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SPORTaktiv April 2019

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GEMISCHTES DOPPEL ZWEI

GEMISCHTES DOPPEL ZWEI MARATHONS IN NEUN WOCHEN, EINER AUF DER STRASSE, EINER IM GELÄNDE: LESERIN GRAZYNA BRANDSTÄTTER IST AUF KURS ZU IHREM GROSSEN ZIEL FÜR 2019. WIE GUT LASSEN SICH STRASSENLAUFEN UND TRAILRUNNING EIGENTLICH KOMBINIEREN? VON CHRISTOF DOMENIG, FOTOS: THOMAS POLZER Wir Menschen neigen zum Schubladendenken: entweder ein City-Marathon oder ein Trailrun. Es kommt selten vor, dass sich jemand alle beide dieser populären Spielarten des Freizeitlaufsports auf Fortgeschrittenenniveau vornimmt. Vor allem in so einem kurzen Zeitraum, wie es unsere Leserin Grazyna Brandstätter vorhat: Bloß neun Wochen liegen zwischen dem traditionsreichen Marathon in ihrer Heimatstadt Linz 58 SPORTaktiv

und dem „jungen“ Mozart-100-Ultrarun am 15. Juni. Für Linz hat sich die 36-Jährige die ambitionierte Zielzeit von 3:45 Stunden vorgenommen. Beim Mozart 100 will sie noch einmal 42 Kilometer zwischen St. Gilgen und Salzburg drauflegen, als Trailrun mit 1890 Bergauf- und 2000 Bergab-Höhenmeter. Das wird auch die Premiere in einem Trailrunningbewerb für die ambitionierte Freizeitsportlerin, die in der IT-Branche arbeitet, werden. Die Ausgangslage stimmt zuversichtlich: Die Leistungsdiagnostik Ende Jänner bewies, dass die Linzerin das Rüstzeug für zwei Marathons in neun Wochen mitbringt. Soweit die Eckdaten des Projekts, mit dem sich Brandstätter bei unserer Aktion „2019 wird mein Jahr“ beworben hat. Um für dieses Vorhaben optimal vorbereitet zu sein, haben wir unserer Leserin den Niederösterreicher Gerhard Schiemer vermittelt. Der Sportwissenschafter und Lauftrainer ist selbst seit Jahren Mitglied im Trailrunning-Nationalteam und trainiert aktuell unter anderem Österreichs „Trailrunner des Jahres 2018“ Florian Grasel. Wie schätzt Schiemer die Pläne ein? „Sehr gut – es hat alles Hand und Fuß“, so das Ersturteil der Trainers. Die Kombination aus Straßenlauf und Trailrunning sei grundsätzlich absolut stimmig. „Viele Läufer schränken sich durch Spezialisierung zu stark ein.“ Ambitioniert ist Grazynas Vorhaben dennoch, keine Frage – allein durch die zeitliche Abfolge: Rechnet man vier Wochen Erholungszeit nach dem Linz Marathon, bleiben genau noch fünf Wochen für eine „trailspezifische“ Vorbereitung auf den Mozart 100 übrig. Sich bis Linz voll auf den Straßenmarathon zu konzentrieren, funktioniert daher nicht: Daher trainiert die Oberösterreicherin schon seit Februar „gemischt“ und streut wöchentlich zumindest eine lange Traileinheit in ihre Marathonvorbereitung ein. Ein starkes Fundament Und das werde auch beim Marathon kein Nachteil sein, sagt Gerhard Schiemer. Denn, noch einmal grundsätzlich gesprochen: „Je weiter Wettkämpfe entfernt sind, desto abwechslungsreicher soll eine Vorbereitung sein. Im Winter trainieren Trailrunner oft 70 Prozent Grundlagenausdauer im Flachen. Marathonläufer profitieren umgekehrt von regelmäßigen Hügelläufen oder Fahrtspielen ungemein. Rückt der Wettkampf näher, wird die Vorbereitung dann immer spezifischer. Für den Trailrunner etwa kehrt sich das Verhältnis in den Wochen vorm Wettkampf um – 70 Prozent trailspezifisch bergauf und bergab versus 30 Prozent Grundlagen.“ Das Straße-Trail-„Doppel“ unserer Leserin steht aber auch deshalb auf solidem Fundament, weil sie genau das mitbringt: Eine starke Fitnessbasis in Form einer hervorragenden Grundlagenausdauer. Seit Jahren bestreitet sie Triathlons und sie lief 2018 schon den Linz Marathon in sehr guten 3:57. Diese Grundlage wirkte sich auch bei der Leistungsdiagnostik aus: Ende Jänner, gleich SPORTaktiv 59

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