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SPORTaktiv April 2020

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er Name Mathias Berthold

er Name Mathias Berthold steht für Erfolg. 2006 bis 2010 war der Vorarlberger Damen-Cheftrainer im Deutschen Skiverband, 2010 bis 2014 Herren Cheftrainer bei den österreichischen Alpinskistars, 2014 bis 2019 dann bei den deutschen Herren. Fünf Goldmedaillen bei Olympischen Spielen und ebenso viele bei Weltmeisterschaften erreichten seine Athletinnen und Athleten. Große Beachtung fand aber auch der Aufstieg der deutschen Speed-Skifahrer in seiner Ära: mit den deutschen Kitzbühel-Siegen von Thomas Dreßen (Abfahrt 2018) und Josef Ferstl (Super-G 2019). Als aktiver Athlet wurde Berthold 1993 Profi- Slalom- Weltmeister in Aspen. Im Ski-Weltcup schlug er sich davor trotz Teilerfolgen jedoch unter Wert. Auch, weil er an mentalen Schwächen scheiterte. Entsprechend hoch be- MATHIAS BERTHOLD HAT IM SKISPORT OLYMPIASIEGER UND WELTMEISTER GEFORMT. GEMEINSAM MIT DEM PSY- CHOLOGEN BARDIA MONSHI GIBT DER VORARLBERGER JETZT JEDERMANN EINBLICK IN MENTALE STRATEGIEN DER SIEGER. WARUM DER ECHTE ER- FOLG NICHT IM ERGEBNIS, SONDERN IN DER ENTWICKLUNG LIEGT. INTERVIEW: CHRISTOF DOMENIG STARK IM KOPF Fotos: xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx 22 SPORTaktiv

wertete er in seiner Trainerkarriere stets die Kraft der Gedanken. Seit 2019 ist Berthold Mentalcoach, unter anderem beim deutschen Fußballbundesligaclub 1. FC Nürnberg. Mit dem Wiener Psychologen Bardia Monshi schrieb er jetzt ein Buch über mentale Stärke: Warum ein stabiler Geist für Profiund Hobbysportler im Berufs- wie im Privatleben und überhaupt „im Alltagsdschungel“ das Um und Auf ist: Das haben wir von dem Autorenduo erfragt. Vom Einzel- zum Teamsport und vom Skisport zum Fußball: War das zuletzt für Sie nicht eine radikale Veränderung? MATHIAS BERTHOLD: Dazu muss ich zuerst festhalten, dass die Position beim 1. FC Nürnberg nur ein Teil meines Betätigungsfeldes ist. Ich betreue auch Einzelsportler als Individualcoach in Sachen mentale Strategien und Persönlichkeitsentwicklung. Was den 1. FC Nürnberg angeht, ist es natürlich in verschiedenen Bereichen eine neue Erfahrung, die ich machen darf. Am Ende des Tages geht es jedoch darum, dass jeder Sportler in jedem Moment auf seinem möglichst besten Niveau agiert – ob im Mannschafts- oder in einem Einzelsport, ist nicht entscheidend. Je besser jeder Spieler sein Leistungsvermögen abruft, desto mehr hilft er sich selbst und eben auch dem Team. Sie haben den Schritt weg vom Skisport sinngemäß auch damit begründet, dass er Sie aus Ihrer Komfortzone führt. BERTHOLD: Aus meiner Sicht ist die Arbeit wie das Leben an sich ein ständiger Prozess. Wenn man sich dauernd in seiner Komfortzone aufhält, wird man sich ganz schwer weiterentwickeln. Dinge werden zur Routine und es besteht die Gefahr, sich mit dem Erreichten zu begnügen. Damit tritt Stillstand in der persönlichen Entwicklung ein. Ich sehe jede Herausforderung als neue Motivation und als Impuls, um mich weiter zu verbessern. „Raus aus der Komfortzone“ passt zu Ihrem gemeinsamen Buch: Dass der Mensch nach Wachstum und Entwicklung strebt, unter gewissen Voraussetzungen über sich hinauswachen kann, ist darin eine Grundthese. BARDIA MONSHI: Ich wollte schon lange ein Buch schreiben. Dieses Vorhaben war aber tatsächlich außerhalb meiner Komfortzone. Mit Mathias wollte ich es schreiben, weil ich erkannt habe, dass er sehr ähnliche Herangehensweisen in der Arbeit mit seinen Athletinnen und Athleten hat wie ich mit den Menschen aus der Arbeitswelt. Die Verbindung zu zeigen fanden wir spannend. DR. BARDIA MONSHI ist Psychologe und Gründer des Instituts für Vitalpsychologie in Wien. www.vitalpsychologie.at www.elemental-app.com Sie sind beide in jungen Jahren mental gescheitert, ist zu lesen. Worin bestand für Sie jeweils dieses Scheitern? BERTHOLD: Ich kann in meiner Karriere als aktiver Sportler sicher auf ganz ordentliche Erfolge zurückblicken, aber eben nur „ganz ordentliche“. Ich denke, ich hätte wesentlich mehr erreichen können, wenn ich mich in verschiedenen Phasen professioneller verhalten hätte, wenn ich besser geführt worden wäre. Und wenn ich damals schon das Wissen und die Erfahrung von heute gehabt hätte. Deshalb war es mir als Trainer und ist es auch jetzt ein großes Anliegen, diese Erfahrungen und dieses Wissen weiterzuvermitteln. SPORTaktiv 23

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