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SPORTaktiv Skitourenguide 2016

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BUSINESS WIR SIND

BUSINESS WIR SIND SPITZE! ÜBER 50.000 PAAR TOURENSKI WERDEN IN ÖSTERREICH PRO WINTER VERKAUFT – die heimischen Skitourensportler kaufen somit unglaubliche 22 Prozent des gesamten Weltmarktes auf! Weil Rot-Weiß-Rot aber auch bei der Produktion von Touren-Equipment Weltspitze ist, baten wir stellvertretend drei österreichische Firmen zum „Business-Talk“. Die Zahlen sprechen für sich: Während der Verkauf von Alpinskiern und -equipment seit den 1990er-Jahren kontinuierlich zurückgeht (dafür der Verleih boomt), zeigt der Markt im Bereich Tourenskiequipment ein auffallend anderes Bild. Dort ist der Verkauf im letzten Jahrzehnt deutlich gewachsen. Auffällig: Österreich besitzt mit ca. 22 Prozent aktuell den größten Verkaufsanteil am weltweiten Touren skimarkt. 53.000 Paar Tourenski (von weltweit 210.000 Paar), 48.000 Paar Felle (220.000 weltweit) und 45.000 Tourenbindungen (200.000 weltweit) wurden zuletzt in Österreich verkauft (die Zahlen stammen vom Winter 2014/15 und wurden vom Skibergsteigerverband Skimo Austria erhoben). Österreich ist aber nicht nur (of- fensichtlich) ein Land der Skitourensportler, sondern auch weltweit Spitze, was die Kompetenz im Bereich Skitourenausrüstung und equipment betrifft. Hagan, Koch Alpin oder Komperdell sind nur drei Beispiele von vielen heimischen Firmen, die Equipment der Spitzenklasse für den Weltmarkt produzieren. In unterschiedlichen Segmenten: Hagan aus Antiesenhofen (OÖ) ist „Komplettanbieter“ mit Tourenskiern, Bindungen und Schuhen im Sortiment, Koch Alpin aus Mils (T) ist Spezialist für Steigfelle („Contour“), und Komperdell aus Mondsee (OÖ) hat hochqualitative Stöcke (auch) für den Skitourensport im Sortiment. Wir haben Vertretern dieser drei Unternehmen die folgenden vier Fragen zum heimischen und weltweiten Skitourenbusiness gestellt: Die vier Fragen 1. Österreich besitzt mit 22 Prozent den größten Marktanteil am weltweiten Tourenskimarkt. Wie lässt sich dieser große Marktanteil aus Ihrer Sicht erklären? 2. Können Sie den typischen Skitourensportler bzw. -konsumenten von heute charakterisieren – zum Beispiel nach Geschlecht, Altersgruppe, Interessen oder Kaufkraft? 3. Skitourensportler gelten als technik- und materialaffin. Wie wichtig ist es, innovative und technologisch führende Produkte anzubieten? Und welcher Aufwand ist dafür notwendig? 4. Wie gut sehen Sie Ihr Unternehmen für den Winter 2016/17 gerüstet? 34 SPORTaktiv-Skitourenguide 2016/17

PATRICK PAIER MARKETING- MANAGER HAGAN WERNER KOCH GESCHÄFTS- FÜHRER KOCH ALPIN THOMAS ROISER CEO KOMPERDELL FOTO: Hagan, Koch Alpin, Komperdell 1. Wir meinen, dass man mit solchen Zahlen etwas vorsichtig sein muss. Skitourengehen besitzt aber ein sehr gutes Image und erfreut sich weiter wachsender Beliebtheit. Da allerdings die letzten beiden Winter in den entscheidenden Verkaufszeiträumen unter Schneemangel litten, hat dies auch die Absatzzahlen beeinflusst. Eines steht fest: Österreich hat sicher auch aufgrund der vielen Pistentourengeher einen sehr großen Anteil am Weltmarkt – nirgends wird so viel auf Pisten gegangen wie bei uns. 2. Den „typischen“ Skitourensportler gibt es nicht, sondern im Gegenteil sehr viele unterschiedliche Herangehensweisen an diese Sportart. Es gibt sehr Junge, die entweder abfahrtsorientiert oder sogar leistungssportorientiert unterwegs sind. Beim Pistentourengehen wiederum findet sich eine große Bandbreite in Bezug auf Alter und Geschlecht. Auf langen, ausgedehnten Touren, die den Naturgenuss widerspiegeln, trifft man vorwiegend Menschen im Alter von „35 plus“. Und dann sind da natürlich auch die richtigen Alpinisten nicht zu vergessen. 3. Neu entwickelte Produkte werden intensivsten Testszenarien unterzogen. 100.000 Höhenmeter sind hier bei Skiern, Fellen, Bindungen und Schuhen keine Seltenheit, bevor das Produkt in den Handel kommt. Für die Entwicklung des Hagan-Core-Schuhs haben wir Inputs von 80 Experten analysiert und dadurch einen der universellsten Tourenschuhe am Markt entwickelt. 4. In Sachen Produktrange, Qualität und Performance sind wir perfekt gerüstet. Heute reicht es aber nicht mehr aus, nur Topprodukte zu erzeugen. Hagan bietet in der Wintersaison 16/17 mehrere Tourenski-Testmöglichkeiten an, damit sich Endverbraucher vom Produkt hautnah überzeugen können. Dazu kommen Hagan-Events, - Camps, -Reisen usw. 1. Ja, Österreich ist der größte Skitourenmarkt weltweit – ich würde den Anteil aber eher mit 15–20 Prozent bemessen. Grund ist die lange Tradition und die enorme Breite an Skitourensportlern. Vor allem der Allround-Bereich mit den vielen Pistentourengehern ist für die Bedeutung und Größe des Marktes verantwortlich. 2. Die Begeisterung für Skitouren zieht sich quer durch die Bevölkerung. Wir segmentieren den Markt eher nach den Motiven – in den „Freizeit sportler“, dem es um die Bewegung an der frischen Luft und Geselligkeit geht; den „Alpinisten“, der den Gipfel erfolg und den Abfahrtsgenuss im Visier hat, und den „Fitnessgeher“, für den die Höhenmeterleistung und der Aufstieg zählen. Jede Gruppe hat hier ein eigenes Profil, wobei der Frauenanteil generell unterschätzt wird. 3. Wenn ich beobachte, mit welcher Ausrüstung viele Tourengeher unterwegs sind, würde ich die Technikaffinität nicht unbedingt unterschreiben. Mein Eindruck ist, dass sich der Tourengeher generell eher weniger mit neuesten Trends beschäftigt als z. B. der Mountainbiker. Bei Steigfellen allerdings sind leichtes Handling und eine einfache Bedienung dank moderner Adhäsions-Technologie durchaus schon ein vielbeachtetes Thema. Unser Vorteil ist es, sehr nahe am Kernmarkt zu sitzen und engen Kontakt zum Fachhandel und auch zu den Konsumenten zu pflegen. 4. Wir haben unsere Produktion noch weiter modernisiert und sind für die Saison bestens gerüstet. Da wir ausschließlich bei uns im Haus produzieren, können wir auf saisonbedingte Schwankungen sehr gut reagieren. Unsere Hoffnung ist eine noch offensivere Vermarktung des Skitourensports seitens des Tourismus. Hier liegt vor allem auch für kleine Skigebiete eine große Chance. 1. Österreich ist auch für uns – noch – der größte Tourenmarkt. Wobei Schweiz, Deutschland, Frankreich und vor allem Nordamerika sehr stark aufholen. 2. Eine Charakterisierung nach Emotionen und Erlebnissen ist wohl sinnvoller als nach den hier genannten Kriterien. So lässt sich vom Wettkampfgeher über den fitnessorientierten Pistengeher, den outdoorbegeisterten Modetourengeher bis hin zum einsamen Wolf, der unverspurte Hänge sucht, eine wachsende Zahl an Skitourensportlern feststellen. In diesem Sinne ist auch mit dem steigenden Fitness- und Gesundheitsbewusstsein sicherlich eine wesentlich breitere Zielgruppe – mehr Junge, mehr Frauen, mehr Fitnesssportler – als früher unterwegs. 3. Unser Ziel ist es, einen Beitrag für ein befriedigendes Erlebnis der Skitourensportler zu leisten. Wir versuchen dafür, mit unserer eigenen Leidenschaft für den Sport, in Zusammenarbeit mit unseren Athleten und mit mithilfe von Kunden-Feedbacks Lösungen anzubieten bzw. relevante Trends und daraus entstehende Produktideen aufzugreifen. Dafür gehen wir in der Produktionskette sehr in die Tiefe. Um beispielsweise die optimalen Carbonschäfte herzustellen, haben wir eine Joint-Venture-Partnerschaft, in der wir Rohre mit eigens für den Skitourenstock abgestimmter Steifigkeit und optimiertem Gewicht produzieren können. 4. Natürlich wünschen wir uns alle einen schönen Start in die Wintersaison. Wobei für den Erfolg des Tourengeschäfts die Zeit nach Weihnachten und im Frühjahr in der Zwischenzeit viel entscheidender ist. Wir gehen sehr positiv in die kommende Saison, wir haben eine Reihe toller Neuheiten vorgestellt und unsere Produkte sind beim Endverbraucher sehr gefragt. 35

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