjahren, als sich die traditionellen Pistenskifahrer von den neuen „Brettlhüpfern“ behindert und gefährdet fühlten. Und auch bei den Seilbahnbetreibern war gleich Feuer auf dem Dach, weil sie in den auf den Pisten herumsitzenden Snowboardern eine konkrete Gefahrenquelle orteten. Wir wissen alle, wie das vermeintliche Dilemma endete: Die einstigen „Feindbilder“ gehören längst zum alltäglichen Bild auf unseren Skipisten. Skifahrer und Snowboarder leben in harmonischer Eintracht. Beim „Skibergsteigen auf der Piste“ hat sich die Lage zwar in den letzten Jahren auch etwas entspannt – völlig verstummt aber sind die Diskussionen rund um diesen relativ neuen Sport noch lange nicht. „Es ist in erster Linie die Seilbahnwirtschaft, die vielerorts mit sehr lauten Worten noch immer ein Verbot dieses – aus ihrer Sicht – ,völlig unsinnigen Sports‘ fordert“, sagt Karl Posch, der sich mit seiner Sportagentur als ehemaliger Präsident und sportlicher Leiter des Skitouren-Verbandes SKIMO unter anderem auch vehement dafür einsetzt, dass beim Pistentourengehen die beiden feindlichen Lager irgendwann einmal doch friedlich miteinander auskommen. GEFAHRLOSES AUFSTEIGEN „Es ist nun einmal Tatsache, dass das Pistentourengehen Jahr für Jahr mehr Anhänger findet. Aus dreierlei Gründen: Für viele Bewegungshungrige ist im Winter die abendliche Skitour die optimale Alternative zum Joggen nach Feierabend oder zum Austoben im Klettergarten. Dass für dieses Fitnesstraining sowohl die Wetterlage als auch die Orientierung keine Probleme bereiten, ist ein zusätzlicher Bonus“, weiß Posch, der das Pistengehen auch als natürliche Folgeerscheinung des generellen Wachstums der Skitouren-Branche sieht: „Nicht jeder der mittlerweile weit über 500.000 Tourengeher in Österreich kann auf alpine Erfahrung und Kompetenz zurückgreifen. Das Pistengehen schafft dieses Sicherheitsgefühl, gerade bei denen, die das Skibergsteigen in erster Linie aus Fitnessgründen betreiben. Ebenso fällt damit auch die mögliche Angst vor einer Abfahrt im unverspurten, womöglich unfahrbaren Schnee weg, ebenso wie die Sorge betreffend Lawinengefahr.“ Und nicht zuletzt ist es auch die Schneesicherheit, die für die Tourengeher dank der Beschneiungsanlagen im Pistenbereich jederzeit gegeben ist, während im Gelände womöglich diesbezüglich Flaute herrscht. Bei all diesen Vorteilen ist den meisten Pistentourensportlern schon klar, dass sie hier auf eine Infrastruktur zurückgreifen, die ursprünglich nicht für sie gemacht wurde. „Umfragen der ARGE Skibergsteigen zeigen aber“, sagt Posch, „dass 71 Prozent der Tourengeher durchaus bereit sind, eine Benützungsgebühr zu zahlen –wenn damit alle rechtlichen Rahmenbedingungen inklusive des beim Pistenskifahren üblichen Versicherungsschutzes gegeben wären.“ DIE STÖRFAKTOREN Womit wir auch schon bei den wichtigsten Argumenten der Gegner des Pistengehens sind – die Karl Posch hier definiert und denen er gleich aus seiner Sicht entgegnet: • Behinderung der (zahlenden) Skifahrer im laufenden Liftbetrieb und die Gefahr von Zusammenstößen: „Das wirkliche Problem ist wohl eher in der allgemeinen Überfüllung der Pisten zu orten. Die Aufstiegshilfen werden immer leistungsstärker, die Pisten aber kaum breiter. Ich denke nicht, dass die paar am Rand aufsteigenden und später auf der Piste abfahrenden Tourengeher für eine gefährliche Überfüllung sorgen.“ • Die Haftungsängste der Seilbahnbetreiber und die psychische Belastung der Pistengerätfahrer bei abendlichen Touren: „Natürlich birgt das eine große Gefahr, wenn Tourengeher auf bereits gesperrten und zu präparierenden Pisten unterwegs sind. Aber bei einer zeitlichen Reglementierung des Tourengehens ließe sich dieser Punkt schnell lösen. Die Sperre von Pisten ausschließlich bei Windenpräparie- DIE BESTEN TIPPS FÜR TOURENGEHER ... gibt’s beim Skitourencamp am Tiroler Achensee. Termine: 21./22. und 28./29. Jänner 2017! Nur der eigene Atem ist zu hören, während man sich durch verschneite Tannenwälder der offenen Gipfelwelt nähert. Der Grat zum Kreuz muss noch bezwungen werden, dann belohnen unberührte Tiefschneehänge die Mühen des Aufstiegs ... Eine Skitour wird allerdings erst dann zu so einem Erlebnis, wenn man sich sicher fühlt. Beim „Achensee Skitourencamp“ erklären erfahrene Coaches das richtige Verhalten am Berg. Dazu gehört etwa der Umgang mit Lawinenpiepser, Sonde, Schaufel und Lawinenairbag. Und vor allem, wie man Routen, das Gelände und sich selbst adäquat einschätzt. Nach den theoretischen Grundlagen bleibt ausreichend Zeit für Praxis: Die Ausrüster Dynafit, Ortovox, Scarpa und Skitrab stellen ihr neuestes Equipment zur Verfügung, wenn es mit den Profis bei geführten Touren ins Rofangebirge geht. Gemütlich wird’s am Abend auf der Erfurter Hütte, wo die Teilnehmer auch übernachten. Jeweils 40 Teilnehmer können an den beiden Terminen 21./22. sowie 28./29. Jänner 2017 dabei sein – um € 119,– pro Person und Wochenende. Also: bald anmelden – und dabei sein! INFOS ZUM CAMP: WEB: achensee.com/skitourencamp ALLG. INFOS ZUR REGION: Achensee Tourismus 6215 Achenkirch am Achensee (T) Tel.: 0 52 46/53 00-0 E-Mail: info@achensee.com WEB: achensee.com FOTOS: Achensee Tourismus 119

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