Aufrufe
vor 1 Jahr

SPORTaktiv Skitourenguide 2017

  • Text
  • Skitouren
  • Ausruestung
  • Gehen
  • Sportaktiv
  • Skitourenguide

Wird ein Schneeprofil

Wird ein Schneeprofil gegraben, dann geht es für weniger erfahrene Kursteilnehmer noch nicht um komplexe Erkenntnisse. Sondern vielmehr darum, ein Gefühl für den Schnee zu entwickeln. VERANSTALTER VON LAWINENKURSEN ten kann man sich zuvor auch in einem Tiefschneetraining aneignen.“ Die drei Tage werden zum Großteil in der Natur verbracht und im Schnitt 500 bis 600 Höhenmeter pro Tag zurückgelegt; dazwischen wird immer wieder geübt und erklärt. Ganz ohne Theorie geht es nicht: „Je nach Wissensstand der Gruppe gibt es Vorträge zu den Themen Schnee und Lawinenkunde, Gefahrenmuster, Interpretation des Lawinenlageberichts. Selbstverständlich Tourenplanung und Wetterkunde“, zählt Lippitsch auf. Zum Theorieteil gehören auch die Grundlagen der Verschüttetensuche. Apropos: In Kursen für Fortgeschrittene wundert sich der Kärntner oft, „wie schlecht der Umgang mit dem LVS-Gerät auch von Leuten beherrscht wird, die schon jahrelang unterwegs sind.“ In all seinen Kursen ist für Lippitsch der Alpine Vereine: Naturfreunde Österreich 1.-3. 12. 2017: Praxistage Skitouren mit Schwerpunkt Lawinenkunde, Schladming/Ramsau (St) 4.-7. 1. 2018: Fortbildung Skitouren W3, Schladming Ramsau (St) www.naturfreunde.at Alpenverein www.alpenverein.at Österr. Touristenklub www.oetk.at Berg- und Alpinschulen www.alpinschulen.at SAAC www.saac.at Ortovox Safety Academy www.ortovox.com Mammut Alpine School alpineschool.mammut.ch praktische Umgang mit dem LVS-Gerät daher sehr wichtig. Da geht es auch darum, den Teilnehmern eine Ahnung vom Stress einer Notfallsituation mitzugeben. „Die Praxis zeigt auch, dass es unbedingt notwendig ist, dass jemand die Initiative ergreift und die Suche koordiniert – sonst irrt jeder eigenständig herum und es geht wertvolle Zeit verloren. Das versuche ich meinen Teilnehmern immer bewusst zu machen.“ Jeder soll einmal spuren Zurück in der Steiermark, Samstag, 7 Uhr früh: Die Gruppe um Marcellus Schreilechner gleicht am Ausgangspunkt die Umgebung mit der Karte und die tatsächlichen Verhältnisse mit den erwarteten ab. „Eine Karte zu lesen, ist für manchen komplettes Neuland.“ LVS- Check und los. „Jeder soll einmal selber spuren, den Schnee fühlen, beobachten. Foto: Natrufreunde 66 SPORTaktiv

Da geht es noch nicht ums Interpretieren und um Schneekunde, sondern darum, ein Gefühl zu entwickeln“. Wer immer nur einer Spur nachgeht, nimmt sich die Chance, selbst zu beobachten und zu lernen – das ist eine von Schreilechners Kernbotschaften. Und: Es wird auch in den Schnee hineingegraben, „Mit der Schaufel einen halben Meter oder Meter reinstechen, Schichten sehen, angreifen. Den kleinen Blocktest zeigen. Auch da muss man noch nicht viel interpretieren.“ In der Beobachtung stecke viel Potenzial, sagt Marcellus Schreilechner, „Schnee muss man gesehen und angegriffen haben, um ihn zu verstehen.“ Nicht einfach hinterherlaufen Auch Thomas Lippitsch wirft mit seinen Gruppen an interessanten Stellen Blicke in den Schnee, „um Gefahrenmuster erkennen und verstehen zu lernen“. Wie man eine Aufstiegsspur anlegt, erschließt sich ebenfalls erst richtig in der Natur. Genauso wie man Geländefallen erkennt. Und vieles mehr: „Bei den Übungstouren werden die theoretischen Inhalte aus den Vorträgen praktisch erfahren.“ Was der Kärntner auch jedem unerfahrenen Skitourengeher mitgeben will: „Wer ohne professionelle Führung unterwegs ist muss sich mit der Materie beschäftigen, da er sonst sein Risiko nicht einschätzen kann.“ Drei Kurstage legen eine gute Wissensbasis – aber sie sollen vor allem auch zum Weiterlernen motivieren. „Ich rate auch davon ab, anderen Tourengehern unreflektiert hinterherzulaufen, da man sich prinzipiell nicht sicher sein kann, wie groß die tatsächliche Fachkenntnis oder die Risikobereitschaft von anderen ist. Ausnahme: Man engagiert sich einen geprüften Berg- und Skiführer.“ Erst die Praxis, dann die Theorie Einen guten Wissensvermittler in Lawinenkursen erkenne man auch daran, dass er auf seine Gruppe eingeht, sie weder über- noch unterfordert. Und die Aufnahmefähigkeit im Auge behält, sagt Marcellus Schreilechner. Ist es kalt, sind die Teilnehmer hungrig oder durstig, dann sinkt die Aufmerksamkeitsspanne. Was der Steirer für sich im Lauf der Jahre auch gelernt hat: Entgegen vielen anderen Kursveranstaltern startet er lieber im Freien und schließt seine Wochenendkurse Sonntagnachmittags im Lehrsaal ab. „Bei einer vorangestellten Powerpoint-Präsentation ist das Vorstellungsvermögen endenwollend. Aber wenn man den Schnee davor auch in der Hand gehabt hat, dann die Theorie nachgeschoben wird – dann bleibt meistens wirklich etwas hängen. Und weckt Interesse, tiefer in die Materie einzutauchen.“ SPORTaktiv 67 www.arva-equipment.com

Magazin

SPORTaktiv April 2016
SPORTaktiv 1 2016
SPORTaktiv Bikeguide 2016
SPORTaktiv Laufguide 2016
SPORTaktiv Winterguide 2015