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SPORTaktiv Skitourenguide 2017

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SIE IST 22, BILDHÜBSCH

SIE IST 22, BILDHÜBSCH UND SIE SCHLIESST DEMNÄCHST IHR JUSSTUDIUM AB. NICHT UNBE- DINGT DER ERWARTETE STECKBRIEF VON EINER, DIE IM BEINHARTEN SKITOUREN-WETTKAMPFSPORT EINEN KOMETENHAFTEN AUFSTIEG HINGELEGT HAT. ABER AN DER STEIRERIN JOHANNA ERHART IST VIELES NICHT SO, WIE MAN ES SICH VON EINER SPITZENSPORTLERIN ERWARTET. INTERVIEW: GERHARD POLZER JOHANNAS STREBEN NACH 126 SPORTaktiv

FREIHEIT Fotos: Dynafit Johanna, du siehst topfit aus. Bestens vorbereitet also für die neue Wettkampfsaison im Skibergsteigen? Ich glaub schon. Ich bin grad mit meinem Papa in einer Woche von Schladming aus 1.000 Kilometer und 15.000 Höhenmeter über Schweizer Alpenpässe geradelt. Eine richtig coole Tour mit dem Rennrad, die uns beiden viel Spaß gemacht hat. Das Rad ist also dein perfektes Sportgerät im Sommer, um Trainingskilometer fürs Skibergsteigen zu machen? Auf jeden Fall absolviere ich mit dem Rad einiges an Trainingsstunden. Ich lauf aber auch sehr gern in den Bergen, darum hab ich auch wieder am Glocknertrail-Run teilgenommen und meine Laufzeit vom Vorjahr um 17 Minuten verbessert. Die Form sollte also passen. Aber der Anlass für diese Vater-Tochter-Tour war nicht irgendein Trainingsplan, sondern weil wir einfach Freude daran hatten, wieder einmal was zusammen zu unternehmen. Als Nationalteammitglied hast du sowieso strikte Trainingsvorgaben für deine Saisonvorbereitung, oder? Nein, nicht wirklich. Da wir Skibergsteiger nur eine kleine Sparte des ÖSV sind, haben wir relativ viel Freiheit beim Training. Ich habe keinen festen Trainingsplan, sondern bereite mich eigentlich so vor, wie es mir gerade Spaß macht. Das klingt schon ziemlich locker für eine, die als eines der größten Talente im Skibergsteigen gilt. Mit „locker“ hat das nichts zu tun. Ich war bis zu meiner Matura fünf Jahre im Sportgymnasium Saalfelden in der Leistungsgruppe Langlauf. Da lernst du deinen Körper kennen und weißt genau, wie viel und was du trainieren musst. Wie kann man sich dieses Selfmade-Training vorstellen? Ich steh in der Früh auf und denk mir: Auf was hab ich heute Lust? Und das mach ich dann auch. Damit da kein falscher Eindruck entsteht: Ich lass das Training ja nicht schleifen, führ auch ein genaues Trainingstagebuch – vom Pensum her mach ich sicher eher mehr als zu wenig. Aber Spaß muss es mir machen. Einmal hab ich Lust auf Laufen, einmal ist mir mehr nach Radfahren oder nach einer reschen Bergtour mit Freunden. Ja, das kann sogar mitten in der Wettkampfsaison eine Genuss-Skitour mit meiner Mutter sein, mit richtig fetten Skiern und schweren Skischuhen. Bleibt bei dieser Einstellung nicht dein Ehrgeiz auf der Strecke, der dich in den letzten Jahren sicher angetrieben hat? Ganz im Gegenteil. Ich glaube, dass ich mit meiner Einstellung einen gesunden Ehrgeiz habe. Natürlich würde es mit einem Trainingsplan noch viel professioneller gehen, allerdings ist es mir nicht wert, meine Freiheit und meinen Genuss am Sport dafür aufzugeben. Ich will nicht gestern planen müssen, was ich morgen tun muss oder beim Essen auf jedes Gramm achten. Das ist nicht meine Vorstellung von Lust am Sport. Gerade das Skibergsteigen funktioniert aber nicht auf die gemütliche Tour. Da ist auch viel Quälerei dabei. Keine Frage, sich quälen zu können, gehört auf jeden Fall dazu. Es macht doch Spaß, seinen eigenen Körper spüren zu können, auch wenn es wehtut. Aber wenn ich dann nach einem Wettkampf müde, aber gesund ins Ziel komme, empfinde ich immer eine tiefe Dankbarkeit. Schon interessant, sowas von einer Spitzensportlerin zu hören. Ich bezeichne mich selbst ungern als Spitzensportlerin, weil ich nicht vom Sport leben kann. Sport ist meine große Leidenschaft, von der ich aber nie abhängig sein möchte Trotzdem hast du dir diesen harten Sport ausgesucht. Weil du deinem SPORTaktiv 127

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