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SPORTaktiv Skitourenguide 2018

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und Weltcup-Debüt 1999

und Weltcup-Debüt 1999 beim Slalom in Maribor folgte eine mehrjährige Leidenszeit. Immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen, verliert sie den Anschluss, versucht ihre Alpin-Karriere noch mit dem Einsatz von Schmerztabletten zu retten, muss mit 22 Jahren aber schließlich die ÖSV-Segel streichen. „Erst einmal bin ich in ein Loch gefallen“, erinnert sich Eva, „mein Traum war geplatzt. Plötzlich stand ich ohne Ziel da, hatte keine Ahnung, wo es mit meinem Leben hingehen sollte.“ Sie entschied sich für eine Ausbildung als Journalistin, arbeitete als TV-Redakteurin, bis sie erstmals auf breiten Freeride-Latten stand, die augenblicklich neue Träume in ihr weckten. „Das große Wow war wieder da“, sagt Eva: „Ich bin einen Contest gefahren, habe alles reingelegt und gespürt, dass mir das Fahren im freien Gelände viel mehr gibt als ein Rennen um Hundertstelsekunden.“ Waren ihre Idole früher noch Alberto Tomba oder Vreni Schneider, orientierte sie sich nun an den extremsten Freeridern der Welt, holte in sieben Jahren 23 Podiumsplätze auf der Freeride World Tour, die sie in den Jahren 2015 und 2016 gewann – und sich damit zur Doppel-Weltmeisterin krönte. „Auf der Tour habe ich viel gelernt. Es ist wichtig, sich im Rahmen von Wettkämpfen Ziele zu stecken und auf diese Weise weiterzuentwickeln.“ EVA WALKNER war Alpin-Rennläuferin und nach dem Wechsel zu den Freeridern 2015, 2016 jeweils Weltmeisterin. Ihr Bruder Matthias hat heuer die Rallye Dakar gewonnen Die Film-Dokumentation „Evolution of Dreams“ mit Eva Walkner und Jackie Paaso feiert am 19. Oktober 2018 in Salzburg Premiere und gastiert im Herbst in mehreren Städten in Österreich. Weitere Informationen, Impressionen und Tourdaten: www.evolutionofdreams.net Entschleunigung statt Après Ski Genauso wichtig sei es, Spaß zu haben. Die Zeit in den Bergen in vollen Zügen zu genießen. Und das auf eine Weise, die Eva als „die ursprünglichste Art“ des Skifahrens ansieht: „Die Skipioniere am Arlberg waren schließlich auch Freerider. Es gab keine Lifte. Die Menschen damals haben sich einfach einen Berg mit Schnee ausgesucht, sind ihn raufgegangen und abgefahren.“ Genau das ist es, was Eva heute vorantreibt. Beim „Ski-Mountaineering“ freie Entscheidungen zu treffen. Auf sich alleine gestellt zu sein – und dabei intensive Momente zu erfahren, fernab von Liftschlangen, Schirmbars und Après-Ski-Trubel. „Wenn ich auf Tourenskiern unterwegs bin, bleibe ich auch mal zehn Minuten stehen, um den Blick und die Ruhe zu genießen. Es geht um Entschleunigung, um das Erlebnis aus Aufstieg und Abfahrt im Gesamten.“ Natürlich bringt einen auch die Gondel nach oben. Aber der Tag ist vollkommener, wenn man sich die Abfahrt zuvor verdient hat und aufgestiegen ist. So wie in Grindelwald, wo es sechs Stunden nach oben ging, ehe Eva Walkner, Jackie Paaso und Angelika Kaufmann, die sich aus gemeinsamen Zeiten auf der Freeride World Tour kennen, auf dem Gipfel des 3970 Meter hohen Eiger stehen. Das Befahren der Westwand ist der Höhepunkt ihres Filmprojektes „Evolution of Dreams“, das die beiden Ski-Profis in den vergangenen zwei Jahren realisiert haben, wofür sie am Arlberg, in Andermatt, im Montafon und eben hier in Grindelwald drehten. „Am Eiger ging es darum, zu jeder Zeit voll konzentriert zu sein“, sagt Eva: „Beim Aufstieg befanden wir uns eine Stunde lang unter einem massiven Serac, der hätte brechen können. Außerdem haben wir eingeschneite Steine entdeckt, die wir bei der Abfahrt auf keinen Fall erwischen durften. Du darfst keinen Fehler machen im hochalpinen Gelände. Einer hilft dem anderen. Am Berg haben Egoismus und Arroganz nichts zu su- Fotos: Hans-Martin Kudlinkso 14 SPORTaktiv

Nockberge-Trail Die Wildnis & Wellness Skidurchquerung chen. Das spürst du hier bei jedem Schritt.“ Nach einer atemberaubenden Abfahrt zurück im Tal liegen sich die Frauen in den Armen. „Projekte wie diese sind durchaus gefährlich und mental fordernd. Ich habe Angst. Es ist aber eine gesunde Angst, die mir hilft, voll konzentriert zu sein“, sagt Eva. Wichtig sei zu wissen, dass man es kann. Und dann müsse man raus aus der Komfortzone. „Am Anfang bin ich Cliffs über zwei Meter gesprungen. Ich habe mir neue Grenzen gesucht. Und heute sind es schon mal 15 Meter, die es runtergeht.“ Das Vertrauen in die eigene Stärke ist es, die Eva auch anderen Frauen ans Herz legen möchte. „Viele Frauen könnten so viel mehr erreichen, wenn sie es einfach versuchen würden. Bei Männern dagegen ist es meist das Gegenteil: Die denken, sie können es ... Und stellen sich dann voll auf.“ In ihrer Film-Doku „Evolution of Dreams“ wird dieses Selbstvertrauen zum Thema; auch dann, wenn es zu Rückschlägen kommt, was bei extremen Aktivitäten zwangsläufig der Fall ist. Aber deshalb muss eben noch lange nicht Ende im Gelände sein. „Es ist wichtig, seine Träume niemals aus den Augen zu verlieren, sich neuen Herausforderungen zu stellen und daran zu wachsen“, sagt Eva, die für den kommenden Winter eine einfache wie klare Zielsetzung verfolgt: „Ich will besondere Linien finden und neue Regionen in den Bergen erkunden. Stehenzubleiben und nicht mehr nach Highlights zu suchen, das könnte ich für mich nicht verantworten.“ 4 Tagesetappen / 5 Skigebiete: Katschberg – Innerkrems – Turracher Höhe – Falkertsee – Bad Kleinkirchheim • Für genussorientierte Skitourengeher • Im Kärntner Biosphärenpark Nockberge • Max. 6 h Aufstieg und Abfahrtszeit pro Etappe • Erste Auffahrt des Tages immer mit Seilbahn • Übernachtung in komfortablen Hotels • Online Buchbar – Trail Hotline – Gepäcktransfer www.nockberge-trail.com

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