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SPORTaktiv April 2020

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Hätte man es wissen

Hätte man es wissen müssen? Hätte ein Blick in den Streckenplan genügt? Hätte man über die rund 700 Höhenmeter informiert sein können, die auf der Strecke lauerten, wenn man sich nur früh genug darum gekümmert hätte? Aber wozu sich mit winzigen Details aufhalten, wenn es an einen der großen geopolitischen Brennpunkte geht? Jerusalem: Die 900.000-Einwohner-Stadt ist Wiege von Weltreligionen – und ihr Brandherd. Sie ist machtbewusste Metropole des Nahen Ostens – und eines seiner instabilsten Zentren. Sie ist Sehnsuchtsort von Gläubigen aus allen Teilen der Erde – und Schauplatz von wilden Verwünschungen. Zumindest an diesem März-Vormittag. Der Grund? Es geht bergauf. Schon wieder. Hätte man sich diese topografische Überraschung nun ersparen können? Ein deutliches: Naja. Zum einen war ein klares Streckenprofil vorab nicht zu bekommen. Zum anderen hätte man nur entweder die Bibel lesen (schon dort ist von sieben Hügeln die Rede, die zu Zeiten Jesu außerhalb der Stadtmauern lagen), von Kreuzworträtseln lernen (die Frage nach zumindest einem der Hügel ist Standard, meist Gareb, der Ölberg oder Golgota) oder einfach bei der Stadtführung am Tag vor dem Rennen aufpassen müssen. Fotos: Ingo Kutsche 44 SPORTaktiv

42 Kilometer durch die Metropole dreier Weltreligionen. Der Jerusalem-Marathon ist alles andere als gewöhnlich. DIE KULISSE GEHÖRT ZU DEN HISTORISCH WUCHTIGSTEN DER WELT. DAS MACHT DEN JERUSALEM-MARATHON ZWAR NOCH NICHT ZU EINEM DER SCHÖNSTEN, ABER MIT SICHERHEIT ZU EINEM DER SELEKTIVSTEN STADT- MARATHONS. DAFÜR SORGEN KNAPP 700 HÖHENMETER. VON KLAUS HÖFLER KLAGEN ABSEITS DER KLAGEMAUER So aber ist es für einige der 4600 Läufer, die an diesem März-Freitag im Jahr 1 v. C. (vor Corona) an den Start gehen, ein Blindflug. Ein Marathon an einem Freitag? Noch so eine Besonderheit. Aber es gelten die jüdischen Alltagsregeln: Freitagabend beginnt der Sabbat, vergleichbar mit „unserem“ Sonntag. Da wird für 24 Stunden das öffentliche Leben heruntergefahren, nicht gearbeitet, darf kein Feuer oder Licht oder Wärme gemacht, dürfen also auch keine elektrischen Geräte bedient werden. Marathonstart daher Freitagfrüh. Um sieben Uhr in der Früh. Der Tag schläft noch. Aber im Sacher-Garden, einer großzügigen Parkanlage mitten im Regierungsviertel herrscht schon Betriebsamkeit. SPORTaktiv 45

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