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SPORTaktiv Skitourenguide 2017

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DIE BERGWELT IM WINTER,

DIE BERGWELT IM WINTER, AN VIELEN TAGEN EIN TRAUM. AUS DEM ES IN DEN ALLER- MEISTEN FÄLLEN AUCH KEIN BÖSES ERWACHEN GIBT – WENN MAN SICH ALS SKITOURENGE- HER VON START WEG WISSEN UND KÖNNEN ANEIGNET, SICH VERNÜNFTIG UND ENTSPRE- CHEND SEINERN FÄHIGKEITEN „RISIKOBEWUSST“ DURCHS GELÄNDE BEWEGT. VON CHRISTOF DOMENIG SAFETY FIRST MARTIN EDLINGER ist staatlich geprüfter Bergund Skiführer, Abteilungsleiter für Skitouren und Bergsport bei den Naturfreunden Österreich. DR. ARNO STUDEREGGER ist Lawinenprognostiker beim Lawinenwarndienst Steiermark und Bundesreferent für Skitoren bei den Naturfreunden Österreich. L aut 20-jähriger Statistik der österreichischen Lawinenwarndienste sterben jedes Jahr im Schnitt 25 Wintersportler in den heimischen Bergen unter Lawinen. Heißt: Obwohl sich heute viel mehr Menschen im lawinengefährdeten Gelände bewegen als früher, steigt die durchschnittliche Zahl der Opfer zumindest nicht an. Daraus lässt sich schließen, dass die Ausrüstung besser wird, das Wissen um Lawinengefahren und die Vernunft der Sportler insgesamt steigen. „Meistens konzentrieren sich die Lawinenunfälle auf kleine Zeitrahmen im Jahr, in denen es zum Beispiel aufgrund des Schneedeckenaufbaus besonders gefährlich ist. Solche Situationen dauern in der Regel zwischen einem und fünf Tagen an“, weiß dazu aber auch der Lawinenprognostiker Arno Studeregger vom Lawinenwarndienst Steiermark. Studeregger ist gemeinsam mit Martin Edlinger von den Naturfreunden Österreich Hauptveranstalter des „2. Internationalen Lawinensymposiums“ am 7. Oktober in Graz. Eine Veranstaltung, die darauf abzielt, den neuesten Stand des Wissens rund um Lawinengefahren und um „risikobewusstes“ Bewegen im Wintergelände weiter zu verbreiten. Studeregger und Edlinger standen uns auch bei dieser Geschichte zur Seite, in der wir an die Sicherheitsbasics für Skitouren im Wintergelände kurz und prägnant zusammenfassen wollen. Wobei die angeführten acht Punkte vor allem eines sein sollen: Anreiz, sich selbst weiter mit der wichtigen Materie zu beschäftigen. Fotos: Ulf Edlinger, Naturfreunde Österreich 32 SPORTaktiv

I. TOURENPLANUNG „Das größte und häufigste Sicherheitsproblem liegt in fehlender Tourenplanung“, meint Arno Studeregger. Die Tourenplanung beginnt mit einer groben Vorausplanung mehrere Tage vor Start. Hier geht es um das Festlegen und Studieren der Route oder darum, Schlüsselstellen herauszufinden und die Tourengruppe zusammenzustellen. Eine alternative Tour sollte man schon parat haben. Einen Tag vor Start werden Informationen über die Wetter-, Schnee- und Lawinenverhältnisse gesammelt (Feinplanung). Und am Tourentag gleicht man von Beginn weg immer wieder ab, ob die Verhältnisse vor Ort mit den Erwartungen übereinstimmen. II. SELBSTEINSCHÄTZUNG Eine realistische Selbsteinschätzung der eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten ist enorm wichtig – aber gar nicht so einfach. Nicht selten sind Skitourengeher schon mehrere Jahre unterwegs, technisch gut und wähnen sich entsprechend als „fortgeschritten“; aber haben sich etwa als Teil einer Gruppe noch nie selbstständig mit Sicherheitsfragen beschäftigt. Einen Leitfaden zur einfachen Selbsteinschätzung hat ein Team rund um Edlinger und Studeregger vor zwei Jahren geschaffen: Das „W3“-Konzept teilt Skitourengeher in „Einsteiger“, „mäßig Fortgeschrittene“, „Fortgeschrittene“ und „Profis“ und definiert die vier Gruppen anhand von Fähigkeiten und Fertigkeiten. Und es werden klare Verhaltensempfehlungen für alle vier Gruppen ausgegeben, „wer wann wohin“ (=„W3“) gehen soll. Info: w3.naturfreunde.at SPORTaktiv 33

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