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SPORTaktiv Skitourenguide 2018

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Samstag

Samstag 15.12.2018 18:00 UHR Fünf frühe Low-Tech- Generationen – ganz rechts die „Low Tech 1.0“. Alle lagern auf Barthels Dachboden. TIMELINE FRITZ BARTHEL UND DIE RAHMENLOSE SKITOURENBINDUNG 1080 Höhenmeter auf Eis und Schnee Das härteste Lauf- und Skitourenevent! Jetzt anmelden auf www.snowrun.at Anfang der 1980er-Jahre: Maschinenbaustudent Fritz Barthel entwirft den ersten Prototypen einer rahmenlosen, extra-leichten Skitourenbindung. Die Idee dazu kam ihm bei der körperlichen Grenzerfahrung einer „nebenbei mitgenommenen“ Mont Blanc-Besteigung 1984: Patentanmeldung der „Low Tech“-Bindung. Kein Bindungshersteller nimmt das Angebot an, das Patent um 30.000 Schilling zu kaufen. Dynafit, damals in Graz ansässig, stellt Barthel Ausschussschalen von Skischuhen für weitere Forschung an der Bindung zur Verfügung 1986–1990: Kleinserienproduktion der Low Tech-Bindung von Barthel und Freunden („Barthel-Gang“) in Bad Häring bei stetig steigendem Interesse, vor allem aus der Skitouren-Rennszene. Skischuhe kauft Barthel von Dynafit zu und baut sie um. Für die verlangte Bankgarantie verpfändet Barthels Vater sogar das Wohnhaus 1990: Übernahme der Produktion der Low-Tech- Bindung durch Dynafit Ski für Patscherte Eine lässige G’schicht – das kann man über fast alles sagen, was Barthel uns in fünf (!) kurzweiligen Stunden erzählt. Fast logisch, dass er sich als Querdenker und Freigeist – bis auf ein Intermezzo als HTL-Lehrer – nie in ein Angestelltenverhältnis zwängen ließ. Auch wenn er für sämtliche Evolutionsschritte der Dynafit-Bindung bis zur ersten „Vertical“ im Jahr 2006 verantwortlich zeichnete – oder wie er es formuliert: „Alle Fehler sind auf meinem Mist gewachsen.“ Als Erfinder der rahmenlosen Bindung ist er naturgemäß bei den Aufsteigern, die aufs Gewicht schauen, ein Hero. Doch auch das Abfahren war für ihn immer schon wichtig. Die Gene als ebenso talentierter wie begeisterter Bergsportler hat er von seinem Vater geerbt – übrigens ebenso wie jene für die Technik. Nahe Kitzbühel beheimatet, war schon sein Vater ein begnadeter Geländeskifahrer, Fritz Barthel dann detto. „Ende der 1980er-Jahre hat es ‚Fat Boys‘-Ski gegeben“, erinnert sich Barthel, im Prinzip vorweggenommene Freerider. Er schraubte seine Low-Tech-Bindung drauf, und das Paket habe schon beachtlich im Tiefschnee funktioniert. Weil aber damals die Meinung vorherrschte, dass das „Ski für Patscherte sind, die nicht skifahren können“, habe er die Fat Boys wieder durch schmalere Exemplare ersetzt. „Eigentlich ein Wahnsinn, dass ich das Potenzial nicht erkannt habe.“ Und so spannt sich der Bogen zur Gegenwart: „Dass das Skitourengehen heute so jung geworden ist, taugt mir Foto: Domenig

www.perskindol.at DA HABEN| SICH SCHON VIEL| G’SCHEITERE WAS| ÜBERLEGT| schon sehr.“ Die Beeinflussung des Sports durch das Freeriden, konkretisiert er. Der damalige Spruch von den „Skiern für Patscherte“ passt für Barthel aber auch insofern heute noch in unseren Kulturraum, als hier die Meinung verbreitet sei, „ dass man sich im Sport ruhig plagen soll. Dass etwas nix ist, wenn es nicht schwierig ist.“ Mit dieser Grundhaltung kann Barthel wenig anfangen – klar, die „Faulheit“; ebenso wenig wie mit einer „gewissen skeptischen Grundhaltung“ in heimatlichen Gefilden, auf den Punkt gebracht in Sätzen wie „Das geht sicher nicht“ und „das hamma noch nie so gemacht.“ Der „angelsächsische Raum“ ist ihm von der Mentalität her in mancherlei Hinsicht näher, sinniert der Tiroler: Etwa, weil Sport dort einfach ohne unnötige Mühe Spaß machen dürfe. Und die Menschen dort auch erfrischend unvoreingenommen wären, was technisches Equipment betrifft: „Reinbohren, drauflosschrauben, verändern, ausprobieren.“ „ WARM-UP by NATURE. PERSKINDOL JETZT GRATIS TESTEN! Holen Sie sich eine kostenlose Probe in Ihrer Apotheke. PERSKINDOL AKTIV Pflanzliches Einreibemittel für Muskeln und Gelenke. Mit dem „Hoji“ im Keller Vielleicht hat sich Barthel auch deshalb mit dem Kanadier Eric „Hoji“ Hjorleifson auf Anhieb verstanden. Im Winter 2013/14 war der Freeskier bei ihm in der Werkstatt gestanden: Er hatte eine technische Idee, weil kein Skischuh seinen Bedürfnissen nach guter Aufstiegseignung bei voller Abfahrtsperformance gerecht wurde, und den Insidertipp bekommen: „Geh zum Fritz.“ Mit Skischuhen hatte sich Barthel bis dahin insofern beschäftigt, als er sie auf die Kompatibilität mit seiner Pin-Bindung umbauen musste. Mit der Konstruktion oberhalb der Sohle aber hatte Barthel nichts zu tun. Mit Hjorleifson – „ein unglaublich sympathischer Mensch“ – war er jedoch Fördert die lokale Hautdurchblutung Zur Lockerung, Entspannung und Erfrischung Für Wohlbefinden und den Einsatz beim Sport Exklusiv in Ihrer Apotheke.

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